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INTERVIEW

„Wir müssen weiter umdenken“

Gerhard Stübe, seit Juni Präsident des Austrian Convention Bureaus (ACB) und Geschäftsführer von Kongresskultur Bregenz, über Nachhaltigkeit, das Umweltzeichen „Green Meetings“ und einen Nicht-Richtungswechsel.

tw: Im Sommer hat eine große Hitzewelle Europa erfasst. Was haben Sie da gedacht?
Gerhard Stübe: Dass wir weiter umdenken und überlegen müssen, was der Beitrag unserer Branche zur Verbesserung der Situation sein kann. Ich begrüße z.B. Initiativen sehr, die in einem Kongressformat den Kern von Bewegungen wie „Fridays for Future“ oder andere mit Wissen und Werkzeugen stärken wollen. Solche neuen Ansätze müssen bestmöglich unterstützt werden.

Klettert mit dem Temperaturanstieg das Thema Klimawandel für Österreich und sein Austrian Convention Bureau weiter nach oben auf die Agenda?
Der Verband verschreibt sich seit vielen Jahren dem Thema Nachhaltigkeit. So war und bleibt auch das Thema Klimawandel fix auf unserer Agenda.

Das österreichische Umweltzeichen „Green Meetings“ hat in neun Jahren auf 1.244 Green Meetings und 306 Green Events über 1,4 Mio. Teilnehmer erreicht. Für Nicht-Österreicher: Was (wer) steckt hinter dem Label?
Es ist zurückzuführen auf die Initiative des Umweltministerium Österreichs, welches gemeinsam mit dem Verein für Konsumenteninformation und dem ACB neben dem bereits bestehenden österreichischen Umweltzeichen jenes für unsere Branche entwickelt hat. Die Kooperation zwischen Ministerium und Verband funktioniert weiterhin ausgezeichnet und wird auch so weitergeführt.
                      

Beobachten Sie in Österreich, dass Veranstalter von Kongressen mehr nach „Green Meetings“ bzw. nachhaltigen Venues fragen?
Ja, denn immer mehr Institutionen, Verbände und Firmen verschreiben sich selbst einem nachhaltigen Wirtschaften und fragen daher für ihre Konferenzen, Tagungen und Meetings auch nachhaltige Venues an. Als gutes Beispiel erachte ich die zahlreichen Veranstaltungen in Österreichs Kongresszentren zum EU-Präsidentschaftsvorsitz 2018. 59% aller 257 Veranstaltungen waren als Green Meeting zertifiziert.

Und in Bregenz?
Selbiges gilt auch für Bregenz. Zu unserem Kundenkreis zählen u.a. sehr viele Unternehmen, die sich intensiv mit ihrer nachhaltigen Zukunft auseinandersetzen. Diese haben somit auch ein Bewusstsein für Green Meetings.
             
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FOTO: KONGRESSKULTUR BREGENZ

ZUR PERSON

Gerhard Stübe ist Präsident des Austrian Convention Bureaus (ACB). Der Dachverband der österreichischen Kongress- und Tagungsindustrie will seine 78 Mitglieder, darunter Convention Bureaus, Kongresshäuser, Hotels und Agenturen, durch Wissen, Austausch und ein Netzwerk stärken und so die Qualität der Tagungsdestination Österreich gewährleisten. www.acb.at

Wie sieht es auf der Anbieterseite aus: Was unternimmt das Austrian Convention Bureau zum Thema Nachhaltigkeit?
Wir kümmern uns als Verband darum, unsere Mitglieder bestmöglich informiert zu halten und ihnen Möglichkeiten zu bieten, sich weiterzubilden. Unser Steckenpferd ist unsere Weiterbildungs- und Kommunikationsplattform „Convention4u“, welche jährlich vom ACB-Team bestens organisiert wird. Das Thema Nachhaltigkeit ist dort allgegenwärtig.

Was unternimmt das Festspielhaus Bregenz?
Zum einen waren Kongresskultur Bregenz sowie Congress Alpbach in Tirol als Pilotpartner von Beginn an in die Ausarbeitung des Umweltzeichens „Green Meetings“ involviert. Zum anderen ist Kongresskultur Bregenz Teil einer landesweiten Initiative, die sich intensiv um den Erhalt sowie den Ausbau des Lebensraums Vorarlberg kümmert. Dazu haben wir selbst ein langfristiges Kongressformat entwickelt, welches Ende März 2020 seine Premiere im Festspielhaus haben wird.
                

Während Ihr Vorgänger Christian Mutschlechner, langjähriger ACB-Präsident und Leiter des Vienna Convention Bureaus, als traditionelle Kongresskoryphäe galt, gelten Sie als innovativer Querdenker. Stehen ein Richtungswechsel und ein Kulturwandel beim Austrian Convention Bureau an?
Nein, weder noch. Wir werden wie bisher versuchen, alle Talente so zu bündeln, dass wir die richtigen Schritte setzen. Neben einer sehr engagierten Geschäftsführerin, Michaela Schedlbauer-Zippusch, agiert ein sehr heterogen zusammen gesetzter, aktiver Vorstand. Christian Mutschlechner wird dabei ebenfalls noch weiter seine Talente einbringen.

Sie sind seit bald 100 Tagen im Amt. Welche drei Themen wollen Sie (be)setzen?
Weiterbildung, Kommunikation und Vernetzung.
KERSTIN WÜNSCH

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„Der Verband verschreibt sich seit vielen Jahren dem Thema Nachhaltigkeit.“
Gerhard Stübe,
Präsident des Austrian Convention Bureaus (ACB)
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