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UNTERSUCHUNG „ERLEBNIS MESSE“

Was gibt den Kick?

Was macht den Messebesuch zum Erlebnis? Dieser Frage geht aktuell die SRH Hochschule der populären Künste, Berlin, nach. Ihre Studie „Erlebnis Messe“ will konkrete Handlungsempfehlungen für Messeveranstalter und Aussteller geben. Der m+a report begleitet das Forschungsvorhaben als Medienpartner.

I
n Beschreibungen von Messeständen kommen die Wörter zuhauf vor. Da werden Menschen emotionalisiert, Marken erlebbar gemacht oder erfahrbar, werden zum Ereignis, und, und, und. Das Wort, das in diesem Zusammenhang mit Abstand am häufigsten vorkommt, ist „erlebbar“. Was aber ist das genau? Und wie sieht das der Besucher? Erlebt er den Messestand oder den Messebesuch als etwas Besonders und Ereignis, oder ist er schlicht „normal“? Ein unerforschtes Gebiet, so die private SRH Hochschule der populären Künste, Berlin, die sich jetzt daranmacht, diese Lücke zu schließen. Der Arbeitstitels dieses Projektes von Prof. Dr. Ulrich Wünsch und Prof. Dr. Richard von Georgi lautet schlicht: „Erlebnis Messe – Parameter des Erlebens spezifischer Atmosphären im Bereich Messe B2B, B2C und B2BC und ihre Auswirkungen“. Ein Vorhaben, das auf Zustimmung stößt und deshalb auch die Unterstützung des Aumas bekommt, des Messe- und Ausstellungs-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, Berlin.

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Messen als Erlebnisräume. Was suchen (Fach-)Besucher z.B. auf der ITB Berlin?
FOTO: MESSE BERLIN

„Unstrittig dürfte sein, dass es sich bei Messen um Erlebnisorte und Erlebnisangebote handelt“, befindet Ulrich Wünsch. Der Rektor der Hochschule fragt: „Doch was heißt das – speziell eben aus der Sicht des Besuchers, also des Nutzers der Messe betrachtet. Was verstehen die Besucher wirklich darunter – gleich ob Fach- oder Publikumsbesucher – und was ist ihnen wichtig?“

Vor allem wollen die Professoren und ihre Studenten wissen, was Besucher von Erlebnissen erwarten. Und sie wollen herausfinden, inwieweit Erlebnisse im Digitalen, etwa auf Facebook oder auf Instagram oder der boomenden Virtual Reality, anders sind als solche in der direkten Begegnung. Sie interessiert, was Menschen an dem einen sowie an dem anderen reizt. Geht es den Forschern doch auch darum, eine Liste möglicher Erlebnis-Qualitäts- Faktoren zu erstellen, die in Handlungsempfehlungen münden.

STUDIENINHALTE

Welche individualpsychologische Dimensionen sind mit dem Begriff Erlebnis verbunden? Und wie können diese in einer Befragung wissenschaftlich begründet und methodisch gesichert erfasst und erhoben werden? Eine Frage, der die SRH Hochschule der populären Künste, Berlin, in ihrer Untersuchung „Erlebnis Messe“ nachgeht. Ziel ist es auch, eine wissenschaftlich fundierte psychometrische Erfassung der unterschiedlichen Dimensionen des Begriffs in äquivalenten Situationen (Event, Messe etc.) zu erstellen. Das Thema wollen die Berliner Forscher in Theorie und Praxis abbilden und werden zunächst den Begriff Erlebnis zu ähnlichen und im Alltag synonym genutzten Begriffen wie etwa den der Erfahrung ein- und abzugrenzen. Anschließend geht es darum, den Begriff für das Thema Messe fruchtbar zu machen. In einem weiteren Schritt sollen die Forschungsergebnisse in die Praxis umgesetzt werden. Es dürfte interessant sein, welche Schlüsse sich beispielsweise für die Gestaltung einer Messe oder eines Standes ziehen lassen. Darüber hinaus will sich die Hochschule Gedanken darüber machen, was Erlebnis für eine Messe hinsichtlich ihrer Weiterentwicklung zu einem Erlebnisort bedeutet. Erste Ergebnisse werden im Sommer 2018 erwartet. Die Online-Befragung dauert etwa fünf Minuten. Hier geht es zum Link: http://hdpk.limequery.com/382357?lang=de
 
Es ist nicht zwingend „action“, was das Berliner Untersuchungsteam abfragt. Schließlich tragen Raumklima, Atmosphäre, Geräuschkulisse, Orientierung oder das kulinarische Angebot ebenso zum Erlebnis Messe bei wie neue Produkte, Fortbildungsmöglichkeiten oder das Zusammentreffen interessanter Menschen. Es möchte herausfinden, auf welche Faktoren Besucher besonderen Wert legen, also welche Dinge für sie bei der Beurteilung des Gesamterlebnisses große Rollen spielen.

Ulrich Wünsch: „Das persönliche Erleben und Fühlen ist für uns im Rahmen der Untersuchung von großer Bedeutung.“ Es gilt herauszufinden, was den positiven Kick bewirkt.  CHRISTIANE APPEL
 

www.hdpk.de
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FOTO: SRH HDPK
„Das persönliche Erleben und Fühlen ist für uns im Rahmen der Untersuchung von großer Bedeutung.“
Prof. Dr. Ulrich Wünsch,
SRH Hochschule der populären Künste
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