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ERBE DES ISTH-KONGRESS 2017

„Das ist wirklich eine Evolution“

Zum diesjährigen Kongress der International Society on Thrombosis and Haemostasis (ISTH) kommen 9.515 Teilnehmer aus 110 Ländern nach Berlin. Sie tragen ihre neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse vor und tauschen sich darüber aus. Das wirkliche „Erbe“ des ISTH-Kongress 2017 wird sich erst im Nachgang entfalten.

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ie „wahren Koryphäen“ auf dem Weltkongress der International Society on Thrombosis and Haemostasis (ISTH) sind für Thomas Reiser alle Teilnehmer, die ihren Teil zu neuen wissenschaftlichen Entwicklungen beitragen. „Wir hatten Teilnehmer aus Ländern, wo es vielleicht nur eine Handvoll an ausgebildeten Hämatologen gibt und deren Jahresgehalt nur wenige 100 Euro ausmacht“. Die Internationale Gesellschaft für Thrombose und Hämostase vergibt deshalb Reisestipendien und ermöglicht fast 300 Teilnehmern aus Entwicklungs- und Schwellenländern wie Äthiopien, Bolivien, Honduras, Lesotho, Myanmar, Paraguay, Senegal, Syrien, Swaziland sowie Vietnam in Berlin dabei zu sein.

Aus insgesamt 110 Ländern kommen 9.515 Teilnehmer in die deutsche Hauptstadt und belegen auf der Messe Berlin den CityCube Berlin, die Tagungsräume der Halle 7 sowie die Hallen 2.2., 4.2. und 6.2. mit acht Plenarvorträgen, 84 State-of-the-Art-Vorträgen, 39 Abstract- Symposien, 18 Late-Breaking-Abstract- Präsentationen, 557 Abstract- Präsentationen und 2.366 Poster-Präsentationen. Die 86 Aussteller halten 41 Industrie-Symposien ab und belegen 3.867 qm Standfläche.

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9,515 delegates travelled to Messe Berlin for ISTH 2017. FOTO: ISTH, DIRK MICHAEL DECKBAR This is an increase of almost 20 percent. 
FOTO: ISTH, DIRK MICHAEL DECKBAR

Zu den wissenschaftlichen Höhepunkten zählt der Vortrag von Prof. Dr. med. Johannes Oldenburg vom Institut für Experimentelle Hämatologie und Transfusionsmedizin am Universitätsklinikum Bonn: „Efficacy, Safety and Pharmacokinetics (PK) of Emicizumab (ACE910) Prophylaxis (Px) in Persons with Hemophilia A with Inhibitors (PwHAwI): Randomized, Multicenter, Open-label, Phase 3 Study (HAVEN 1)“. Der Präsident des ISTH-Kongress 2017 sitzt dem zehnköpfigen Local Organizing Committee vor und arbeitet eng mit den 14 Vorsitzenden des Scientific Program Committees. Er betont: „Mit den weltweit führenden Experten auf diesem Gebiet vor Ort wird der Kongress die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse sowie Diagnostik- und Behandlungsoptionen aufzeigen, um in Zukunft noch besser auf die Bedürfnisse der Patienten eingehen zu können.“



Das Leitthema „Wissenschaftliche Grenzen überschreiten“ hat die International Society on Thrombosis and Haemostasis vom 8. bis 13. Juli 2017 mit Bedacht gewählt, um die Behandlung von Patienten mit Blutungs- und Gerinnungsstörungen wie Hämophilie oder Thrombose zu verbessern. „Das Thema wurde auch gewählt, weil es sehr gut zu Berlin passt“, erzählt Reiser. Schließlich habe die Jahrzehnte durch eine Mauer getrennte Stadt diese Vergangenheit überwunden und sei heute eine der bedeutenden Städte der Welt. Dass der ISTH-Kongress 2017 nach Toronto 2015 und vor Melbourne 2019 nach Berlin gegangen ist, liegt aber auch an Deutschland. „Deutschland ist wissenschaftlich-medizinisch eine Hochburg und hat eine lange Tradition auch und vor allem in unserem Gebiet“, erklärt Reiser und ergänzt: „Seit unserer Gründung 1954 wurde der Weltkongress aber noch nie in Deutschland abgehalten. Es wurde Zeit, das zu ändern.“


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The ISTH 2017 leads the way in the field of thrombosis and haemostatis. In Berlin 2,366 posters were presented.
FOTO: ISTH, DIRK MICHAEL DECKBAR

Eine gute Entscheidung, denn 9.515 Teilnehmer bedeuten eine fast 20-prozentige Steigerung. Ein Rekord, für den Reiser mehrere Gründe anführt, allen voran die vielen neuen wissenschaftlichen und therapeutischen Entwicklungen im Gebiet der Thrombose und Hämostase. Zudem hat sich die ISTH in den letzten Jahren sehr professionell aufgestellt und deckt mit ihren Kongressthemen und -formaten einen sehr wichtigen wissenschaftlich-medizinischen Bereich ab. Berlin als „Stadt der Gesundheit“ tat ihr Übriges. „Der Ruf der Stadt hat Anziehungskraft. Das ist immer ein wichtiges Element in der Entscheidung für eine Kongressdestination“, betont Reiser. „Viele für uns wichtige diagnostische und pharmazeutische Firmen sind in Deutschland tätig und in Berlin ansässig.“

„Berlin steht für ein eng vernetztes wissenschaftliches Ökosystem“, bestätigt Heike Mahmoud, Leiterin des Berlin Convention Office. Dieses umfasst vier Universitäten, 23 private Hochschulen und 70 außeruniversitäre Einrichtungen, 22 Technologieparks und 2.000 Startups sowie 1.500 Verbände. Mahmoud: „Das macht Berlin zu einem gefragten Standort für Wissenschaftskongresse.“ 16 Prozent aller Veranstaltungen in Berlin entfallen auf den Bereich Medizin und Wissenschaft. „Das Berlin Convention Office hat uns in der Vorbereitung stark unterstützt“, berichtet Reiser und betont, dass in Deutschland ein effizientes wie professionelles Klima für Großkongresse herrsche. Er lobt die Zusammenarbeit mit seinem lokalen PCO KIT und die große Unterstützung seitens der Messe Berlin. Reiser: „Sie arbeiten sehr professionell, das hat uns sehr geholfen.“ Die Größe, Dauer und Anforderungen machen den ISTH-Kongress selbst für die Messe Berlin zur Herausforderung. „Es ist eine besondere Leistung unseres Projektmanagements und unserer Dienstleister, Veranstaltungen solcher Größenordnung, erfolgreich umzusetzen“, bekräftigt Dr. Ralf Kleinhenz, Senior Vice President Sales & Marketing der Messe Berlin. „Deshalb hat ein ISTH-Kongress auch eine entsprechende Strahlkraft.“



ISTH

The International Society on Thrombosis and Haemostasis (ISTH) is a global not-for-profit membership organization advancing the understanding, prevention, diagnosis and treatment of thrombotic and bleeding disorders. Found in 1954, the ISTH is today the leading thrombosis- and hemostasis-related professional organization in the world with more than 4,500 members in over 95 countries. The Society is dedicated to transformative scientific discoveries and clinical practices, the development of young professionals and the education of physicians, scientists and allied health professionals. 
www.isth.org

www.isth2017.org
www.worldthrombosisday.org

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Berlin's reputation as health care city is a reason for ISTH 2017 to choose Messe Berlin and its CityCube.
FOTO: ISTH, DIRK MICHAEL DECKBAR

Der ISTH Kongress ist führend im Feld der Thrombose und Hämostase. „Kein anderer Kongress in unserem Gebiet deckt das Feld ab wie die ISTH. Unser Kongress ist fast doppelt zu groß wie andere Konferenzen in unserem Gebiet“, weiß Reiser. „Eine Präsentation bei unserem Kongress geben zu dürfen, ist selbst für sehr etablierte Wissenschaftler und Ärzte eine Ehre.“ Das verdeutlicht ein zweiter Rekord: die 3.120 wissenschaftlichen Einreichungen. Zum Kongress gab es drei Simultanpublikationen von Studien im New England Journal of Medicine (NEJM). „Das spricht für die Qualität unseres wissenschaftlichen Programmes“, befindet Reiser und fügt hinzu: „Wissenschaftlich wird es in den kommenden Monaten sehr viele weitere Publikationen geben, basierend auf den in Berlin präsentierten Studien“. Um die Breitenwirkung zu erhören, gab es auf dem ISTH 2017 erstmals „ISTH Congress TV“. Die durch Beiträge, Reportagen, Interviews, Roundtable-Diskussionen aufbereiteten Kongressinhalte wurden und werden Teilnehmern und Nicht-Teilnehmern während und nach dem Kongress zugänglich gemacht. Hinzukommen die Aufnahmen der Sessions und der erste limitierte Livestream, den knapp 800 zugeschaltete Teilnehmer verfolgen.

„Über die Jahrzehnte sind alle wichtigen Entwicklungen in unseren wissenschaftlich-medizinischen Gebieten in der einen oder anderen Form zu einem ISTH-Kongress präsentiert und oder weiterentwickelt worden“, beschreibt Reiser das Erbe der ISTH-Kongresse. Welche Ergebnisse im Nachgang des diesjährigen Kongresses zu erwarten sind, lasse sich nur schwer sagen. „Das ist wirklich eine Evolution. Kongresse wie unserer bringen Forscher und Mediziner aus aller Welt zusammen und ermöglichen ihnen, ihre Studien vorzustellen und zu besprechen. Ohne diesen Austausch wären sehr viele Innovationen nicht entstanden.“ Die wahren Resultate werden wohl erst in vielen Jahren zu sehen sein. Reiser: „Die Geschichte unserer Gesellschaft und unseres Kongresses hat im Wesentlichen alle wichtigen neuen Erkenntnisse hervorgebracht.“  KERSTIN WÜNSCH
 

www.isth2017.orgwww.isth.org

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