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RE:PUBLICA IN THESSALONIKI

Griechische Premiere versus Trägodie

Zwei europäische Hafenstädte hat die Berliner Digitalkonferenz re:publica ausgewählt als Veranstaltungsorte für ihre internationalen Ableger. „Geo Cloning“ nennen Messeveranstalter diese Strategie in kühlem Marketingsprech.

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ie Macher der re:publica begründen die Expansion aber nicht mit kühlem wirtschaftlichen Kalkül, sondern verweisen auf die besondere Atmosphäre. An „Berlin in der Zeit direkt nach der Wende“ erinnert das heutige Thessaloniki den re:publica-Geschäftsführer Andreas Gebhard. „Das Gefühl kenn‘ ich doch“, sagte er sich und seinem Team. „Die Stadt fühlt sich immer besonders an, wenn man sie besucht. Und was würde da besser passen, als eine re:publica mit ihrem speziellen Gefühl dort zu veranstalten? Gesagt, getan. Ich freu‘ mich auf eine Reise nach Thessaloniki!“, so der Mitgründer der re:publica vor ihrer griechischen Premiere. Ebenso wie der der erste Ableger der re:publica, – der bereits am 20. Oktober 2016 zum ersten Mal außerhalb von Berlin im irischen Dublin das Licht der Welt erblickte, zuletzt am 7. und 8. September 2017 stattfand, – ist auch die griechische Veranstaltung von 11. bis 13. September 2017 gepflanzt unter dem Motto „re:connecting Europe“.

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Für Europa kämpft die re:publica leidenschaftlich unter dem Motto „re:connecting Europe“.
FOTO: RE:PUBLICA, GREGOR FISCHER (CC BY-SA 2.0)

Die Situation der Offenheit und Vorläufigkeit wird natürlich auch bedingt durch die aktuelle wirtschaftliche Lage. Das langjährige Drama um den Euro und die EU wurde vielfach auf der Bühne Griechenland aufgeführt. Die griechische Kreativwirtschaft musste sich wie andere Wirtschaftszweige unter diesen Vorzeichen besonders nach der Decke strecken, Durststrecken mit Improvisationsgeist und zäher Ausdauer überwinden. Es geht den Gründern der re:publica insbesondere darum, bestehende Schnittstellen und Bezüge zur griechischen Digital Community zu intensivieren, sie aber vor allem Teilnehmern zugänglich machen. Unterstützt von der Bundesregierung, genauer vom Auswärtigen Amt, soll die re:publica Thessaloniki Europa zusammenzubringen, um Ideen, Projekte und Möglichkeiten im Austausch zu ergründen. Möge das deutsch-griechische Pflänzchen in Thessaloniki blühen, es wäre den Beteiligten zu gönnen!

AUFGESPIESST

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tw-Redakteur Frank Wewoda (41) blickt in dieser Rubrik hinter die Kulissen oder spießt bei seinen Recherchen im Konferenzalltag Hintergründiges und Abseitiges auf.

Ähnlich wie die re:publica breche ich selbst auf zu neuen Ufern.
Somit verabschiede ich mich heute vorerst von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser. Doch niemals geht man so ganz – wie und wo wir uns wiedersehen, steht noch in den Sternen. Nur eines ist gewiss: Ich würde mich sehr freuen.

IHR FRANK WEWODA 
„Die Stadt fühlt sich immer besonders an, wenn man sie besucht.“
Andreas Gebhard, re:publica, über Thessaloniki
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