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VIRTUAL REALITY

„Nicht den Anschluss verpassen“

Stephan Schindler, Vorstandsvorsitzender des Virtual Reality (VR) e.V. Berlin-Brandenburg, über die VR Now Con & Awards, VR auf Veranstaltungen und die Notwendigkeit interdisziplinärer Zusammenarbeit.

W
as passiert auf der VR Now Con & Awards?
Die Veranstaltung ist ein Dreiklang aus Konferenz, Ausstellung und Award. Uns geht es darum, den verschiedenen Akteuren der Virtual- Reality-Szene eine Plattform zu geben und das Netzwerk zu stärken. Es kommen sowohl Content- als auch Technologie-Produzenten, also Kreative und Nerds zusammen. Da Virtual Reality im Grunde genommen alle Industrien berührt, haben wir auch Vertreter unterschiedlichster Disziplinen vor Ort. Es geht genauso um Austausch wie auch um Weiterbildung. Außerdem ist unser Award angeschlossen, der sich hervorragend entwickelt. 2017 hatten wir über 100 Einreichungen.


Was ist das übergeordnete Ziel der Veranstaltung?
Ziel der Veranstaltung ist, dass wir das Netzwerk stärken. Die Idee des Vereins – der ja Veranstalter ist – ist, dass wir ein virtuelles Konglomerat verschiedener Player und auch verschiedener Disziplinen zusammenbringen. Wir sind eine sehr junge Industrie und müssen begreifen, dass wir im Wettbewerb beispielsweise mit chinesischen oder Unternehmen aus dem Silicon Valley nur zusammen stark sein können. Es ist eminent wichtig, dass hier Partnerschaften gebildet werden und die verschiedenen Unternehmen ihre eigenen Stärken in Projekte einbringen. Der Wettbewerb ist groß und die Entwicklungssprünge sind gewaltig. Wir dürfen nicht den Anschluss verpassen.

Können Sie mir ein konkretes Beispiel nennen?
Etwa wie eben erwähnt Contentund Technologie-Spezialisten. Storytelling ist stark im Kommen. Da bietet sich beispielsweise für Technologie- Produzenten eine Kooperation mit einem Unternehmen aus dem Creative-Bereich an. Man muss erkennen, dass man als kleines Unternehmen nicht alles alleine machen kann. Wir sehen uns als Plattform, die Partnerschaften initiiert, das Business stärkt und letztlich so auch zur weiteren Entwicklung von VR beiträgt.

Wie lassen sich Virtual und Augmented Reality-Elemente bei Veranstaltungen einbinden?
Im Bereich von Trainings, Weiterbildungen und Schulungen ist der Einsatz von VR sehr sinnvoll. Da gibt es schon viele spannende Cases. Serious Games zum Beispiel. Im Falle Ihrer Industrie – das wird ja schon recht häufig gemacht – können Meetingräume virtuell zur Verfügung gestellt werden. Im Messebereich gibt es erste VR-Standbereiche, auf denen Produkte in Virtual Reality präsentiert werden. So können etwa große Baumaschinen trotz kleiner Messefläche ausgestellt werden. Das ist ja im Prinzip eine neue Form der Ausstellung. Das wird noch ein Riesenthema werden.

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Stephan Schindler, Vorstandsvorsitzender des Virtual Reality (VR) e.V. Berlin-Brandenburg.
FOTO: STEPHAN SCHINDLER

Wie muss ich mir einen ungefähren Kostenrahmen vorstellen?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Wenn noch keine Daten vorhanden sind und eine komplette VR-Experience neu aufgebaut werden muss, kann es heute noch sehr teuer werden. Im Grunde gibt es Lösungen für einige Tausend Euro, geht aber auch bis in den sechsstelligen Bereich.

Sie sind Mitglied des Virtual Reality e.V. Berlin-Brandenburg. Wofür setzt sich dieser Verein ein?
Zunächst sind wir ein lokaler Verband, der die VR-Industrie in der Region stärken will. Wir bauen ein Cluster aus VR-Produzenten, Technologie- Playern aus der Wirtschaft, Medienunternehmen, aber auch Instituten aus der Forschung auf. Wir sind ein virtueller Verbund, der sich auch mit internationalen Verbänden im Bereich 360-Grad-Medien sowie Virtual-, Augmented- und Mixed-Reality vernetzen kann. Der interdisziplinäre Ansatz, den wir auch mit der VR Now Con verfolgen, steht hier im Vordergrund. Austausch und die Förderung von Partnerschaften und Allianzen.

Seit kurzem sind Sie mit dem Verein Partner des Konsortiums MediaTech Hub Potsdam. Was verbirgt sich dahinter?
Wir sind sogar einer der vier Mitgründer. Diese Initiative ist einer von zwölf Digital Hubs des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Damit werden bestimmte Bereiche in verschiedenen Regionen gefördert. Fintech in Frankfurt, Logistics in Hamburg oder eben die Medien- Industrie in Potsdam. Die Form der Kommunikation geht stetig weiter weg von der schriftlichen Informationsvermittlung hin zum Storytelling in Bewegtbild. Daher sind wir da wie auch im Verband breit aufgestellt.

Werden wir virtuellen Realitäten künftig im Alltag und im Beruf häufiger begegnen?
Ganz sicher.   CHRISTIAN FUNK
 




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