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ABU DHABI 2005-2020

Eine außergewöhnliche Geschichte

Gerade mal 15 Jahre hat Abu Dhabi gebraucht, um das 21. Jahrhundert für sich zu erobern. Ein Traum für MICE-Planer, denn in Abu Dhabi heißt es nicht: „orientalisch oder hypermodern“; „Wüstenoase oder Ferrari-World“. In Abu Dhabi heißt es: traditionell und kosmopolitisch“, „Perlentaucher und Louvre“.

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er Abu Dhabi das erste Mal besucht, bekommt vermutlich einen Kulturschock. Denn der Wüstenstaat präsentiert sich nicht nur überraschend grün, ultra-modern und sehr westlich, sondern auch authentisch orientalisch. „Ich war begeistert von der Substanz Abu Dhabis“, sagt etwa Adone Kheirallah, Geschäftsführer der Agentur Stagg & Friends über seine erste Begegnung. „Mir ist schlagartig bewusst geworden, dass wir ‚die Emirate‘ eigentlich gar nicht wirklich kennen – oder ein völlig falsches Bild von ihnen haben.“

Und das ist auch kein Wunder, immerhin haben die Marketingstrategen des Bruderemirats Dubai über Jahrzehnte ganze Arbeit geleistet. Doch genauso wenig wie „Eisbein und Sauerkraut“ als Bild für ganz Deutschland taugen, eignen sich die immer neuen Superlativ-Schlagzeilen Dubais als Beschreibung für alle sieben Mitglieder der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) – und für Abu Dhabi schon gar nicht.

Selbstverständlich ist auch das mit 84 Prozent Landfläche und 200 natürlichen (!) Inseln größte Emirat der VAE alles andere als arm an staunenswerten Superlativen. Zum Beispiel ist keine Stadt der Welt so sicher wie die Hauptstadt der VAE. Was das 1,5-Millionen- Einwohner-Emirat aber vor allem auszeichnet, ist diese Souveränität, mit der die Herrscherfamilie völlig unaufgeregt einem auf Jahrzehnte angelegten Wachstumsplan („Economic Vision 2030“) zum Aufbau einer „diversifizierten, nachhaltigen und wissensbasierten Volkswirtschaft“ folgt. Und da geht es tatsächlich weniger um Gigantismus als um Nachhaltigkeit und die Bewahrung des einheimischen Erbes und seiner Kultur.
                      
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Geprägt von Öl- und Traditionsreichtum: Skyline von Abu Dhabi-City mit ADNOC Headquarters (l.), Etihad Towers (mitte) und Emirates Palace (r.)

Abu Dhabi 2005-2020 | A remarkable tale Abu Dhabi needed only 15 years to land in the middle of the 21st century. Actually, a perfect setting for MICE planners, because in Abu Dhabi it's not about 'oriental or hypermodern', 'desert oasis or Ferrari-World', it's about 'traditional and cosmopolitan', 'pearl divers and Louvre'.

Obwohl Abu Dhabis legendäres Oberhaupt Sheikh Zayed bin Sultan Al Nahyan seine Vision bereits um die Jahrtausendwende formuliert hatte, zeugt seine Weitsicht im Hinblick auf Nachhaltigkeit, internationale Ausrichtung und Traditionsbewusstsein bis heute von beeindruckender Aktualität. Immerhin genügten zu dieser Zeit in dem zwar reichsten aber jenseits der Öl- und Gasbranche weitgehend unbekannten Emirat am Arabischen Golf bereits ein Hilton-, ein Sheraton- und ein InterContinental-Hotel als Ausweis von Internationalität. Dem auch als Gründervater der VAE geltenden Herrscher schien jedoch früh bewusst, dass sich sein Emirat lediglich dann im Bewusstsein internationaler Investoren und Besucher positionieren könne, wenn ihm nachhaltig der Sprung ins 21. Jahrhundert gelänge.

So richtig los ging es mit einem Paukenschlag: der Eröffnung des Superlativ-Hotels Emirates Palace, „Abu Dhabis Antwort auf das Burj Al Arab“ (Handelsblatt) 2005. Eigentlich hatte das neue Gästehaus der Regierung mit einem Gipfeltreffen des Golf- Kooperationsrates schon 2004 eingeweiht werden sollen. Eigens dafür hatte man eine sechsspurige Straße zum 30 Kilometer außerhalb der Stadt liegenden Flughafen bauen lassen. Doch kurz vor dem großen Ereignis verstarb der Herrscher, und so musste die Eröffnung auf 2005 verschoben werden.
      
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Wie aus 1.001 Nacht: Sheikh Zayed Grand Mosque bei Nacht

Danach ging es Schlag auf Schlag: Um den Ruf des Landes „als unverwechselbares und zukunftsorientiertes Reiseziel“ auf- und auszubauen wurde – ebenfalls 2005 – die Abu Dhabi Tourism Authority gegründet. Schon im Vorjahr hatte die 2003 gegründete Etihad Airways regelmäßige Flüge nach München ins Programm genommen; 2005 kam dann Frankfurt hinzu. 2007 schließlich ging das Abu Dhabi National Exhibition Centre (ADNEC) an den Start.

Als einer der Höhepunkte dieser Pionierjahre darf jedoch die Fertigstellung der marmornen Sheikh Zayed Grand Mosque 2007 gelten. Sie gilt nicht nur als eine der größten und mit Sicherheit auch schönsten ihrer Art; vor allem in nächtlicher Beleuchtung scheint der 41.000 Gläubige fassende Prachtbau mit 82 Kuppeln und mehr als eintausend Säulen wie einem Märchen aus 1.001 Nacht entsprungen. Wichtiger aber: in der Moschee spiegelt sich das Ideal des Scheichs und seiner Nachfolger: „Sheikh Zayed wollte, dass jede Religion und jede Nation der Welt in den Bau der großen Moschee involviert ist“, erzählt der MICE-Verantwortliche des Abu Dhabi Convention & Exhibition Bureau in Deutschland Frank Müllauer, „also ist sie das Produkt von und für die ganze Welt. Abu Dhabi als Schmelztiegel für alle Kulturen und Religionen - das war seine Vision.“
      
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Eine Vision, der man überall im Land begegnet. Sei es auf dem superlativen Erlebnis- Atoll Yas Island, wo 2009 die „modernste Formel 1-Rennstrecke der Welt“ und kurz darauf auch die Ferrari World Abu Dhabi, der weltweit größte überdachte Themenpark, eingeweiht wurden. Sei es beim Blick auf den bunten Reigen internationaler Hotelikonen: War das Emirates Palace anfänglich noch Abu Dhabis einziges Luxushotel, ist heuer - fast - alles vertreten, was Rang und Namen hat; inzwischen selbst im 3- und 4-Sterne-Segment.

Die Vielfalt und Weltoffenheit dieses Landes zeigt sich vor allem aber auf der Museumsinsel Saadiyat: Spätestens seit Eröffnung des vom Stararchitekten Jean Nouvel entworfenen „Louvre Abu Dhabi“ 2017 entwickelt sich das Kulturviertel zu einem bedeutenden kulturellen Zentrum weltweit. Und der Weg an die Weltspitze geht weiter: Denn mit Frank O. Gehry und Sir Norman Foster hat das Emirat auch für die noch im Werden befindlichen Museen, das „Zayed National Museum“ und das „Guggenheim Abu Dhabi“, die besten ihres Fach gewinnen können.

Die Vision des Scheichs jedoch, sie reicht bis ins Jahr 2030. Viel Zeit also für weitere ebenso wegweisende wie staunenswerte Projekte zur „Nachhaltigkeit und Bewahrung des einheimischen Erbes und seiner Kultur“. Das vorerst nächste Ziel heißt „EXPO 2020“. Dort werden die Vereinigten Arabischen Emirate gemeinsam der Welt präsentieren, wer sie sind und was sie können. Damit niemand mehr ein falsches Bild von ihnen hat.
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„Wer seine Vergangenheit nicht kennt, kann nicht das Beste aus seiner Gegenwart und Zukunft machen, denn aus der Vergangenheit lernen wir."
Sheikh Zayed bin Sultan Al Nahyan
“Connecting Minds, Creating the Future”
Das Motto der Expo 2020
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