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STIMMTRAINING

Wie ich gelernt habe, den richtigen Ton zu treffen

Vocal-Coach Alexandra Pengler begibt sich mit mir auf die Suche nach meiner perfekten Sprechstimme und findet durch eine „Creaky Door“ den Weg zur Tonart D.

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h-mh-mh… Näh-näh-näh-näääähhhh… Na-nana- naaaaaa. Ich übe mit meiner Stimme. Meine Bürotür ist verschlossen, denn ich habe gerade ein Stimmtraining mit Vocal-Coach Alexandra Pengler und möchte nicht, dass meine Kollegen die Stimmprobe hören. Nein, ich bewerbe mich nicht für eine dieser Gesangs-Fernsehsendungen, Alexandra sucht mit mir nach meiner idealen Sprechstimme. Dafür muss ich ihr einen Text vorlesen. „Du machst das schon ganz gut, aber Du sprichst unbewusst zu tief. Das machen viele Männer, vermutlich um kompetent oder entschlossen zu wirken. Dabei braucht es das gar nicht.“ Sie identifiziert H als Tonart, in der ich spreche. Weil das eigentlich zu tief für mich ist, erzeuge ich einen „Creaky Door“-Klang, etwas rauh. Ich übe zu viel Druck auf die Stimmbänder aus. Und daran arbeiten wir jetzt. Obwohl ich zu Beginn ein bisschen skeptisch bin, erzielen wir schnell Erfolge und ich fühle mich besser, als ich gedacht hätte.
                                
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Alexandra Pengler arbeitet mit Führungskräften und Rednern zusammen am „richtigen Ton“.
FOTO: ALEXANDRA PENGLER

Schon als Kind beschäftigt sich Alexandra mit Gesangstechnik, steht auf der Bühne, singt Soli schließt später einen „Kontaktstudiengang für Popularmusik“ ab und ist seit 2013 Lehrerin am „Institute for Vocal Advancement“ (IVA). Seitdem sie vor Jahren als Quereinsteigerin im Vertrieb großen Erfolg durch ihre eigene Stimmpräsenz hat, gibt sie ihr Wissen an Führungskräfte oder Redner weiter. „Eine ausdrucksstarke Stimme ist elementar in vielen Bereichen“, erklärt sie und weist auf eine Studie von Albert Mehradian hin, laut der Kommunikation nur zu 7 % über sprachlichen Inhalt, dafür aber zu 38 % über Stimme und zu 55 % über Körpersprache funktioniert. „Wenn Du Deine richtige Sprechstimme findest, wirst Du als kompetent, authentisch und dynamisch wahrgenommen“, erklärt sie mir. Ich selbst klinge kompetenter und authentischer in der Tonart D, wie wir im Training feststellen. Ich muss die Schluckmuskulatur trainieren und darauf achten, nicht in eine dünne, rauchige Stimme zu verfallen, wenn ich versuche, höher zu sprechen. Aber es klappt überraschend schnell. Jetzt weiß ich, wie ich den richtigen Ton treffe. Cool, ich habe richtig Spaß und will gleich meinen Text schreiben, damit ich Feierabend machen und zuhause meine Gitarre in die Hand nehmen kann. Vielleicht versuche ich es ja doch noch mal mit Gesang? Äh, nein. Aber ich lese ganz sicher meinen Kindern vor…
CHRISTIAN FUNK
                         
https://alexandrapengler.com

CHRISTIAN FUNK

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Als tw-Redakteur probiere ich in dieser Rubrik neue Formate oder Technologien aus und berichte von meinen Erfahrungen. Soll ich für Sie auch einmal etwas testen? Gerne. Ideen und Wünsche bitte an:
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„Eine ausdrucksstarke Stimme ist elementar in vielen Bereichen.“
Alexandra Pengler,
Vocal-Coach
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