Eine Ausstellung in den Emirates Towers verdeutlicht die Strategie des Gücklichseins und wie das auf die Ökonomie wirkt. 
Eine Ausstellung in den Emirates Towers verdeutlicht die Strategie des Gücklichseins und wie das auf die Ökonomie wirkt. 

SMART CITY 

Ein vernetztes Dubai für ein glückliches, digitales Leben

Es gibt es eine Menge Möglichkeiten, mit Daten das Leben von Menschen in der Stadt zu vereinfachen. Insbesondere in Mega-Städten wie Dubai können Daten für eine bessere Verkehrsführung sorgen oder die Energieversorgung optimieren. Die Smart City sorgt mit vernetzter IT („smart IT“) für ein besseres Leben. Wo gute Daten vorliegen, lässt sich leichter sagen, wo man den nächsten Supermarkt oder eine Kita braucht. IT kann das ganz alltägliche Chaos pulsierender Städte bekämpfen.

I
n Dubai laufen nach Auskunft des Wirtschaftsministeriums 100 Smart-City-Initiativen und bereits 1.000 Smart Services. Zu den Schlüsselthemen der Smart-Initiativen gehören neben intelligenten Technologien unter anderem Nachhaltigkeit, Innovation und Glücklichsein („Happiness“). Schon heute sind viele öffentliche Dienste online erreichbar und auch die Stromrechnung kommt aufs Handy. Ein Open-Data-Komitee will die Flut der Informationen öffentlich zugänglich machen und Innovationen fördern. Die vorhandenen E-Services sollen smart, also untereinander vernetzt, flexibler und noch schneller werden. Überhaupt eine Behörde besuchen zu müssen, soll für den Bewohner Dubais auf das absolute Minimum reduziert werden. Bereits jetzt kommt die Stromrechnung ebenso aufs Handy wie der Strafzettel für zu schnelles Fahren. Bezahlt werden kann 24 Stunden lang, flexibel und schnell über verschiedene Kanäle - sei es über die App der Polizei Dubai oder des Stromversorgers DEWA, an Tankstellen und an Automaten in Einkaufszentren oder traditionell bar in der jeweiligen Außenstelle der Behörde und per Überweisung. Die Stadt lancierte zudem die Zahlungsapplikation Mypay, um Zahlungen per Smartphone an öffentliche Einrichtungen einfacher und sicherer zu machen. Smart sind auch die Parkuhren. Diese können mit Münzen, der Metrokarte, per SMS oder über elektronische Zahlungsströme mittels Smart Parking App gefüttert werden. Wer sein Mobiltelefon nutzt, wird vor Ablauf des Tickets benachrichtigt und kann nachlösen. Die Park-App kann sogar freie Parkplätze anzeigen. Noch ist diese Funktion aber auf wenige Straßen beschränkt, wird aber ausgebaut.

Kaum eine Straße oder ein öffentlicher Bereich, der nicht kameraüberwacht wird. Polizei und Feuerwehr setzen Drohnen ein, um die Lage zu sondieren oder beispielsweise bei einem Brand mit Eingeschlossenen Kontakt zu halten Polizeidrohnen überfliegen Industriegebiete, um falsch gelagerte Waren aufzuspüren. 

Der Flughafen von Dubai will in den nächsten Monaten ausprobieren, wie eine automatische Einreise funktionieren könnte. Steigt der Passagier aus dem Flieger, geht er flugs zum Kofferband und gelangt dann ohne Stopp zu seinem Transfer – ohne Einreise-Kontrolle. Die hat vorher schon elektronisch stattgefunden. Vor dem Start, schon beim Check-in, werden per Gesichtserkennung biometrische Daten errechnet, Fingerabdrücke genommen sowie die Iris gescannt. Nach dem Flug, während des Gangs zur Gepäckausgabe, hat der Rechner von Dubai International Airports (DXB) den Fluggast per Gesichtserkennung identifiziert. Er vergleicht die Daten des gerade aufgenommenen Bildes mit denen in einem digitalen Pass auf dem Smart Phone. Mit diesem Smart-Phone-Pass „Emirates Smart Wallet“ sammelt DXB schon seit Anfang des Jahres Erfahrungen. Auch beim Zoll kommt intelligente Technik zum Zuge. Bei den World Ideas Award 2016 in Frankfurt wurde eine virtuelle Zollbeamtin aus Dubai ausgezeichnet. Die Dame mit künstlicher Intelligenz soll internationalen Handel erleichtern, in dem Verwaltungsvorgänge bei der Ein- und Ausfuhr von Fracht automatisiert werden.

Das Internet der Dinge soll Dubai zu einer der am meisten vernetzten und nachhaltigsten Städte der Welt machen. Dabei wird dann möglichst viel smart werden: „smart life, smart transportation, smart society, smart economy, smart governance and smart environment“. Der Herrscher von Dubai, seine Hoheit Mohammed bin Rashid Al Maktoum, will sein Volk glücklich sehen. Damit wird es auch innovativer und produktiver, meint er. Die gesamte Politik und Verwaltung soll aufs Glücklicherwerden ausgerichtet sein. Auch die Konsumenten sollen glücklich sein, die Stadtverwaltung hat das Glück der Bewohner zum Kern ihrer Politik ausgerufen. Für die Angestellten der Stadtwerke wurden "Zufriedenheitsräte" eingerichtet. Sogar Umfragen zum Glück laufen, an denen die Angestellten teilnehmen.

Außenansicht eines Büros, das ein High-Tec-3-D-Drucker ausspuckte

Die Regierung von Dubai will auch die erste der Welt sein, die bis zum Jahr 2020 Regierungs- und Wirtschaftshandeln in der Blockchain abbilden will (Siehe Kasten). Dazu hatte das Emirat schon zahlreiche kleine Unternehmen aus Europa und den USA eingeladen, die sich mit der Blogchain beschäftigen. Die Regierung hatte den Unternehmen sogar Übernachtungen und Flüge nach Dubai spendiert, um sich mit ihnen über die Blogchain austauschen zu können.

Chatbots sind Computerprogramme, mit denen kommuniziert werden kann. Schon jetzt hat Dubai einen Chatbot für Firmengründer. Der virtuelle Butler heißt Saad und ist darauf trainiert worden, Firmengründern bei der Bewältigung von Registrierungs- und Verwaltungsvorgängen zu helfen. Saad kann auch Firmengründern aus Deutschland helfen; wer Fragen hat, der gibt in Google einfach Saad und Watson ein. Watson ist die dahinter liegende Technologe des US-IT-Konzerns IBM.

Intelligent ist auch das erste Fußgänger-Steuersystem der Welt. Auf der Al Saadah Street in Dubai messen Sensoren die Fußgänger-Ströme. Wenn genügend Menschen unterwegs sind, gewährt ihnen das System Vortritt auf die Straßen und damit eine Art grüne Welle.

Das erste Büro, das in einem 3-D-Drucker gedruckt wurde, steht in Dubai. Der Prototyp wurde in 17 Tagen von einem 3-D-Drucker ausgespuckt, der sechs Meter hoch, 37 Meter lang und zwölf Meter tief war. Doch das ist nur der Anfang. Demnächst soll ein ganzes Gebäude im 3-D-Druckverfahren entstehen. Das Gebäude wird in der Nähe des „Museums der Zukunft" liegen, mit dessen Bau Anfang des Jahres in Dubai begonnen wurde, und soll dessen Belegschaft als vorübergehender Hauptsitz dienen. Es wird rund 185 Quadratmeter groß sein und von dem Riesen-Drucker schichtweise ausgedruckt und anschließend vor Ort innerhalb weniger Wochen zusammengebaut werden. Mobiliar, Details der Innenausstattung sowie Strukturbauteile werden ebenfalls komplett im 3-D-Druckverfahren hergestellt.

REVOLUTIONÄRE IT 

Die Blockchain ist eine auf mehrere Rechner verteilte Datenbank, die eigens für die 2008 gestartete Internetwährung Bitcoin entwickelt wurde. Sie sorgt durch dauerhafte Verkettung dafür, dass Millionen von Transaktionen der virtuellen Währung zuverlässig, für jeden transparent und praktisch ohne Betrugsrisiko ablaufen. Einträge können nachträglich weder gelöscht noch verändert werden. Das schafft Vertrauen. Blockchain ist also ein dezentrales Protokoll für Transaktionen zwischen Parteien, das jede Veränderung transparent erfasst. Es gibt niemanden, dem dieses Protokoll gehört. Keine Behörde, Unternehmen oder Person hat Macht über dieses Journal. Jeder Teilnehmer hat die gleichen Zugriffsrechte und Möglichkeiten. Der Schutz vor Manipulation ist nur dann in Gefahr, wenn ein Angreifer mehr als 50 Prozent des gesamten Netzes innehat. In einem dezentralen System, wie es Blockchain ist, gibt es keinen zentralen Verwalter mehr, der sagt, was richtig und was falsch ist. Diese Eigenschaften haben einen regelrechten Hype um die Blockchain entfacht. Mit großen Visionen: Geld könnte künftig ohne die Hilfe von Banken um die Welt geschickt werden, Grundbücher rechtssicher geführt werden, ohne dass man dazu Notare bräuchte.
Eine Ausstellung in den Emirates Towers verdeutlicht die Strategie des Gücklichseins und wie das auf die Ökonomie wirkt.
Eine Ausstellung in den Emirates Towers verdeutlicht die Strategie des Gücklichseins und wie das auf die Ökonomie wirkt.
„Zwar hat Dubai als Smart City schon viel erreicht – viele andere Städte träumen davon, was wir schon längst umgesetzt haben. Aber wir sind erst am Anfang.“ 
 

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