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FRIDAYS FOR FUTURE

„Make the World GRETA Again!“

Unser Redakteur Christian Funk ist bei einer „Fridays for Future“-Demonstration in Frankfurt mitgelaufen und hat sich mit der Jugend unterhalten.

„W
er nicht hüpft, der ist für Kohle. Hey! Hey!“ Es ist der 29. März und ich bin gerade an der Konstablerwache in Frankfurt, als sich rund 800 Schüler auf ihre „Fridays for Future“-Demonstration einstimmen. Ich will mir selbst vor Ort ein Bild machen und mit den Schülern sprechen. Also verabrede ich mich mit Emil. Er unterstützt die Bewegung aus Überzeugung und ist einer der Organisatoren. Neben regelmäßigen Treffen zur Planung der Routen organisieren sich die Jugendlichen übrigens in WhatsApp-Gruppen. Emil macht einen sehr aufgeräumten Eindruck. „Es ist ja nicht so, dass wir irgendeinem Klima-Schreckgespenst hinterherjagen und wild Panik verbreiten wollen. Es ist wissenschaftlicher Konsens, dass der Klimawandel stattfindet und dafür zum größten Teil der Mensch verantwortlich ist“, sagt der 23-jährige Musik-Student. „Unserer Meinung nach ist das ein gravierendes Problem, gegen das nichts oder zu wenig getan wird. Die Politik verspricht unentwegt, sich für Klimaschutz einzusetzen, aber am Ende werden doch immer wieder andere Interessen vorgeschoben – politische Versprechen müssen endlich eingehalten werden! Deswegen sind wir hier und wollen etwas bewegen.“ Bevor die Menge startet, gehen die Organisatoren auf dem Platz das kleine Demo-Einmaleins durch, wie man sich zu verhalten hat oder was gesungen wird. Danach starten die Schüler zum Günthersburgpark. Auf Schildern prangen Sprüche wie „Wenn das Klima eine Bank wäre, ihr hättet es schon längst gerettet“, „Früher war der Fisch in der Packung, heute ist die Packung im Fisch“ oder „Make the World GRETA Again“. Auf Kreuzungen bleiben sie stehen, skandieren „Hoch mit dem Klimaschutz, runter mit der Kohle“ und fordern andere Schüler auf, sich einzureihen. Begleitet werden sie von Streikordnern, Eltern und Organisatoren wie Helena, Luca oder eben Emil. „Würden die Streiks nicht während der Schulzeit stattfinden, hätten wir nicht diese Aufmerksamkeit“, ist er überzeugt. Über Schulschwänz-Kritiken kann er ohnehin nur noch schmunzeln. „Das ist ein Mittel dazu, vom Thema abzulenken, aber davon lassen wir uns nicht abbringen. Wir gehen weiterhin auf die Straße, benennen das Problem und fordern Politik und Wirtschaft zum Handeln auf. Ganz unabhängig von ,Aber denkt an Eure Zukunft‘-Argumenten. Gerade deswegen sind wir ja auf der Straße.“ Nach einer Abschlusskundgebung im Günthersburgpark löst sich die Menge auf – ohne Müll zu hinterlassen. Ich spreche Hannah an. Sie ist zwölf Jahre alt und „voll erschöpft“, wie sie mir heiser verrät. Sie war mit einigen Klassenkameraden und zwei Müttern das erste Mal dabei und will es auch wieder machen. „Nicht jede Woche, aber wir wollen das wieder machen, bis wir ernst genommen werden.“
CHRISTIAN FUNK
                
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Fridays for Future in Frankfurt: Von der Konstablerwache starten rund 800 Schüler in Richtung Günthersburgpark. 
FOTO: TW TAGUNGSWIRTSCHAFT, CHRISTIAN FUNK

CHRISTIAN FUNK

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Als tw-Redakteur probiere ich in dieser Rubrik neue Formate oder Technologien aus und berichte von meinen Erfahrungen. Soll ich für Sie auch einmal etwas testen? Gerne. Ideen und Wünsche bitte an:
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„,Denkt an eure Zukunft‘? Gerade deswegen sind wir ja auf der Straße.“
Emil,
Fridays for Future
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