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ÖSTERREICH

Käse machen fürs Almfrühstück

Die Österreicher wissen: Nachhaltigkeit geht durch den Magen. Ob „Veggie-Walk“, „Healthy Venue“ oder Lesachtaler Brot – für Meetings bieten sich viele Möglichkeiten.

„W
er es wie ich von Kindesbeinen an gewohnt war, durch den tiefen Schnee zu stapfen und vor der Haustüre die Ski anzuschnallen, weiß, dass der Klimawandel keine chinesische Erfindung ist“, bemerkt Dieter Hardt-Stremayr. Der Geschäftsführer von Graz Tourismus und Stadtmarketing hat als Schüler die Mahnungen des Club of Rome vernommen. Er schlussfolgert, dass die Menschheit große Umweltherausforderungen meistern kann – aber nur „wenn der Hut schon lichterloh brennt“. „Sustainability ist nicht nur das große Thema, das sich wie ein grüner Faden durch die neue Strategie von European Cities Marketing (ECM) zieht“, sagt Hardt-Stremayr als ehemaliger ECM-Präsident, es hält Einzug in der Tagungsstadt Graz. In einer Strategieklausur hat er die „Sustainable Visitor Economy“ als mittelfristiges Ziel vorschlagen.

Dass Nachhaltigkeit in der „GenussHauptstadt Graz“ durch den Magen geht, liegt auf der Hand. Seit August können Gäste neben kulinarischen Rundgängen am „Veggie-Walk“ teilnehmen und vegetarische Restaurants sowie verpackungsfreie Lebensmittelshops besuchen. „Auch bei den ‚normalen‘ kulinarischen Rundgängen steuern wir nur Partnerbetriebe an. Betriebe, die sich vertraglich zur Verwendung regionaler und saisonaler Produkte verpflichten“, berichtet Hardt-Stremayr. Mehr noch: Der Termin zur Congress-Award-Graz-Gala fiel auf einen Mittwoch und damit den „Veggie-Day“ in Graz. Das rein vegetarische Menü kam auf der Abendgala im Congress Graz bei den Gästen sehr gut an.
                      

Wert auf grünes Catering legt das Austrian Convention Bureau (ACB) bei der Durchführung seiner Jahrestagung „Convention4u“ und serviert seinen 200 Teilnehmern saisonale, regionale und Bio-Produkte. Als das ACB 2016 in Graz tagt, bauen die Gastgeber Marktstände mit Speisen auf und verwenden große, wiederverwendbare Kräutertöpfe als Dekoration. Das Austrian Convention Bureau informiert seine Mitglieder rund ums Catering und neue Ansätze wie „Brain Food“, Nahrungsmittel, die die Gehirntätigkeit fördern. Die Aufnahme- und Leistungsfähigkeit der Teilnehmer steigert abwechslungsreiche und gesunde Kost, also Gemüse und Obst, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte.

Gesundem Essen hat sich das Messe Wien Exhibitions & Congress Center verpflichtet und firmiert seit einem Jahr als „Healthy Venue“. Es ist das erste und einzige Veranstaltungszentrum in Österreich, das den Titel der World Obesity Federation tragen darf. Der Griff zu ungesundem Essen und zuckerhaltigen Getränken ist während Messen und Kongressen Gang und Gäbe. Aus diesem Grund hat Reed Exhibitions als Betreiber des Geländes mit der World Obesity Federation zusammengearbeitet, um alle Kriterien eines Healthy Venue zu erfüllen. „Wir sind sehr stolz darauf, dass wir in Österreich Vorreiter in Sachen gesunde Veranstaltungen sind. Jetzt freuen wir uns darauf, gemeinsam mit unseren Partnern und Kunden Taten folgen zu lassen“, bekräftigt Martina Candillo, Direktor Kongresse und Events bei Reed Exhibitions. Als „Healthy Venue“ ermutigt die Messe Wien Besucher und Mitarbeiter während Veranstaltungen dazu, gesünder zu leben und unterstützt Veranstalter bei der Umsetzung etwa mit einem gesunden Speisenangebot.
                         
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Käse mit einer Portion Spaß selber machen. Programme für Slow-Food-Incentives bietet Kärnten Convention.
FOTO: WOFLGANG HUMMER

Als erste Slow-Food-Reise-Destination will sich Kärnten einen Namen machen. Das Kärnten Convention Bureau präsentiert sein kulturelles Erbe während Workshops und Besuchen bei regionalen Erzeugern und Haubenköchen. Derart sollen Tagungsteilnehmer in die Philosophie der nachhaltigen und gesunden Esskultur eingeführt werden; sei es beim Brotbacken oder Käseherstellen. Eine jahrhundertealte Tradition der Brotherstellung hat die Bergbauernregion Lesachtal – vom Getreideanbau über das Bauen von Mühlen bis hin zum Brotbacken im Ofen. Das Lesachtaler Brot wurde von der UNESCO zum immateriellen Kulturerbe erklärt. Bei Workshops im Lesachtaler Almwellness-Resort Tuffbad stellt Bio-Bäuerin Theresia Lugger mit Gruppen frische Laibe aus Lesachtaler Korn her.

Mit in der Küche stehen Gäste der Unterschwarzach- Hütte am Berg in Saalbach. Die Selbstversorgerhütte am Zwölferkogel bietet Meetings und Incentives für bis zu 45 Personen Platz. Die Gastgeber- Familie betreibt einen Bio-Bauernhof. Mit Gastgeberin Jacky Hasenauer können Gäste in der Käserei Butter machen oder mit den Tieren aus dem „Streichelbauernhof“ wie Alpakas, Miniponys und Esel zum Almfrühstück wandern.
KERSTIN WÜNSCH
Die Messe Wien trägt den Titel „Healthy Venue“ der World Obesity Federation.

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