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INTERVIEW

„Wir vernetzen Menschen, die etwas bewegen möchten“

Anja Lehner, Head of Corporate Sponsoring & PR bei der Daimler AG, über den Daimler Salon „be a mover“, den Mensch im Fokus und Budgets auf dem Prüfstand.

tw: Wer zum Daimler Salon „be a mover“ ins Glashaus der Arena Berlin kam, war überrascht: Ihr neuer Elektro-SUV EQC 400 stand nicht im Vordergrund. Worum geht es beim „be a mover“?
Anja Lehner: Das stimmt. Mit „be a mover“ haben wir eine Community ins Leben gerufen, der es darum geht, einen Beitrag zur nachhaltigen gesellschaftlichen Entwicklung zu leisten. Dabei steht nicht das Produkt, sondern der Mensch und sein Handeln im Fokus. Wir vernetzen Menschen, die etwas bewegen möchten.

Was ist das Ziel Ihrer neuen Event-Reihe?
Als wir uns vor etwas mehr als einem Jahr zum ersten Mal mit der Idee eines Daimler Salons beschäftigt haben, war uns relativ schnell klar, dass wir einen neuen und auch recht ungewöhnlichen Weg einschlagen wollen. Wir wollten uns nicht rein mit der Automobilindustrie beschäftigen, sondern uns öffnen und den Blick auf Veränderungen in verschiedenen Lebensbereichen werfen. Digitalisierung, Disruption, Klimawandel sind hier nur ein paar Beispiele. Unsere Idee war es, Menschen zusammenzubringen, die etwas bewegen möchten, die die Veränderungen als Chance sehen, einen positiven Beitrag zu leisten.
           

Ihre Gäste treffen in den Daimler Salons auf Gründer, Designer, Modemacher, auf Tänzer, Sportler, Schauspieler. Warum diese Mischung?
Bei den Daimler Salons geht es um Inspiration. Wir wollen innovativen Ideen und Denkern die Plattform geben, sich und ihre Ideen zu präsentieren. Wir sind davon überzeugt, dass jede und jeder von uns – egal in welcher Branche, in welchem Beruf oder Umfeld – die Chance hat, sich für gute Zwecke einzusetzen und die Gesellschaft positiv zu beeinflussen.

Mit Ihrer Event-Reihe unterstützen Sie eine junge Community, die sich gesellschaftlich engagiert und etwas bewegen will. Haben Sie Beispiele?
Unsere „Mover“, also die Mitglieder unserer Community, setzen sich z. B. für nachhaltige Mode oder vegane Kosmetik ein. Der Künstler Leon Löwentraut wiederum leistet seinen Beitrag, indem er mit seiner Kunst auf die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN aufmerksam macht. Andere wie die Schauspielerin Maria Ehrich engagieren sich im Umwelt- und Naturschutz. Unsere Mover kommen aber auch aus dem eigenen Unternehmen. Beispielsweise unterstützen wir den Kranichschutz in Deutschland, dort haben sich Kollegen zu Kranich-Rangern ausbilden lassen.

Mit „be a mover“ sucht Daimler neue und nachhaltige Wege der Kommunikation. Warum?
Als Erfinder des Automobils hat Daimler Entfernungen relativiert, Begegnungen ermöglicht, Menschen und Güter beweglich gemacht. Mobilität ist zu einem treibenden Element ökonomischer und sozialer Entwicklung geworden, hat Perspektiven erweitert, neue Chancen eröffnet und den Wandel zu einer offeneren, mobilen Gesellschaft vorangetrieben. Für uns geht es bei Mobilität also nicht nur um die reine Fortbewegung, sondern auch um gesellschaftliche Bewegung. Heute ist Mobilität selbst im Wandel, und wir möchten uns aktiv für den Einklang von Mobilität und gesellschaftlich nachhaltiger Entwicklung einsetzen.
               
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Anja Lehner: Für uns geht es bei Mobilität nicht nur um die reine Fortbewegung, sondern auch um gesellschaftliche Bewegung.
FOTO: DAIMLER AG
    

„ELECTRIC INTELLIGENCE“

Mit dem Mercedes EQC, ein batterieelektrisch angetriebener SUV der Marke Mercedes-Benz, beginnt bei Daimler ein neues Kapitel. Das Elektro- SUV EQC 400 ist das erste Produkt der Marke „EQ“, deren Buchstaben für „Electric Intelligence“ stehen. Bis 2022 will Mercedes zehn elektrische Fahrzeug-Modelle auf den Markt bringen. https://www.mercedes-benz.com/de/eq/eqc

Warum braucht es in Zeiten der Digitalisierung noch Events und die persönliche Begegnung?
Veränderungen können nur durch Menschen vorangetrieben werden. Um Kräfte zu bündeln und starke Kooperationen zu fördern, ist unseres Erachtens ein physisches Erlebnis und das persönliche Gespräch unabdingbar.

Die deutsche Automobilindustrie steckt in der Krise: Die Hersteller verkaufen weniger Fahrzeuge und müssen mehr Geld in neue Technologien investieren. Daimler reagiert wie auch BMW und Volkswagen mit Stellenabbau und Sparprogrammen. Sind Ihre Budgets bzw. Budgets für Marketing und Events betroffen?
Natürlich stehen auch bei uns die Budgets auf dem Prüfstand. Aber für mich wäre es auch zu kurz gesprungen, wenn man die Größe und Wichtigkeit seines gesellschaftlichen Engagements rein an Geldsummen festmachen würde. Mindestens genauso wichtig sind das persönliche Engagement unserer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen oder eben auch Kommunikationsplattformen, die wir Menschen bieten können, die sonst kaum Reichweite mit ihren Themen erzielen könnten. Wichtig ist vor allem, dass wir gemeinsam an der nachhaltigen Entwicklung unserer Zukunft arbeiten.
KERSTIN WÜNSCH

„BE A MOVER“

Beim Daimler Salon „be a Mover“ am 10. Dezember 2019 (v.l.): Timur Bartels, Sonja Gerhard, Maria Ehrich und Constantin von Jascheroff im Glashaus der Berlin Arena.FOTO: DAIMLER AG
Beim Daimler Salon „be a Mover“ am 10. Dezember 2019 (v.l.): Timur Bartels, Sonja Gerhard, Maria Ehrich und Constantin von Jascheroff im Glashaus der Berlin Arena.
FOTO: DAIMLER AG
Mit der Event-Reihe Daimler Salon „be a mover“ baut die Daimler AG eine Community auf, die Wert auf Nachhaltigkeit legt, und verknüpft diese mit ihren sozialen Projekten. Auf die Premiere im Dezember 2018 im Hotel „Q!“ in Berlin, folgen Salons bei „Spindler & Klatt“, im BRLO und zuletzt im Glashaus der Berlin Arena. Dort, im Industriedenkmal an der Spree treffen handverlesene Gäste (Multiplikatoren und Unternehmer) auf Künstler, Schauspieler und Sportler wie Britta Heidemann, Fechterin, Olympiasiegerin und Markenbotschafterin von „be a mover“. Das Programm reicht von Fashion und Beauty bis zu Bewegung und Sport etwa auf dem Fechtparcours oder einer Tanzeinlage mit Eric Gauthier. Der Choreograf und Tänzer führt den Gästen vor, wie er mit einem Tänzerpaar aus drei ihm zugerufenen Worten („Winter“, „Natur“ und „Tod“) ein Stück entwickelt. „Choreografie heißt etwas ausprobieren, es verwerfen und es neu probieren – bis es passt“, so Gauthier. Im Folgeschritt übt er mit dem Publikum eine Mini-Performance ein zum Madonna-Song „Strike a pose“. Es gelingt: Der Choreograf bringt alle zum Tanzen, in Bewegung und ins Gespräch.
        
FOTOS: DAIMLER AG

„Veränderung kann nur von Menschen getrieben werden, deshalb haben wir diese Community gebildet“, erklärt Anja Lehner, Head of Corporate Sponsoring & PR Daimler AG, und ergänzt: „Wir haben Menschen eingeladen, die ihre Ideen zeigen und etwas bewegen wollen.“ Ein Beispiel ist Andrea Burg. Die Gründerin der „Abury Foundation“ setzt sich u.a. für die Alphabetisierung von Frauen in Marokko ein. „Es geht darum, dass sich junge und junggebliebene Menschen vernetzen und ihre Kontakte nutzen, um sich gemeinsam für nachhaltige Projekte einzusetzen“, bekräftigt Elena Kleiber, Agenturleiterin der A&C Media Community. Die ursprüngliche Idee des Daimler Salons „be a mover“ stammt von ihr. Jörg Howe, Head of Global Communications Daimler AG, greift diese sofort auf und holt Anja Lehner hinzu. „Das ging alles sehr schnell“, erinnert sich Kleiber und hebt das Gemeinsame hervor. „Die Ideen und Inhalte kommen von beiden Teams zu gleichen Teilen“, sagt sie. Auch die Locations werden gemeinsam ausgesucht. A&C Media Community kümmert sich neben der Organisation und Kommunikation um das Künstler- und Gäste- Management. Kleiber kommt schließlich vom Fernsehen und Journalismus und hat die nötigen Kontakte.

2020 soll der Daimler Salon „be a mover“ um Formate wie Talk, Living Room oder Lesungen erweitert werden – bis hin zum Music Festival „be a mover“. „Am Ende soll eine Produktlinie entstehen, die die Leute selbst entwickeln, z. B. vegane Kosmetik oder nachhaltige Mode. Kleiber: „Es gibt eine große Übereinstimmung zwischen Daimler und uns. Gemeinsam sind wir sehr kreativ, und das Ganze wird größer und größer und internationaler werden.“
www.mediacommunity-berlin.de
                            
„Wichtig ist, dass wir gemeinsam an der nachhaltigen Entwicklung unserer Zukunft arbeiten.“
Anja Lehner,
Head of Corporate Sponsoring & PR bei der Daimler AG
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