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TAGUNGSHOTELS

„Business Playground“

Neue Hotelkonzepte lassen die öffentlichen Räume größer und die Zimmer kleiner werden. „City Lovers“, beschreibbare Wände und Schaukelpferde – die Hoteliers lassen sich etwas einfallen, ohne zu vergessen, dass es bei Konferenzen um Planbarkeit und optimalen Service geht.

„O
b Subkultur, Kiezszene oder urbane Kunst – jede Stadt hat ihren ganz besonderen Spirit. NYX Hotels fangen diesen Lifestyle ein und machen ihn durch aufstrebende lokale Künstler der Street-, Video- und Contemporary Art erlebbar. So wird jedes Haus zum Bestandteil der regionalen Kreativszene“, beschreibt Sandra Dreher, Vice President Sales & Marketing Leonardo Hotels Europe ihre neue Lifestyle-Marke. Der Mix aus Design und Kunst, aus „urbanem Chic und Coolness“ ist das eine Markenzeichen, die Gast-Beziehung durch die Mitarbeiter, hier „City Lovers“, das andere: Locals, die ihre Stadt mit Leidenschaft erleben und ihren Gästen Insidertipps geben. Nach Eröffnungen wie in Mailand, Madrid, Prag, München und Tel Aviv folgen dieses Jahr Bilbao und nächstes Jahr Hamburg und Warschau.
       
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Kindergeburtstag? Eben nicht. Das ist ein Functionroom im neuen NYX Hotel in Mannheim. 
FOTO: LEONARDO HOTELS

Zeitgeist-Themen und Trends wie Community Building oder Co-Working beschäftigen auch Andreas Neudahm, Hotel Interior Designer der Leonardo Hotels. „Business Corners haben einen neuen Namen, sie werden jetzt Co-Working-Spaces genannt“, befindet er. Für ihn zählt eine wohnliche und kommunikative Lobby seit jeher zu den wichtigsten Elementen. Für ihn ist es selbstverständlich, dass er Räume schafft, wo Menschen sich gerne treffen, austauschen und arbeiten. Neudahm: „Es ist ein wachsender Markt, dass Menschen Hotels nicht nur zur Übernachtung nutzen, sondern zu einem Treffpunkt machen und die Lobby als Arbeitsplatz einnehmen.“

Auf diese Entwicklung reagieren auch Pullman Hotels & Resorts von Accor Hotels. Das neue Lobby- Konzept „Junction!“ öffnet den Raum und verwandelt die Lobby in einen trendigen Ort zum Arbeiten oder Treffen mit Kollegen, Freunden oder Reisenden. Nach der Einführung im asiatisch-pazifischen Raum feiert „Junction!“ sein Europa-Debüt im Pullman Paris Centre-Bercy. Gleichzeitig wird an den Tagungsräumlichkeiten gearbeitet, etwa im Mövenpick Hotel Stuttgart Messe & Congress, das 2019 eröffnet. Durch flexible Wände lassen sich die Tagungsräume teilen oder verbinden. Ein Beispiel ist der Workshop- Raum „Piz Palü“. Das moderne Arbeitsumfeld bietet auf 26 qm beschreibbare Wände, ClickShare-Technologie und eine ausgefallene Einrichtung, etwa ein Schaukelpferd für Erwachsene.


Mit seinem Meeting-Konzept „Business Playground“ bricht Pullman mit den Konventionen von klassischen Konferenzräumen und regt die Kreativität an: Der Arbeitstisch, hier „Poker Table“, macht mit „Tool Boxes“ neugierig, die „Curiosity Boxes“ an der Wand öffnen den Blick für Neues und die „Canopy Break Zone“ hilft beim Abschalten. Ein „Business Playground Welcomer“ ist zu Diensten. In Zusammenarbeit mit dem Designer Mathieu Lehanneur entwickelt, wird das Konzept im Pullman Berlin Schweizerhof umgesetzt, im Pullman London St. Pancras, Pullman Roissy CDG-Airport, Pullman Paris Montparnasse und Pullman Tour Eiffel.

Im Wettbewerb um neue Konzepte setzt die Radisson Hotel Group nach Radisson Blu auf Radisson Red. Die neue Lifestyle-Marke ist bereits in Brüssel, Glasgow und Kapstadt zu Hause und bald in 14 Städten wie Aarhus, Krakau, Liverpool, Oslo, Reykjavik und Warschau. Das Radisson Red Wien wird 2021 das deutschsprachige Debüt sein und 179 Zimmer mit 22 qm haben. In Deutschland sucht Radisson Red noch nach Standorten. Die Zimmer im Industrial Style der neuen Generation werden zu Gunsten von öffentlichem Bereich und Lobby verkleinert. „Ein Radisson Red ist schlank zu führen, von der Gesamtfläche entfallen rund 80 Prozent auf Bereiche für den Gast, 20 Prozent auf den Bereich Back of the House“, informiert Robert van der Graaf, Senior Director Business Development bei der Radisson Hotel Group.

Mit dem Meeting-Konzept „Business Playground“ bricht Pullman mit den Konventionen von klassischen Konferenzräumen und regt die Kreativität an.
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Der Arbeitstisch, hier „Poker Table“, im Hotel Pullman London St. Pancras. 
FOTO: ACCOR HOTELS, DIDIER DELMAS

Nach dem Motto „Vom Meeting- zum Showroom“ soll die Lobby in Radisson-Blu-Häusern Auto-Präsentationen dienen. Befahrbare Beispiele sind Amsterdam, Berlin, Frankfurt, Köln und Zürich Airport. „Nach dem Re-Design der Radisson Blu Hotels in Köln und Frankfurt fokussieren wir stark auf Car- Präsentationen“, bekräftigt Martin Melzer, Area Director PR and Communication, Central & Southern Europe. 2019 stellt sich die Radisson Hotel Group auf ein erfolgreiches Jahr ein, zu dem das MICE-Geschäft erheblich beiträgt. Hier erwartet die Hotelgruppe weiterhin einen positiven Verlauf und eine gesteigerte Nachfrage und schafft an den Radisson- Blu-Standorten in Köln und Frankfurt zusätzliche Meeting- und Event-Flächen. Aktionen in den Hotels in Köln, Frankfurt, Berlin und Zürich Airport wie das „Free Upgrade“ begleiten das: Ab einem Umsatz von 100.000 Euro erfolgt ein Upgrade auf die nächsthöhere Tagungspauschale.

„Lobby Alive“ heißt das neue Konzept der NH Hoteles. „Viel Licht, viel Leben – das bieten wir in unseren Konferenzräumen und das wollen wir auch in den Lobbybereich holen, damit sich die Kunden in einer netten Networking Runde zusammen finden können“, berichtet Susan Pachal, Director of Sales, Meetings & Events bei NH Hoteles Deutschland. Entsprechend großzügig wird das neue nhow Amsterdam RAI mit 650 Zimmern ausfallen, das im ersten Quartal 2020 neben der Messe RAI Amsterdam eröffnet. Das Prestigeobjekt ist mit 91 Metern ist der höchste Hotelneubau in Benelux. Das nhow Amsterdam RAI zählt zur Markenfamilie „disruptiver und außergewöhnlicher Design-und Lifestylehotels“, die wachsen soll. Eine Herausforderung sieht Pachal in den steigenden Anforderungen. „Veranstalter wollen immer mehr haben für ein schmales Budget.“ Sie gibt die Problematik der Kundentreue zu bedenken: „Die Kunden schauen und vergleichen sehr viel und gehen stark nach dem Preis. Der Wettbewerb ist schon sehr stark und die Kundenbindung daher eine große Herausforderung.“
           

FUTUREHOTEL – TRENDS IM TAGUNGSBEREICH

Der Co-Working-Space im Hotel Schani in Wien. Das Haus ist Partner im FutureHotel-Netzwerk.FOTO: HOTEL SCHANI
Der Co-Working-Space im Hotel Schani in Wien. Das Haus ist Partner im FutureHotel-Netzwerk.
FOTO: HOTEL SCHANI
Das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO betrachtet im Innovationsnetzwerk „FutureHotel“ Trends und Innovationen in der Hotellerie und die Arbeitsmöglichkeiten für Gäste in Tagungsbereichen, Besprechungsräumen und Co-Working-Spaces.

Technologien und Digitalisierung: Tagungsräume sollten mit aktueller Technik ausgestattet sein. Dazu zählen ausreichend Steckdosen für die Teilnehmer. Entweder sollte eine Beamer-Technik berücksichtigt werden gegebenenfalls mit der Möglichkeit für „Multiscreens“ oder großformatige und hochauflösende Displays. Die Nutzung der Präsentationstechnik sollte für den Gast einfach sein, seine Laptops, Tablets oder Smartphones sich intuitiv mit der Präsentationstechnik verbinden lassen. Standard sollte ein kabelloser Internetzugang mit ausreichend Bandbreite für Up- und Downloads sein, um z.B. Filme aus dem Internet zu zeigen. Digitale Lösungen sollten die Soundtechnik sowie die Vernetzung der Medientechnik mit der Gebäudetechnik beinhalten, um beispielsweise im Präsentationsmodus das Licht zu dimmen. LED-basierte Beleuchtungssysteme unterstützen neben dem Wohlbefinden der Gäste die Kreativität und Aufmerksamkeit.

Nutzungsformate und Raumbedarfe: Auf der Grundlage umweltpsychologischer Forschung zur Gestaltung von Lernumgebungen und -situationen wird zunehmend auf „Frontalbeschallung“ verzichtet zu Gunsten interaktiver Tagungsformate und der Einbindung von Teilnehmern. Damit geht ein Wechsel verschiedener Räumen einher. Häufig findet eine inhaltliche Einführung im Seminarformat statt, gefolgt von Kreativsessions in Kleingruppen. Die unterschiedlichen Nutzungsformate erfordern eine flexible Möblierung und eine Vielfalt an Möbeln. In einem Seminarraum sind unterschiedlich möblierte Raumzonen denkbar. Der Trend zum Wohnumfeld in Arbeitsumgebungen hält Einzug in die Tagungsbereiche. Gemütliche Couches, Bilder, Pflanzen und eine atmosphärische Beleuchtung unterstützen das Wohlbefinden. Für kreative Kleingruppenarbeit, konzentrierte Einzelarbeit oder den Gedankenaustausch eignen sich Co-Working-Spaces, z.B. in der Lobby mit Bar.
DR.-ING. VANESSA BORKMANN
              
www.futurehotel.de
                     


„In den Gesprächen mit unseren Kunden werden immer wieder die gleichen Vorzüge genannt: vielfältige Veranstaltungskapazitäten, Räume mit Tageslicht, flexible Gestaltungsmöglichkeiten, gute Erreichbarkeit“, erzählt Oliver Kühlmann, stellvertretender Direktor Vertrieb Deutschland bei Maritim Hotels. Seit 50 Jahren bewährt sich das Konzept „Tagen und Wohnen unter einem Dach“. Das bundesweite Verkäuferteam und das Maritim Service Center Verkauf sind erfahren in der Veranstaltungsorganisation. Ab dem Zeitpunkt der Buchung steht eine Ansprechperson im Hotel zur Seite. Kühlmann: „Nach der Veranstaltung laden wir zu einem Feedback- Gespräch ein. Es ist uns wichtig zu erfahren, ob der Kunde mit der Veranstaltung und unserer Leistung zufrieden ist, und wir nehmen gerne Anregungen entgegen.“ Und Maritim geht noch einen Schritt weiter: Falls wir einen Buchungswunsch nicht realisieren können, holen wir mit „MICE Management by Maritim“ Angebote bei anderen Hotels anderer Unternehmen oder Dienstleistern ein“, versichert er.

Während Veranstaltungsplaner meist nach Beamer, Leinwand und einfachen Beschallungssystemen fragen, wünschen sich die Teilnehmer vermehrt nachhaltige Speisen. Diesem Wunsch kommt die „Green-Meeting-Pauschale“ entgegen. Bereits 2010 haben die Maritim Hotels ein „ProUmwelt“-Programm eingeführt und sich zu nachhaltigem Wirtschaften verpflichtet. Für „grüne“ Tagungen werden wiederverwertbare Schreibunterlagen eingedeckt, FSC-zertifizierte Tagungsblöcke und ökologisch abbaubare Kugelschreiber. Specials gibt es immer wieder und aktuell das „JubelAngebot“ zu 50 Jahre Maritim. Zur Ganztags-Tagungspauschale gibt es zur Kaffeepause den Geburtstagskuchen gratis und eine Ersparnis von 3,50 Euro pro Gast.
                  

Dieses Jahr feiert auch Dorint Hotels & Resorts: Zum 60. Geburtstag gibt es das Dorint Tagungsangebot für 60 Euro pro Person und Tag. Wie in anderen Hotels nimmt Dorint den Wunsch nach aktiven Konferenzformaten und gesunden Kaffeepausen wahr. Alternative Sitzmöbel in den Räumen wie Wellness-Bälle, Lockerungsübungen und Yoga-Kurse sorgen für aktive Kaffeepausen. Die Küchenteams machen ihrerseits innovative wie vitale Angebote – Überraschungen bei den Kaffeepausen inklusive: Neben einer Auswahl frisch zubereiteter Smoothies oder der Crêpe-Station erfreuen sich die Gäste an der Candy-Bar. In vielen Häusern können Gäste in der „Open Kitchen“ bei der Zubereitung ihrer Speisen zusehen.

Auf diese Art gelebter Gemeinschaft setzt die neue Mittelklasse-Hotelmarke „Essential by Dorint“ und sucht zudem die lokale Anbindung, damit das Haus zum Treffpunkt wird. Im Mai wird es das erste Haus geben. Derweil beginnen im Dorint Sanssouci Berlin Potsdam die Umbauarbeiten, um einen Tagungsraum in einen „Creative Space“ zu verwandeln.


   
Da wo es auf Grund der Fläche möglich ist, haben wir Co-Working-Spaces geschaffen oder richten diese noch ein“, sagt Uwe Krohn, Senior Vice President Sales der H-Hotels AG. Die Nachfrage nicht nur der Millennials nach bezahlbaren Lifestyle-Hotels kommt er mit der neuen Marke „H.ostels“ nach. Das erste Haus eröffnete Ende 2018 in Münster. „Es ist ein neues stylish-cooles Hostel-Konzept, das von den Gästen sehr gut angenommen wird“, erzählt Krohn. Für Tagungen bietet H-Hotels 70 moderne Businesshotels und beobachtet ebenfalls das Wachsen des MICE-Geschäftes. „Für wichtige Veranstaltungen, insbesondere mit Repräsentationscharakter, stehen die entsprechenden Budgets zur Verfügung.“ Beim „Brot-und-Butter-Geschäft“ wie Fortbildungen würden die Budgets nur marginal angepasst. Die H-Hotels bieten hier Promotions in bestimmten Hotels und Zeiträumen. Immerwährend ist der Frühbucherrabatt: Bei einem Vorlauf von mehr als drei Monaten werden zehn Prozent gewährt.

Gefragt sind nachhaltige F&B-Angebote und Krohn freut sich über das Ergebnis der Umfrage von „Deutschland Test“ im März, in der die Verbraucher die H-Hotels für ihr nachhaltiges Engagement zum Testsieger küren. Durch angepasste Prozesse in Lager und Produktion reduzierte H-Hotels die Lebensmittelabfälle um 30 Prozent. Als Mitglied im Verein „United Against Waste“ beteiligt sich H-Hotels am „Dialogforum zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen in der Außer-Haus-Versorgung“, durchgeführt vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und dem WWF. Nach Krohns Ansicht haben sich die Ansprüche der Planer nicht grundlegend geändert, sie werden nur viel deutlicher eingefordert. „Veranstaltungsplaner erwarten eine professionelle Abwicklung, aussagekräftige Angebote, kompetente Ansprechpartner und faire Rahmenbedingen.“ Viel kritischer sind Teilnehmer geworden. „Sie nehmen das Hotel ganzheitlich unter die Lupe.“ Allen gleich ist der Wunsch nach einem funktionierenden WLAN, Sauberkeit und ein hoher Schlafkomfort und beim Veranstaltungsraum ein angenehmes Raumklima.
                        

Sandra Dreher von Leonardo Hotels stimmt zu: „Tagungskunden erwarten in erster Linie Verlässlichkeit, Planbarkeit und optimalen Service. Dies garantieren wir mit unseren Teams und einer 100- prozentigen Service-Orientierung“.
KERSTIN WÜNSCH
„Die Ansprüche der Planer haben sich nicht grundlegend geändert, sie werden nur viel deutlicher eingefordert.“
Uwe Krohn,
Senior Vice President Sales H-Hotels AG
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