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TECHNOLOGIE

#Hotel-Helden

Neben den gängigen Buchungsportalen für Tagungen entwickeln die Hotelketten eigene Lösungen. Nicht nur. Armbänder als Türöffner oder SuitePads zur Regulierung der Raumtemperatur: die Digitalisierung ist zu Gast.

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eliá Hotels tüftelt gerade mit Oracle an den “Meliá Hotels Bracelets”. Auf Bluetooth-Technologie basierend soll das Armband den Zimmerschlüssel ersetzen, indem die Gäste es an das Türschloss halten. Darüberhinaus kann mit ihm bezahlt werden, etwa im Restaurant oder im Spa. Im NH Collection Madrid Eurobuilding und NH Collection Berlin Mitte eröffnen derweil die „Mood Rooms“ neue Gästeerlebnisse. Via Tablet lassen sich Licht und Musik, Heizung und Klimaanlage steuern. Nicht nur bei der Ausstattung von Zimmern und Tagungsräumen halten neue Technologien Einzug bei NH Hoteles, sondern auch bei der Vermarktung der Tagungsangebote. Das „NH Meetings & Instant Booking Tool“ ermöglicht eine direkte Buchung und sichere Bezahlung. Online und in Echtzeit sind bis zu zwei Tagungsräume à 50 Personen sowie Zimmer für ab neun bis zwanzig Gäste buchbar. Veranstaltungstechnik und Bankettservices können hinzugefügt, Preise und detaillierte Informationen abgerufen werden. Ein Preisvergleich mehrerer Hotels und die Möglichkeit einer sofortigen oder späteren Bezahlung können ebenfalls ausgewählt werden. Ist die Buchung abgeschlossen, erhält der Kunde eine Bestätigung per E-Mail.

„Durch das ‚M&E Instant Booking Tool‘ verfügen wir über eine weitere Möglichkeit, unsere Kunden bei der Organisation ihrer Veranstaltung zu unterstützen. Zusätzlich zu unseren traditionellen Buchungskanälen können unsere Kunden nun diese innovative Lösung nutzen und damit eine Buchung und Bezahlung ihrer Veranstaltung in weniger als fünf Minuten abwickeln“, erklärt Rufino Pérez Fernández, Chief Operations Officer und Global Transformation Leader der NH Hotel Group. Die Hotelgruppe kommt auf 400 Hotels und 60.000 Zimmern in 30 Ländern.
                 
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Das NH Meetings & Instant Booking Tool ermöglicht die direkte Buchung. 
FOTO: NH HOTEL GROUP

Mit einfacher und intuitiver Bedienbarkeit wirbt die Website meetings.accorhotels.com. „Der Tagungskunde kann hier sämtliche Tagungskonzepte und Angebote finden und die Online-Verfügbarkeit in über 2.400 Tagungshotels von der Economy-, über Midscale- und Premium- bis zur Luxuskategorie prüfen“, sagt Markus Brodmann, Direktor Meetings & Events bei Accor Hotels. Veranstaltungsplaner können nach Größe, Lage und Ausstattung selektieren, die Angebote vergleichen und per Request-for-Proposal (RFP) online in Hotels anfragen. „Zudem haben wir einen „My Venue Finder“ entwickelt“, sagt Brodmann. Potentielle Kunden können nach Land, Anzahl der Teilnehmer, der benötigten Zimmer und Tagungsräume, gewünschter Bestuhlung gewünschter Bestuhlung, nach Veranstaltungsart, Hotelkategorie und Flughafennähe selektieren. Mitglieder des Bonusprogrammes „Le-Club AccorHotels- Meeting-Planner“ sammeln für jede gebuchte Business-Gruppe Treuepunkte.

Doch bringt die neue Technologie auch neue Herausforderungen mit sich. „Zu den größten Herausforderungen zählt aktuell die steigende Anzahl der RFPs unter anderem über externe Tagungsportale. Wo vor einigen Jahren in einem RFP beispielsweise nur ein bis drei Hotels angefragt wurden, sind es heute neun bis zehn. Das verringert aus Hotelsicht natürlich die Chancen, den Auftrag zu erhalten“, erklärt Brodmann. Er ergänzt: „Auch das Optionshandling ist für Tagungshotels ein wichtiger Faktor. Häufig werden Kapazitäten längerfristig geblockt bzw. Optionen verschoben, ohne, dass der Auftrag am Ende tatsächlich realisiert wird.“

Während Online-Zimmerbuchungen längst gang und gäbe sind, werden Veranstaltungen, auch kleinere Meetings, bei H-Hotels oft noch direkt angefragt. „Wir entwickeln derzeit einen Online-Prozess für eine einfache und unbürokratische Buchung von Veranstaltungen“, so Uwe Krohn, Senior Vice President Sales der H-Hotels AG. Seine Gäste nutzen gerne den Online-Check-in, der längst in seinen Hotels möglich ist. Ein intelligentes Raum-Management-System für die Licht- und Klimasteuerung ist zudem in den meisten seiner Hotels Standard.“
               


Neuentwicklungen wie die Steuerung von Licht, Heizung und Klimaanlage per Tablet beobachtet Andreas Neudahm genau. „Das ist die Technik, die alle bereits im privaten Bereich nutzen, welche nun auch Einzug in die Hotellerie hält und immer mehr zu einer Selbstverständlichkeit wird“, befindet der Hotel Interior Designer der Leonardo Hotels. Er ist jedoch ein Freund davon, Entwicklungen wie diese genau zu beobachten, da sich die Technik rasant weiter entwickelt und das Interesse an ihr ebenso schnell verloren geht. „Meine Präferenz in unseren Hotels ist, dass der Gast eine einfache Bedienung vorfindet, da unsere Gäste aus allen Altersgruppen und vielen Nationen kommen und für den Kurzaufenthalt in City Business Hotels nicht erst einmal eine Gebrauchsanweisung lesen sollen und wollen.“

Bei Dorint Hotels & Resorts ist mit den „SuitePads“, der digitalen Gästemappe, die Digitalisierung eingezogen. Der Kunde findet auf den Tablets alle Informationen zum Hotel und seinem Meeting und kann mit den Mitarbeitern, den „#HotelHelden“, Kontakt aufnehmen, um z.B. einen Tisch im Restaurant zu buchen. Um sich Hotelbesichtigungen im ersten Schritt zu sparen, sehen sich immer mehr Planer die „digitalen Tagungsräume“ an. Möglich ist das bereits im Dorint Oberursel, weitere Hotels sollen folgen. Auf dorint-tagung.com können in allen bald 60 Häusern Meetings bis 25 Personen gebucht werden, ein Live Chat steht zur Verfügung. Für Dorint wie für die anderen Hoteliers gilt: Bei aller Digitalisierung steht der Mensch im Mittelpunkt – als Gast oder Mitarbeiter.
KERSTIN WÜNSCH
„Zu den größten Herausforderungen zählt die steigende Anzahl der RFPs.“
Markus Brodmann,
Direktor Meetings & Events bei Accor Hotels
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