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INCENTIVES & RAHMENPROGRAMME

Dampfmaschine und Opernromantik

Ein attraktives Rahmenprogramm ist das Sahnehäubchen für jeden Kongress und jede Tagung. Als Stadt der Kunst und (Industrie-)Kultur bietet Chemnitz dafür reichlich Auswahl. Und das Beste: Die Highlights sind oft nur einen Katzensprung voneinander entfernt.

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s zischt und dampft, dann öffnet Vorführer Lutz Beyer das Einlassventil und wenig später setzt sich der armdicke, messingfarbene Kolben in Bewegung, treibt das vier Meter hohe Schwungrad an, das über dicke Seile den Generator bewegt, der schließlich eine Glühlampe zum Leuchten bringt – und die Augen der Zuschauer. Eine Vorführung der historischen Dampfmaschine von 1896 gehört zu den absoluten Highlights, die sich im Industriemuseum Chemnitz erleben lassen. Schließlich ist das schwarze Ungetüm eines der letzten seiner Art, das noch regelmäßig in Betrieb genommen wird. Aber auch wer nicht das Glück hat, zu den Schautagen, die etwa einmal im Monat stattfinden, zu kommen, wird vom Museum begeistert sein. Mehr als 1.200 Exponate auf mehr als 4.500 Quadratmetern Ausstellungsfläche illustrieren eindrucksvoll, was in mehr als 200 Jahren Sächsischer Industriegeschichte erfunden, erdacht, entwickelt und erprobt wurde. Die Bandbreite reicht von der Spinnmaschine von 1830, die einst mehr als 150 Spinnerinnen ersetzte, bis zur modernen Karosserieschweißanlage mit Industrierobotern. Zahlreiche Mitmach-Angebote vermitteln neben Wissen auch reichlich Spaß, sodass beim Firmenausflug nicht nur für Team-Bildung, sondern auch für Teambuilding gesorgt ist.

Auch eine historische Dampflok aus dem Fundus des „sächsischen Lokomotivkönigs“ Richard Hartmann ist im Industriemuseum ausgestellt. Wer noch mehr historische Eisenbahnen sehen will, sollte unbedingt einen Besuch im Sächsischen Eisenbahnmuseum einplanen. Es befindet sich auf dem größten, noch voll funktionstüchtigen Bahnbetriebswerk Europas in Chemnitz-Hilbersdorf. In den beiden großen Ringlokschuppen mit ihren 22 Ständen sind 19 Dampfloks und zehn Dieselloks verschiedenster Baureihen zu bewundern. Sowohl Industriemuseum als auch der Schauplatz Eisenbahn Chemnitz-Hilbersdorf werden im kommenden Jahr Ausstellungsorte der Sächsischen Landesausstellung: „Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen“ sein, und es sind einige Sonderausstellungen geplant.
               
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Die Chemnitzer Kunstsammlungen am Theaterplatz umfassen mehr als 60.000 Werke.
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Früher Kaufhaus, jetzt Museum: das SMAC
© Laszlo Farkas
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Auch das Schloßbergmuseum gehört zu den Museen der Chemnitzer Kunstsammlungen.
© D. Hanus

Wer sich nicht nur für das Industriezeitalter interessiert, sondern auch für die 300.000 Jahre davor, ist im Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz (SMAC) genau richtig. Das 2014 eröffnete Museum ist Sachsens erste Dauerausstellung zur Landesarchäologie und bietet auf 3.000 Quadratmetern einen beeindruckenden Einblick in die archäologische und kulturgeschichtliche Entwicklung des Landes. Auf dem Gang durch die drei Ausstellungsetagen durchläuft der Besucher die Jahrtausende wie im Zeitraffer. Zu sehen sind fast 6.000 Exponate, von Bruchstücken des weltberühmten steinernen Waldes, auf dem Chemnitz gründet, bis zur prächtigen Totenkrone, mit der einst unverheiratete Frauen für die letzte Reise vorbereitet wurden.

Ähnlich beeindruckend gestaltet sich ein Besuch der Kunstsammlungen Chemnitz. Das 1909 als König-Albert-Museum am Theaterplatz eröffnete Haus gehört zu den renommiertesten Kunstmuseen Deutschlands. 2010 wurde es vom Internationalen Kunstkritikerverband AICA sogar zum „Museum des Jahres“ gewählt. Zu bewundern sind mehr als 60.000 Werke unterschiedlichster Epochen, darunter die zweitgrößte Sammlung von Gemälden des bedeutenden Expressionisten Schmidt-Rottluff. Neben dem Haus am Theaterplatz gehören drei weitere Museen zu den Kunstsammlungen: Das Henry-van-de-Velde Museum in der Villa Esche, welches Einblicke in das Gesamtschaffen des vielseitigen Künstlers gibt, das Schloßbergmuseum mit dem Museum für Stadtgeschichte und das Museum Gunzenhauser. Letzteres beherbergt eine der bedeutendsten deutschen Kunstsammlungen mit rund 2.500 Werken der Klassischen Moderne, darunter eine der weltweit größten Otto-Dix- und Alexej-von-Jawlensky-Sammlungen.
    
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Das Restaurant Nomad im Wirkbau wird gerne auch für Firmen-Happenings genutzt.

Ein Kunstwerk für sich und beliebtes Ausflugsziel ist das zehn Kilometer von Chemnitz entfernte Schloss Lichtenwalde. Das um 1720 errichtete Barockschloss liegt inmitten eines der schönsten deutschen Parkensembles mit mehr als 100 Wasserspielen, einem Teehaus und dem sehenswerten Schlossmuseum. Weitere Burgen und Schlösser wie die Burg Rabenstein – Sachsens kleinste Ritterburg –, das Wasserschloss Klaffenbach mit zugehörigem Golfplatz, die Burg Scharfenstein und das Schloss Augustusburg sind ebenfalls nicht weit entfernt und auch das Erzgebirge ist schnell erreicht. Im Dezember sind hier besonders die Weihnachtsmärkte ein beliebtes Ausflugsziel. Diese sind genauso wie der berühmte Chemnitzer Weihnachtsmarkt an Romantik kaum zu überbieten.

Für das niveauvolle Abendprogramm empfiehlt sich ein Besuch im Chemnitzer Opernhaus. Das prächtige gründerzeitliche Gebäude am Theaterplatz wurde zwischen 1988 und 1992 aufwändig saniert und gilt heute als eine der modernsten Bühnen Deutschlands. Aufgrund seiner hervorragend inszenierten Wagneropern hatte das Haus zeitweise sogar den Ruf eines Sächsischen Bayreuth. Die städtischen Theater Chemnitz begeistern jedoch auch mit ihren anderen vier Sparten: der Philharmonie, dem Ballett, dem Schauspiel und Figurentheater.



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