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SUSTAINABLE FUTURE EDUCATION

„Wir haben ‚groß‘ gedacht“

Martin Maushammer ist im dritten Ausbildungsjahr zum Veranstaltungskaufmann bei der Messe München. Im Seminar „Sustainable Future Education“ auf Einladung der tw tagungswirtschaft lernt er, was nachhaltige Events alles einschließen. Hier sein Erfahrungsbericht.

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as Interesse war sofort geweckt, als ich die Einladung zum Workshop „Sustainable Event-Management“ erhielt. Schließlich ist Nachhaltigkeit für die Messe München – und auch für mich persönlich – schon sehr lange ein wichtiges Thema. Die erschreckenden Berichte und Bilder über die Umweltsünden können einen einfach nicht kalt lassen. Tagtäglich sehe ich, welche Anstrengungen unternommen werden, damit Umweltschutz und Nachhaltigkeit in unserem Unternehmen verbessert werden. Hier geht es um Themen wie Müllentsorgung oder auch Energieeffizienz. Ein Beispiel dafür ist:

Wir haben über 200.000 qm Fläche in 18 Messehallen. Man kann sich vorstellen, was hier an Strom-, Wasser- und Heizungsenergie verbraucht wird. Jährlich könnten rund 9.100 Münchner Zwei-Personen- Haushalte mit diesem Stromverbrauch versorgt werden. Hier geht unser Unternehmen voran. Ab Januar 2020 wird die Messe München voll auf Ökostrom umstellen und damit etwa 6.400 Tonnen CO2 jährlich einsparen. Ich persönlich finde, dass das ein großartiges Zeichen ist. Darüber hinaus haben wir eine eigene Photovoltaik-Anlage auf unseren Messedächern, ein Teil des Geländes wird mit Erdwärme beheizt und ein System zur Regenwasserversickerung ist vorhanden – aber reicht das?

Sicher nicht und somit war ich auf den Workshop gespannt und bin mit großen Erwartungen am 12. Oktober 2019 in die Flößergasse in München zur Firma Zibert & Friends gegangen. Als Erstes fielen mir die außergewöhnlichen Büroräume auf, die für den Workshop gestellt wurden, da der gesamte Bereich offen gestaltet ist. Die Begrüßung durch Clemens Arnold von 2bdifferent und den Referenten des Workshops war sehr herzlich; von Anfang an herrschte eine gute Stimmung unter den 13 Teilnehmern, die zum Teil aus der MICE-Branche kamen oder noch Studenten waren.
     
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Klassenfoto nachhaltiges Event-Management mit Martin Maushammer.
FOTO: SUSTAINABLE FUTURE EDUCATION

„SUSTAINABLE FUTURE EDUCATION“

Die bundesweite Bildungsoffensive „Sustainable Future Education“ ist eine Initiative des Famab Kommunikationsverbands, der Famab Stiftung und der CSR-Agentur 2bdifferent. Die Seminarreihe will Nachwuchskräften der Eventbranche das Thema CSR näherbringen und ihnen Wissen für die nachhaltige Gestaltung vermitteln. http://2bdifferent.de/bildung

Schnell habe ich festgestellt, dass mein Verständnis von Nachhaltigkeit lediglich etwas an der Oberfläche gekratzt hat, und ich fand es beeindruckend, wo ein „sustainable event“ bereits beginnt. Zum Beispiel sollte man immer über den Tellerrand hinaus blicken und nicht nur im eigenen Unternehmen auf Klimaschutz achten, sondern auch die Zulieferer- und Dienstleistungsunternehmen hinterfragen. Themen wie die Verankerung des Nachhaltigkeitsgedankens im Eventmanagement, die Nachhaltigkeitsrelevanz bei der Eventplanung und -durchführung sowie die Entstehung eines eventspezifischen CO2-Fußabdrucks wurden uns anschaulich und kurzweilig näher gebracht.

Am gewinnbringendsten für mich waren aber die Praxisbeispiele und -übungen. Hier kam es zu interessanten Diskussionen und zum Austausch untereinander. Auch der Ideenreichtum war sehr beeindruckend. Nachdem ich momentan in unserem ICM – Internationales Congress Center München eingesetzt bin, fand ich auch den Nachmittag, der unter dem Titel „Nachhaltiges Kongressmanagement“ stattfand, hervorragend und habe viel mitgenommen. Wir haben „groß“ gedacht, aber auch „kleine“ Handlungen wurden berücksichtigt und vor Augen geführt. Ein kleines Beispiel hierzu war das Mittagessen, das vegan war, aber trotzdem gut. Für mich bedeutet das, dass ich meinen Fleischkonsum zumindest überdenken sollte. Als Fazit kann ich feststellen, dass sich meine Teilnahme absolut gelohnt hat und sich meine Wahrnehmung zum Thema Klima- und Umweltschutz im Eventmanagement und im privaten Bereich schon verändert hat und weiter verändern muss.
MARTIN MAUSHAMMER




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