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FÜR MEHR FAIRNESS

Raus aus der Nische

Ein bewusster Umgang mit Ressourcen ist nicht erst seit Schulstreik fürs Klima und Extinction Rebellion im breiten Bewusstsein angekommen. Messen bieten schon lange Plattformen für grüne Ideen, erfahren derzeit aber gesteigerte Nachfrage. Entsprechend ist das Angebot gewachsen.

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ie war eine Vorreiterin in Sachen Bio, die 1990 gestartete Messe Biofach in Nürnberg. Dass sie einmal zum größten Netzwerk der Bio-Branche heranreifen würde, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht abzusehen. Inzwischen bieten die Franken nicht nur am Heimatstandort eine Plattform für biologische Lebensmittel, sondern an sechs weiteren Orten in aller Welt. Bangkok, Delhi, Tokyo und Schanghai stehen in Asien auf der Liste, Philadelphia und Sao Paulo in Nord- und Südamerika. Wachstum wird aber nicht nur im Ausland realisiert, im Gegenteil. Die Keimzelle der Veranstaltung bleibt Innovationstreiber und baut weiter aus. Neu am Start sein wird der Treffpunkt „Wasser – Gefährdete Grundlage des Lebens?“ in Zusammenarbeit mit der Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser, der ein neues Segment bedient.

Für die kommende Ausgabe zum 30-jährigen Bestehen vom 12. bis 15. Februar 2020 stellt sich die Pionierin in Sachen Bio zudem räumlich in den Hallen der Nürnbergmesse neu auf. Danila Brunner, Leiterin der Biofach sowie der parallel stattfindenden Vivaness: „Wir freuen uns sehr, unseren Kunden mit dem neuen Hallenkonzept für 2020 noch mehr und noch dazu so attraktive Flächen anbieten zu können.“ Das Doppelevent bezieht nämlich die Hallen 3A, 3C und 7A ein und vergrößert dadurch die Kapazitäten. 3.266 Aussteller aus 98 Nationen waren 2019 präsent, die neue Belegung schafft Platz für Flächenvergrößerungen und bis zu 400 neue Aussteller. Die Nutzung dieser Hallen passt zum Messethema, schließlich geht es um einen möglichst guten Einklang mit der Natur. Da sind die beiden für ihre nachhaltige Bauweise mit dem Zertifikat „Platin“ von den Prüfern der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) ausgezeichneten Hallen 3A und 3C als zusätzliche Location natürlich geradezu prädestiniert.
              
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Das Rennen um nachhaltige Messen und Produkte ist in vollem Gange – und macht Spaß.
FOTO: MESSE DORTMUND / SILVIA KRIENS

Seit den Anfängen der Biofach, zu der ausschließlich Fachbesucher mit Legitimation Zugang haben, hat sich viel getan. Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit ist gewachsen – und mit ihm das Angebot an Messen rund um die Thematik. Den gerechten Handel entlang der globalen Lieferketten stellt die Fair Handeln seit 2009 in den Mittelpunkt. Die Publikumsmesse hatte zu ihrer zehnten Ausgabe 158 Aussteller zu Gast, bei denen sich über 19.000 Besucher informierten. Eine Einzelkämpferin ist die von der Stiftung Entwicklungs- Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) gemeinsam mit der Landesmesse Stuttgart ausgerichtete Veranstaltung jedoch nicht: Terminlich ist das Format, das nachhaltiges Handeln in Wirtschaft, Mode, Finanzwesen, Tourismus und Entwicklungszusammenarbeit thematisiert, eingebettet in die Stuttgarter Frühjahrsmessen, die vom 16. bis 19. April 2020 in die nächste Runde gehen.

Eine thematisch ähnlich große Bandbreite bedient die Fair Friends. Die von der Messe Dortmund 2008 ins Leben gerufene Veranstaltung adressiert nachhaltige Lebensstile, Fairen Handel und gesellschaftliche Verantwortung. In diesem Jahr haben die Macher der Publikumsmesse erstmals einen Tag für Fachbesucher vorangeschaltet und mit zwei Veranstaltungsformaten rund um die Themen Nachhaltige Investments und Beschaffung ausgestattet. Der „Marktplatz für Nachhaltige Investments“, mittlerweile der sechste seiner Art, hat dabei erstmalig im Rahmen der Fair Friends stattgefunden. Den Nachwuchs zieht die Messe direkt selbst heran: Den Messefreitag widmet das Event – passend zur Fridays for Future-Bewegung – Schülern als außerschulischem Lernort. „Ziel ist es, bereits in Schulen das Bewusstsein für nachhaltiges Denken und Handeln zu stärken“, so Sabine Loos, Hauptgeschäftsführerin der Westfalenhallen Unternehmensgruppe. Die Messe setzt sich deshalb dafür ein, junge engagierte Köpfe in die gesellschaftliche Debatte rund um die Themen Klima- und Umweltschutz sowie Fairen Handel einzubinden, das nächste Mal vom 27. bis 30. August 2020.
          
     
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Nicht wegwerfen, sondern reparieren. Wie das geht, lässt sich auf fairen Messen erfahren.
FOTO: MESSE STUTTGART

Doch es sind nicht nur die großen, zentralen Bühnen, auf denen das Thema Nachhaltigkeit vorangetrieben wird. Parallel dazu haben sich eine Reihe kleinerer Formate etabliert, die an mehreren Orten der Republik Station machen. Darunter der Heldenmarkt, der seine Anfänge in einer persönlichen Begebenheit genommen hat: Lovis Willenberg wollte einen Turnschuh erwerben, der fast vollständig aus Recyclingstoffen besteht. Als er feststellte, dass dieser in Deutschland nicht vertrieben wurde, nahm er das über seinen Plattenladen in Berlin- Prenzlauer Berg selbst in die Hand. Das funktionierte und war für den Unternehmer eine Initialzündung, sich auf die Suche nach weiteren nachhaltigen Produkten zu machen. Schnell war die Idee geboren, eine Plattform zu schaffen, auf der Produzenten ihre umweltfreundlichen und unter fairen Bedingungen produzierten Waren einer breiten Öffentlichkeit präsentieren können. 2010 ging die Erstveranstaltung des Heldenmarkts unter der Ägide von Forum Futura, Berlin, im Berliner Postbahnhof an den Start. Mittlerweile ist das Format in die Station Berlin umgesiedelt und bietet über 180 Ausstellern den Rahmen, sich rund 10.000 Besuchern zu präsentieren. Das einst zarte Pflänzchen hat kräftig ausgetrieben und Ableger gebildet. Sieben Standorte stehen für 2020 auf der Liste: Hamburg (25. bis 26. Januar), Dortmund (22. bis 23. Februar), München (28. bis 29. März), Stuttgart (3. bis 4. Oktober), Hannover (17. bis 18. Oktober), Lindau/Bodensee (7. bis 8. November) und Berlin (14. bis 15. November).

Ähnlich umtriebig ist die Fairgoods, die im Doppelpack mit der Veggienale durch Deutschland tourt. Ende 2015 hat Ecoventa, Berlin, das Format ins Leben gerufen, das 2019 in insgesamt acht Städten mit der Messe für pflanzlichen Lebensstil und ökologische Nachhaltigkeit Station macht: Münster, Freiburg, Nürnberg, Hannover, Köln, Frankfurt, Leipzig und Hamburg. Anfang 2020 kommt das Event dann erstmals nach Berlin. Der Nachhaltigkeit geben die Macher nicht nur eine Plattform, sondern leben sie auch im unternehmerischen Alltag. So werden die Veranstaltungen nach dem Prinzip „CO2 vermeiden, reduzieren und kompensieren“ realisiert und ein umweltfreundliches Müllkonzept umgesetzt. Die Auswahl der Materialien für Messebau, Standausstattung, Bühne oder Besucherführung sind auf einen langlebigen, wiederholbaren Einsatz ausgerichtet. Inspiration findet sich so nicht nur an den Ausstellerständen, sondern auch bei der Herangehensweise des Veranstalters.
GWEN KAUFMANN
  
www.biofach.dewww.fair-handeln.comwww.fair-friends.dewww.heldenmarkt.dewww.veggienale.de

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