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IINTERVIEW MIT FRANZISKA KRAUSKOPF 

Unsichtbare Assistenten

Franziska Krauskopf, Senior Innovation Advisor beim Trendforschungsunternehmen Trendone über Kommunikation Augmented Reality und Blockchain und darüber, wie viel Technologie Messen und Tagungen vertragen.

m+a/tw: Sie sprachen auf dem Digital Innovation Day in Darmstadt über Immersive Experience oder Remote Workstyle. Befinden wir uns tatsächlich in einer Zeit massiven technologischen Wandels?
Franziska Krauskopf: Die Systeme werden immer komplexer und leistungsfähiger und integrieren sich immer mehr als unsichtbare Assistenten in unseren Alltag. Gerade sehen wir besonders in den Bereichen künstliche Intelligenz und Robotertechnik große Entwicklungen, die sich auf unterschiedlichste Lebensbereiche und natürlich die Arbeitswelt auswirken. Ich denke, dass wir uns gerade in einer Phase befinden, in der in vielen Branchen neue Potenziale durch Technologien entdeckt werden und wir daher einen starken Wandel in der Arbeitswelt sehen.

Wie viel Technologie vertragen Messen und Tagungen?
Meiner Meinung nach sollte bei Messen und Tagungen stets der persönliche Kontakt im Vordergrund stehen, jedoch sollten Technologien gezielt eingesetzt werden, wo sie sinnvoll sind. So können zum Beispiel Prozesse bei der Registrierung beschleunigt, künstliche Assistenten für Live-Übersetzungen eingesetzt werden, oder mobile Lösungen ein einfaches Vernetzen der Teilnehmer unterstützen. Aber auch neue Formate, wie Virtual Reality oder Augmented Reality können gezielt eingesetzt werden, um neue Erlebnisse zu schaffen und so die Aufmerksamkeit zu erhöhen. Eine gute Mischung aus analogen und digitalen Formaten macht eine Veranstaltung nicht nur abwechslungsreicher für die Teilnehmer, sondern ermöglicht es auch räumliche Grenzen zu überschreiten. So können nicht anwesende Personen oder Gegenstände realitätsnah eingebracht werden oder auch die Veranstaltungen von einem anderen Ort verfolgt werden.

Können technologische Tools Veranstaltungen sogar verbessern?
Auf jeden Fall. Sie können Veranstaltungen für den Teilnehmer attraktiver machen, indem zum Beispiel Informationen und Inhalte einfacher zugänglich sind. Gerade auch zur Interaktion mit den Teilnehmern können digitale Systeme einen großen Mehrwert bieten, da man live auf einfache Weise direkt Feedback erfragen kann und so ein direktes Stimmungsbild erhält, was man in die Inhalte einfließen lassen kann.

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Franziska Krauskopf während ihres Vortrags beim Digital Innovation Day des German Convention Bureaus in Darmstadt.
FOTO: GCB
Sie erklärten auf der Konferenz in Darmstadt, das, was sich am meisten verändere, sei die Kommunikation…
... wie (mit LZ) wir im Alltag miteinander kommunizieren und vor allem über welche Kanäle wir dieses tun, kann sich mitunter sehr schnell radikal ändern. Denken wir zum Beispiel an Messenger- Apps, Snap-Chat und Sprachnachrichten. Es ist elementar zu wissen, welche Kommunikationsarten bevorzugt werden, um auch als Veranstalter eine möglichst passende Ansprache zu finden und Formate entsprechend der Bedürfnisse der Teilnehmer anzupassen.

Worauf sollte ich achten, wenn ich ein Event 2017 plane?

Wichtig ist es, dass alle eingesetzten Technologien für den Teilnehmer intuitiv zu bedienen sind, sofern sie mit der Technologie interagieren sollen. Außerdem sollte es natürlich nicht mit digitalen Formaten überladen werden, sondern diese intelligent eingesetzt werden – dort wo je nach Veranstaltungsformat, thematischer Ausrichtung und Zielgruppe ein wirklicher Mehrwert entsteht.

Sie forschen nach Entwicklungen, die sich nachhaltig auf unsere Zukunft auswirken. Wo geht die Reise hin?
Wir beschäftigen uns zur Zeit intensiv mit Blockchain, einer neue dezentrale Software-Architektur, die auch die Grundlage der digitalen Währung Bitcoin ist. Aufgrund ihrer ausgeklügelten Verschlüsselung ist Blockchain dafür geeignet, digitale Transaktionen, Werte oder Informationen zu verzeichnen oder automatisierte Verträge abzuwickeln. Diese Technologie könnte die Finanzindustrie, Liefer- und Logistikketten, aber auch die Energiewirtschaft im Backend umkrempeln und letztendlich auch beim Nutzer in Form von alternativen Währungen ankommen. Darüber hinaus beobachten wir derzeit Voice-First-Systeme wie Amazons Alexa

und wie diese die Customer Journey verändern werden. 2017 wird außerdem ein spannendes Jahr für Mixed Reality Inhalte und Peripheriegeräte wie Steuerungssysteme. Denn jetzt, da die ersten Geräte auf dem Markt sind, entscheidet sich über die Anwendungen und Usability, wer reussiert. 
CHRISTIAN FUNK
 

FUTURE WORK- UND MEETING-SPACE

Nestlé öffnet Competence Center in Frankfurt und setzt für seine Kommunikationsplattform auf Teamarbeit, Erfahrungsaustausch und Kollaboration.

Der Lebensmittel-Konzern Nestlé hat am Standort der Deutschland-Zentrale in Frankfurt ein Competence Center eröffnet, das als Know-how-Plattform für Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner dient. Im neuen dreigeschossigen Gebäude befinden sich Produktverkauf, eine Konferenzebene und eine Multikommunikationsfläche zu Austausch und Teamarbeit. Der Technik-Dienstleister macom hat die Räumlichkeiten inklusiver zahlreicher Multimedia-Exponate mit moderner Präsentations- und Medientechnik konzipiert und geplant. Neben der Mediensteuerung bilden im gesamten Gebäude Multitouch-Displays den hardwareseitigen Großteil. Kernstück des Gebäudes ist der den „Future Work- und Meeting-Space“ im ersten Stock. Der Bereich verfügt über verschiedene digitale Tools für eine kollaborative Zusammenarbeit. Auf drei mobilen Medieneinheiten mit 50-Zoll-Touchscreens ist eine interaktive, multitouchfähige Präsentationslösung mit Content Management- System integriert. Innerhalb der CMS-Plattform lassen sich unterschiedliche Medieninhalte editieren und teilen. Eine weitere interaktive Medienstation im Nestlé Multikommunikationsraumkonzept ist ein 65-Zoll-Multitouchtisch mit integrierter RFID-Erkennung. Innerhalb des Raumparcours rundet eine Social Media-Wall den Kreis der Medienelemente ab.

www.nestle.de/unternehmen/standorte/competence-center
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FOTO: TRENDONE

ZUR PERSON

Franziska Krauskopf arbeitet als Senior Innovation Advisor im Hamburger Büro von Trendone. Sie fokussiert sich in ihrer täglichen Arbeit auf die Konzeption und Durchführung von Workshops und Innovation-Strategie- Projekten sowie die inhaltliche Ausarbeitung von Trendstudien. Sie ist hauptverantwortliche Ansprechpartnerin für die „La Futura“, dem jährlichen Branchentreffen der Zukunfts- und Trendforscher.
www.trendone.com
„Formate den Bedürfnissen der Teilnehmer anpassen.“
Franziska Krauskopf
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