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KONGRESSSTÄDTE

Dringender Raumbedarf

Heidelberg und Wiesbaden, zwei Städte die auf Kongresse bauen. Die Universitätsstadt wird 2022 das Heidelberg Convention Center eröffnen, die Gesundheitsstadt hat 2018 das RheinMain CongressCenter eröffnet.

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in Vierteljahrhundert haben die Heidelberger mit sich gerungen und sich schließlich durchgerungen: Die Universitätsstadt bekommt das Heidelberg Convention Center (HDCC). Noch 2019 sollen die Bauarbeiten des modernen Kongresszentrums beginnen, für die 65 Millionen Euro veranschlagt sind. Die gesamte Planung ist unter Beteiligung der Bürger erfolgt, sei es auf Veranstaltungen oder im Online-Portal. Für alle einsehbar war der Architektenwettbewerb, den das Schweizer Büro Degelo Architekten aus Basel für sich entschied. Bis Sommer 2022 soll ihr Entwurf im neuen Stadtviertel Bahnstadt Wirklichkeit werden. Vom Hauptbahnhof mit ICE-Anschluss werden es wenige Meter zum Heidelberg Convention Center sein, zum Großen Saal mit 1.800 Sitzplätzen in Reihenbestuhlung, zum Kleinen Saal mit 800 Plätzen, zu einer Galerie, einem Nebenfoyer und zehn weiteren Tagungsräumen.

Betreiber und für den operativen Betrieb zuständig ist die neu gegründete Heidelberger Kultur- und Kongressgesellschaft (HKK), eine 100-prozentige Tochter der Stadt. Die Geschäftsführung mit dem Vorsitzenden Mathias Schiemer ergänzt seit 1. April 2019 Gerhard Reiter, zuletzt Geschäftsführer der Messe Augsburg. Die HKK wird das Heidelberg Convention Center und die Stadthalle Heidelberg betreiben und vermarkten. Während das Kongresszentrum gebaut wird, wird die Stadthalle Heidelberg umgebaut und saniert. Die historische Stadthalle und das moderne Convention Center bieten zusammen den Raum für Tagungen, den die Universitätsstadt dringend benötigt.
       
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Im Sommer 2022 soll es eröffnen: das Heidelberg Convention Center (HDCC).
FOTO: HEIDELBERGER KULTUR- UND KONGRESSGESELLSCHAFT
              


Der „Zukunft seit 1386“ verschreibt sich die Ruprecht- Karls-Universität Heidelberg als eine der ältesten europäischen Universitäten und älteste Universität Deutschlands. 29.202 Studierende, davon 5.402 aus dem Ausland, zählt sie an zwölf Fakultäten. Mit ihrem Konzept der „Comprehensive Research University“ hat sie sich den Titel „Exzellenzuniversität“ erworben und wird im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder als Exzellenzhochschule gefördert.

Regelmäßig halten die Universität Heidelberg und Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Verbände in der Stadt Konferenzen ab, doch wanderten diese ab einer gewissen Größe und Menge in andere Städte ab wie Mannheim mit seinem Congress Center Rosengarten. Das soll sich nun ändern.

Wie in der Kurstadt Wiesbaden. Der traditionsreiche Internistenkongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) tagte 2018 letztmals in Mannheim. Zum 125. Kongress 2019 kehrten die 8.500 Teilnehmer im Mai zurück nach Wiesbaden ins neue RheinMain CongressCenter (RMCC). Im April 2018 eröffnet, kennzeichnen sein erstes Geschäftsjahr 132 Veranstaltungen mit rund 190.000 Besuchern. Dass Wiesbaden als Gesundheitsstandort gilt, spiegelt sich im Veranstaltungskalender wider mit 2018 acht großen medizinischen Kongressen wie die Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Diabetes mit 3.800 Teilnehmern oder der Deutsche Wirbelsäulenkongress mit 2.700 Teilnehmern. Selbst wenn im RMCC viele wissenschaftliche Konferenzen ein- und ausgehen und das Haus mit 4.700 Besuchern sogar den größten Science Slam, der je in einer Halle stattfand, zu Gast hatte, sind das Gros der Veranstaltungen Corporate Events für 500 bis 1.000 Personen. SAP ist 2018 ebenso zu Gast gewesen wie „The Founder Summit“, Deutschlands größtes Event für Startup-Gründer und Entrepreneure.
             

Positiv schlagen sich in der Bilanz des RheinMain CongressCenters sein Streben nach Flexibilität und Nachhaltigkeit nieder. Auf seinen ungefähr 17.700 Quadratmetern Nutzfläche verteilen sich drei Hallen, darunter die Halle Nord für 5.000 Personen, der teilbare Terrassensaal für 2.200 Personen mit großer Dachterrasse auf 500 Quadratmetern und 40 Tagungsräume für bis zu 300 Teilnehmer im größten Raum. Das Raumangebot erlaubt bis zu drei Veranstaltungen parallel.

Auf die Zertifizierung der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) in Platin, folgte Oktober 2018 das Label „DGNB-Diamant“ für gestalterische und baukulturelle Qualität. Zudem ist das RMCC unter dem Dach Wiesbadener Messe-, Kongress- und Tourismus-Holding (TriWiCon) zum Ökoprofit- Betrieb ausgezeichnet worden und beteiligt sich am Energieeffizienz-Netzwerk Ökoprofit Klub Wiesbaden 2018 – 2020, anerkannt als eines von bundesweit 210 Netzwerken der Initiative Energieeffizienz- Netzwerk von der Bundesregierung und den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft.

Zu seinem ersten Geburtstag hat das RheinMain CongressCenter die Bürger Wiesbadens zu Führungen durch ihr Haus eingeladen. Nicht nur: Zur Messe Architect@Work führt Architekt Ferdinand Heide Interessierte mittags durch den von ihm entworfenen multifunktionalen Gebäudekomplex.
KERSTIN WÜNSCH
                   
www.heidelberg.dehttps://www.rmcc.de
Die Internisten kehrten 2019 zurück nach Wiesbaden ins neue RheinMain CongressCenter.


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