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THAILAND

„No Plastic Day“

Thailand verstärkt seine Bemühungen, ökologisch nachhaltiger zu sein. Die Regierung ist entschlossen, die Einmalverwendung von Plastiktüten bis 2021 zu beenden. Das Thailand Convention and Exhibition Bureau ruft das Anreizsystem „Meet Sustainable“ ins Leben.

T
hailand gehört mit Indonesien, den Philippinen, dem Vietnam und Malaysia zu den Top Ten der Länder mit dem schlechtesten Umgang mit Kunststoffabfällen – ihre Abfälle landen im Meer. Die thailändische Regierung hat sich nun entschlossen, den Einmalgebrauch von Plastiktüten bis zum 1. Januar 2021 zu beenden. Das Ministerium für natürliche Ressourcen und Umwelt arbeitet an Möglichkeiten, das Verbot von Einweg-Plastiktüten gesetzlich anzuordnen. Das soll zu einer deutlichen Verringerung der Milliarden von Plastiktüten führen, die jährlich an die Verbraucher verteilt werden. Große Einzelhändler wie die CP Group, die die 7-Eleven-Convenience- Läden besitzt, Central und The Mall Group haben bereits Strategien entwickelt, um den Einsatz von Plastiktüten zu reduzieren, indem sie für jede Woche einen „No Plastic Day“ eingeführt haben.

Die Tagungs- und Kongressbranche in Thailand bildet da keine Ausnahme. Während diese wirtschaftlich zum Bruttoinlandsprodukt des Landes beiträgt, will das Thailand Convention and Exhibition Bureau (TCEB) mit Unternehmen und Organisationen zusammenarbeiten, um Lösungen für die Einbeziehung von Nachhaltigkeitsbemühungen auf regionaler Ebene zu entwickeln.
                  
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Das Centara Grand Beach Resort & Villas hat einen Müllbehälter in Fischform mit Namen POP (Plastic Only, Please) gebaut. Damit soll das Bewusstsein für die Geißel des Plastikabfalls geschärft werden.
FOTO: CENTARA GRAND BEACH RESORT AND VILLAS

„Es gibt Pläne, die Gesichtserkennung in Kongresszentren einzuführen. Das wird dazu beitragen, den Einsatz von Papier und Kunststoff zu reduzieren“, erklärt Nichapa Yoswee, Senior Vice President Business beim TCEB. Sie ergänzt: „Es sind jedoch nicht nur die Venues, die eine solche Maßnahme umsetzen können, sondern auch die Kongressveranstalter. Die Verwendung von recycelbaren Armbändern könnte dieses Problem lösen."

Außerdem kündigt Nichapa Yoswee an, dass das TCEB nicht nur Nachhaltigkeitsmaßnahmen einführen, sondern auch Anreize für Organisatoren schaffen wird, wenn diese ihre Veranstaltungen nachweislich klimaneutral durchführen. Unterstützung erhalten auch Organisatoren, die sich für Nachhaltigkeit im Allgemeinen einsetzen. Das Anreizsystem „Meet Sustainable“ belohnt Veranstaltungen mit 50 Delegierten, die mindestens drei Nächte bleiben und mindestens zwei von sieben nachhaltige Maßnahmen eingeführt haben, wie das Nutzen von wiederverwendbaren Badges oder das Spenden von Speisen. Um sich zu qualifizieren, dürfen die Veranstaltungen nicht in der Millionenstadt Bangkok stattfinden, sondern etwa in Chiang Mai, Chiang Rai im Norden, Rayong im Osten, Phuket und Samui Island im Süden. „Während wir in unseren Großstädten sehr erfolgreich sind, sind wir bestrebt, alternative Standorte zu fördern, die den internationalen Veranstaltungsplanern nicht so bekannt sind“, sagt Nichapa Yoswee. Sie denkt „abseits der üblichen Pfade“ z. B. an Luxus- Spas und fügt hinzu: „Thailand ist bereit, Business Events mit neuen Ideen neu zu definieren und die Anforderungen der Planer zu erfüllen, um den Return on Investment und die Ressourcenschonung zu gewährleisten.“
                

Um den Nachhaltigkeitsansatz des Thailand Convention and Exhibition Bureaus vorzustellen sowie die neue Stärke Bangkoks und die Dynamik Hua Hins, organisierte das TCEB vom 29. August bis 1. September 2019 eine internationale Pressereise. Hua Hin, ein Badeort südwestlich von Bangkok, beheimatet mehr als zehn Vier- und Fünf-Sterne-Hotels, darunter das Centara Grand Beach Resort and Villas. Erst im Juni 2019 haben sich die Stadtverwaltung von Hua Hin und das Resort zusammengetan, um das Engagement von Hua Hin für ökologische Nachhaltigkeit und Entwicklungsprogramme der Landesregierung zu verstärken.

Anfang der 1920er Jahre eröffnet, hat das Centara Grand Beach Resort and Villas den verschlafenen Fischerdorf Hua Hin zu Thailands erstem Badeort gemacht. Centara ist eine der fünf führenden Hotelmarken in Thailand mit den größten Grünflächen. Das Anwesen hat an seiner Strandpromenade einen riesigen Müllbehälter in Form eines Fisches aufgestellt. Sein Name ist „POP“, kurz für „Plastic Only, Please“. Seit 1. Juni weckt POP bei den Besuchern Bewusstsein für das Müllproblem, verursacht durch Plastik. Das Abfallmanagement-Team des Hotels leert den Müllbehälter, wiegt den Inhalt und bereitet diesen für die Sortierung und den Transport zu den lokalen Recyclinganlagen vor. Dank der Ergebnisse des 50- tägigen Tests der fischförmigen Mülltonne setzte sich Duenphen Pengkasem, Centara Grand Beach Resort & Villas Hua Hin Director of Quality Assurance, dafür ein, die Initiative zu erweitern und POP zu erhalten. Das gelang mithilfe der Unterstützung von Bürgermeister Nopporn Wuthikul und seinem Verwaltungsteam, das sich aktiv für das Umweltbewusstsein in der Gemeinde einsetzt und eine größere Verantwortung und Fürsorge für die Umwelt dieses Kurortes unterstützt.
     
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Nichapa Yoswee: „Thailand ist bereit, Business Events mit neuen Ideen neu zu definieren.“
FOTO: TCEB

Ein anderes positives Beispiel ist das Hua Hin Marriott Resort and Spa. 2018 erhielt es den G-Green (Silver) Award für herausragende umweltfreundliche Praktiken, vergeben vom thailändischen Ministerium für natürliche Ressourcen und Umwelt. Zu den wichtigsten Nachhaltigkeitspraktiken gehört die Reduzierung nicht recycelbarer Kunststoffe, etwa der Ersatz von Strohhalmen aus Kunststoff durch Papier. Das Hotel verwendet jetzt Bambus-Holzkisten für Nahrungsmittel und schenkt in Gläsern aus. Darüber hinaus gibt es Maßnahmen zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen. Die Zutaten für Speisen werden von den lokalen Bauern, Fischern und Kleinproduzenten bezogen, die den Standards entsprechen und weniger als 100 km vom Ort entfernt sind, beispielsweise Gemüsefarmen in Pranburi, Bio-Hühner aus Ratchaburi und einheimisches Rindfleisch und Lamm aus Pakchong. Schilder informieren die Gäste über diese Richtlinie. Für Meetings und Incentives werden die Kunden ermutigt, ihre Veranstaltungen entweder im Garten oder am Sandstrand abzuhalten. Diese Orte erfordern nur minimale Dekorationen und der Stromverbrauch für die Klimatisierung entfällt. Das Hotelteam reinigt regelmäßig den Strand und nutzt dabei wiederaufbereitetes Wasser für die Böden und Gärten.

Weiter im Süden Thailands ist die Anurak Community Lodge. Etwa zwei Stunden und 30 Minuten vom Phuket International Airport entfernt, ist sie ein gutes Beispiel dafür, wie ländliche Gemeinschaften an der ökologischen Entwicklung mitwirken können. Der Veranstaltungsort hat gerade den SKAL Sustainable Tourism Award 2019 in der Kategorie Ländliche Unterkünfte gewonnen. Die Preisverleihung fand zur Eröffnungsfeier des 80. SKAL-Weltkongresses an Bord des Kreuzfahrtschiffes Royal Caribbean Symphony of the Seas statt. Die Juroren bewerteten alle Beiträge auf der Grundlage von Nachhaltigkeitskriterien wie Klima-, Natur- und Tierschutz, Energie- und Wassereinsparung, aber auch Kulturerhaltung, lokales gesellschaftliches Engagement, Gesundheit und Sicherheit für Mitarbeiter und Gäste sowie lokale Beschäftigung, Ausbildung und wirtschaftliche Lebensfähigkeit.
STEPHEN DIONEDA
                             
http://tceb.or.th/en
The Hua Hin Marriott Resort and Spa in 2018 won the G-Green (Silver) Award.


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