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SUSTAINABILITY

Modell für die Zukunft

Der Klimawandel zählt zu den drängendsten Themen der Gegenwart. Umso beachtlicher, dass Nachhaltigkeit eine der zentralen Säulen jener „Economic Vision 2030“ ist, die Abu Dhabis langjähriger Regent Sheikh Zayed bin Sultan Al Nahyan schon um 2000 entwickelt hat. Der Bau der nachhaltigsten Stadt der Erde gehört dazu.

O
b es nun um das gute Reisegewissen geht – Stichwort: neutrale CO2-Bilanz – oder die richtige Kulisse zur Demonstration unternehmerischer Nachhaltigkeitsleistungen, wie die vom Automobilhersteller Audi, der hier die erste Pressefahrveranstaltung im öffentlichen Verkehr mit ca 500 Journalisten aus der ganzen Welt veranstaltet hat: an Abu Dhabi kommen Veranstaltungsplaner auf der Suche nach einer glaubwürdigen Destination in puncto „Sustainability“ derzeit kaum vorbei.

Moment mal – Abu Dhabi? Reden wir hier von jenem Abu Dhabi, das seinen unglaublichen Reichtum der Förderung fossiler Brennstoffe verdankt? Ja, tun wir. Aber! Der langjährige Herrscher des Emirats und Gründer der Vereinigten Arabische Emirate (VAE), Sheikh Zayed bin Sultan Al Nahyan, war sich bereits um die Jahrtausendwende darüber im Klaren, dass auch seine Bodenschätze nicht ewig währen würden.

Ergo haben seine Söhne, der jetzige Präsident der VAE Scheich Khalifa bin Zayed Al Nahyan und der Kronprinz Scheich Mohamed bin Zayed Al Nahyan gemeinsam mit der Regierung, einen auf seiner Vision basierenden und auf das 21. Jahrhundert ausgerichteten Wachstumsplan für eine wirtschaftlich nachhaltige Zukunft jenseits von Öl und Gas entwickelt, die „Economic Vision 2030“. Im Zuge dieser wird von der Regierung der Aufbau einer „diversifizierten, nachhaltigen und wissensbasierten Volkswirtschaft“ forciert, derweil die Einnahmen aus dem Verkauf von Öl und Gas sukzessive sinken sollen. Bis 2030 auf zunächst 40 Prozent im Vergleich zu 60 Prozent im Jahr 2008.

Einzelne Bauwerke umfasst die „Vision 2030“ ebenso wie ganze Gebiete und eine eigens zum Zweck künftiger Nachhaltigkeit entstehenden Stadt. Zu den baulichen Leuchtturmprojekten gehört zum Beispiel die Fertigstellung des dritten Terminals am Abu Dhabi International Airport. Der Midfield Terminal Complexes (MTC) soll demnächst an den Start gehen und die Abfertigung von bis zu 40 Millionen Fluggästen pro Jahr möglich machen.
                      
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Zauberhaftes UNESCCO-Weltkulturerbe: Die Oase von Al Ain
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Wichtiger Teil des Ökosystems: Der Mangrovenwald rund um Abu Dhabi Stadt
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Frisch geschlüpft: Karettschildkröten am naturgeschützten Strand von Saadiyat Island

SUSTAINABILITY | Model for the future Climate change is one of the hottest issues of our times, and the more far-sighted it accordingly was that sustainability was a central factor in the 'Economic Vision 2030' developed by Abu Dhabi's long-time regent Sheikh Zayed bin Sultan Al Nahyan already around the year 2000. Building the world's most sustainable city is part of that scheme.

Doch natürlich hatten die Planer des milliardenschweren Komplexes nicht nur die Entlastung der bereits bestehenden Terminalgebäude im Sinn, sondern auch und vor allem die nachhaltige Reduzierung des jährlichen Energieverbrauchs. Dem wird einerseits Rechnung getragen durch die klimafreundliche Gebäudeform und –fassade des knapp 750.000 Quadratmeter umfassenden Baus. Und um die Energieeffizienz auch dauerhaft sicherzustellen, ist zudem ein ausgeklügeltes Gebäudemanagementsystem sowie ein Energiemess- und Zielsystem implementiert. Darüber hinaus wird das MTC über Systeme zur Begrenzung der Trinkwassernutzung, zur Umleitung von Bauabfällen auf Deponien und zur Verwendung von recycelten und lokalen Materialien verfügen.

In Al Ain („Quelle“) rund 160 Kilometer südwestlich von Abu Dhabi City wird hingegen das Thema Naturschutz ganz groß geschrieben. Die Oasenstadt mit rund 375.000 Einwohnern erstreckt sich über eine Fläche, die etwa der von Paris entspricht. Vor allem aber ist sie die Heimatstadt des 2004 verstorbenen Scheichs Zayed bin Sultan Al Nahyan. Und dieser wünschte sich Al Ain vor allem grün. Daher ließ er dort Palmen pflanzen und Brunnen anlegen. Inzwischen wird Al-Ain deshalb auch „Gartenstadt des Arabischen Golfs“ genannt. 2011 wurde die zweitgrößte Stadt Abu Dhabis sogar zum UNESCO-Weltkulturund Natur-Erbe ernannt, darunter sechs Oasen sowie zahlreiche archäologische Fundstätten.

Der sicherlich eindrucksvollste Beleg für die auf Jahrzehnte ausgelegten „Vision 2030“ trägt den Namen Masdar City („Masdar“ bedeutet Ursprung). Die Konzeption dieser auf 40.000 Einwohner ausgelegten Stadt nahe des Abu Dhabi International Airport basiert auf der Idee, Zukunftsprojekte rund um das Thema Sustainability nicht nur am Computer durchzuspielen, sondern „live und in Farbe“. Die seit 2008 entstehende Stadt basiert auf den drei Säulen: soziale, wirtschaftliche und ökologische Nachhaltigkeit. Daher ist alles hier ausgerichtet auf die Erprobung modernster Technik zum nachhaltigen Umgang mit Ressourcen.

Ehrgeiziges Ziel der teilweise von Norman Foster entworfenen Modellstadt ist die vollständige Klimaneutralität. Eine an den historischen Erfahrungen der Araber orientierte moderne Architektur soll ein angenehmes Stadtklima und einen geringen Energieverbrauch ermöglichen, derweil ein sehr dichtes Netz öffentlicher Verkehrsmittel ohne fossile Antriebe zusätzlich für Lebensqualität sorgen soll.
      

"Greenprint" für eine nachhaltige Stadtentwicklung

So tickt Masdar City: Innovative Technologien kombiniert mit lokal inspirierter Architektur© Masdar City
So tickt Masdar City: Innovative Technologien kombiniert mit lokal inspirierter Architektur
© Masdar City

Interview mit Chris Chi Lon Wan, Head of Design Management der Sustainable-Real-Estate-Abteilung von Masdar City

Herr Wan, was genau ist Ihre Aufgabe in Masdar City?
Ich bin Head of Design Management der Sustainable-Real-Estate-Abteilung von Masdar City, das heißt ich plane und entwickle die nachhaltigen Gebäude in der Stadt.

Können Sie das Stadtbauprojekt kurz beschreiben?
Im Prinzip arbeiten wir in Masdar City an Lösungen für die Stadt der Zukunft mit dem ehrgeizigen Ziel, eine klimaneutrale Stadt zu werden. Basierend auf sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Nachhaltigkeit erarbeiten wir Lösungen in den Bereichen Energie, Wasser, Abfallwirtschaft oder Mobilität. So werden nur erneuerbare Energien genutzt, die wichtigsten Punkte der Stadt sind von überall aus immer zu Fuß erreichbar, wir haben einen strengen Recycling- Kreislauf konzipiert, das erste solare Photovoltaikkraftwerk der Region mit einer 10-Megawatt-(MW)-Solaranlage entwickelt und und und. Wir sind ein Real-Labor auf dem Gebiet der nachhaltigen, zukunftsfähigen Städteplanung.

Von welchen Dimensionen sprechen wir hier?
Wir bebauen eine Fläche von insgesamt sechs Quadratkilometern, wobei wir natürlich noch sehr viel Arbeit vor uns haben. Wirklich abschließen lässt sich so ein Projekt wie Masdar eigentlich nie.

Inwiefern?
Weil wir hier von einem dynamischen Prozess reden. In der Zukunft sind wir in vielerlei Hinsicht vielleicht schon viel weiter in der Entwicklung, dass wir dann Dinge neu angehen wollen. Wir lernen bei jedem Projekt in Masdar City dazu und es besteht immer Raum für Verbesserungen. Das ist Teil unserer Philosophie: Wir haben den Ehrgeiz, uns immer weiter zu entwickeln und zu verbessern und sehen auch den Weg dorthin als Ziel.

Wie kann man sich Masdar City schließlich komplett fertiggestellt vorstellen: Werden nur Unternehmen und Institute angesiedelt sein, oder soll Masdar City auch eine Stadt zum Leben sein?
„Live, Play and Work“ ist das Motto, das wir verfolgen. Also Unternehmen, Forschung und Infrastruktur auf der einen Seite – rund 40 % – und Wohnmöglichkeiten auf der anderen Seite. Derzeit haben sich rund 500 kleine und mittlere Unternehmen angesiedelt , aber auch Konzerne wie Siemens oder Honeywell. Auch die Zentrale der Internationalen Organisation für erneuerbare Energien (IRENA) ist hier ansässig. Masdar City wird aber weiterhin als "Greenprint" für eine nachhaltige und wirtschaftlich tragfähige Stadtentwicklung und als Technologiecluster entwickelt, in dem Technologieunternehmen, Forschungszentren und Universitäten zusammengeschlossen sind, um die gesamte Innovationspipeline voranzutreiben, die erforderlich ist, um nachhaltige Technologien voranzutreiben und die Entwicklung der Schlüsselsektoren zu unterstützen, von denen erwartet wird, dass sie in der Zukunft von großem Wert und Bedeutung sind.

Warum kümmern sich die VAE und insbesondere Abu Dhabi so sehr um Nachhaltigkeit?
Wir haben eine lange Tradition auf diesem Gebiet. Die VAE waren das erste Land im Gulf Cooperation Council (GCC), das sich mit Nachhaltigkeit beschäftigte. Die VAE waren auch das erste ölproduzierende Land und OPEC-Mitglied, das das Pariser Abkommen unterzeichnet hat. Mit ihrer Vision 2021 Agenda und ihrer Green Growth Strategy verfügen die VAE über eine der fortschrittlichsten Strategien für nachhaltige Entwicklung in der Region. Das Land bekennt sich auch zu den 17 Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen und hat eine Reihe von Fonds und Initiativen eingerichtet, um auf nationaler und internationaler Ebene auf diese Ziele hinzuarbeiten. Masdar City ist eine davon.

Masdar City selbst ist der Hauptsitz der Internationalen Organisation für erneuerbare Energien (IRENA) sowie Heimat der neu gegründeten Mohamed bin Zayed University of Artificial Intelligence (MBZUAI): der weltweit ersten Universität, die es Absolventen, Unternehmen und Regierung ermöglichen soll, Künstliche Intelligenz weiterzuentwickeln. Dazu der Vorsitzende des Kuratoriums der MBZUAI, Seine Exzellenz, Dr. Sultan Ahmed Al Jaber: „Die Mohamed bin Zayed University of Intelligence ist eine offene Einladung von Abu Dhabi an die Welt, das volle Potenzial der KI zu entfalten.“

Realisiert bzw. vorangetrieben wird die Ökostadt von Masdar, der 2006 eigenes gegründeten „Abu Dhabi Future Energy Company“. Masdar soll dazu beitragen, die Führungsrolle der VAE im globalen Energiesektor zu behaupten und gleichzeitig die Diversifizierung ihrer Wirtschaft und Energiequellen zum Nutzen künftiger Generationen zu unterstützen. Inzwischen hat sich das Unternehmen als einer der weltweit führenden Anbieter von Forschung, Technologie und Vermarktung im Bereich der sauberen Energien etabliert.

Kein Wunder also, dass die Modellstadt Begehrlichkeiten auch im Veranstaltungssegment weckt. So hat zum Beispiel Audi Masdar City und Abu Dhabi Ende 2018 ausgewählt, um hier seinen ersten vollelektrischer SUV zu präsentieren. „In Masdar City trifft die Zukunft der Mobilität auf das Stadtleben der Zukunft - emissionsfrei, ökologisch und nachhaltig", lobt Peter Oberndorfer, Leiter Kommunikation, Produkt und Technologie bei Audi, „daher war dies der perfekte Ausgangspunkt für das Testfahrt-Event mit dem Audi e-tron."

Das findet auch der Direktor des Abu Dhabi Convention & Exhibition Bureau, Mubarak H. Al Shamisi: „DCT Abu Dhabi hat sich gemeinsam mit seinen Partnern der Nachhaltigkeit verpflichtet, die ein Schlüsselelement unserer Strategie für das gesamte Emirat darstellt", sagte er. „Und da wir beim Thema Nachhaltigkeit nach Exzellenz streben, standen die Präsentation und die erste medienwirksame Testfahrt des Audi e-tron in unserem Emirat ganz im Sinne des Umweltschutzes, der eine unserer Nachhaltigkeitssäulen bildet.“
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Nachhaltigkeit first: Der World Future Energy Summit zieht jedes Jahr führende Köpfe aus Wirtschaft und Forschung im Energiesektor nach Abu Dhabi
© Abu Dhabi Sustainability Week
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© Chris Wan
“In Masdar City arbeiten wir an Lösungen für die Stadt der Zukunft”
Chris Chi Lon Wan
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