Innovations-Index für die MICE-Branche? Image 1

KOLUMNE

Innovations-Index für die MICE-Branche?

W
illkommen zu meiner zehnten Kolumne in der tagungswirtschaft. Das bedeutet nicht, dass meine Beiträge die tw schon nachhaltig prägen, aber die Themen, die hier verhandelt wurden schon. Gestatten Sie mir einen kurzen Rückblick. Global denken, lokal handeln, das ist mein roter Faden. Ein Thema waren Veranstaltungsformate reicher Unternehmer in Los Angeles, ein anderes die Rolle Afrikas als Zukunftsmarkt für die MICE-Wirtschaft. Gerechtigkeitsfragen spielten bei meinem viel beachteten Text über Geschlechtergerechtigkeit genauso eine Rolle wie beim Thema Antirassismus. Ich habe über Zeitgeistthemen wie Fehlerkultur oder Community geschrieben, aber auch über Zufälle und deren Bedeutung. Lauter Themen, die ich hoch interessant finde und gerne mit Ihnen teile. So geht das hier auch weiter, bleiben Sie mir verbunden.

Wir brauchen mehr Orte, an denen über die fundamentalen Veränderungen in der MICE-Branche gesprochen wird! Die Veranstaltungsbranche ist gefangen zwischen den Megatrends Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Nicht nur die technischen Anforderungen an Veranstaltungsorte ändern sich durch die Digitalisierung rasant, sondern auch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, unter denen Events stattfinden. Wie global können Konferenzen oder Messen zukünftig unter dem Eindruck der Klimakrise noch gedacht werden? Wie gelingt die Verbindung von globaler Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit bei internationalen Meetings?
           
     
Innovations-Index für die MICE-Branche? Image 2
FOTO: RE:PUBLICA, BRE‘ANN WHITE (CC BY-SA 2.0)
Andreas Gebhard ist Geschäftsführer und Mitgründer der re:publica in Berlin, mit über 10.000 Teilnehmern Deutschlands größte Konferenz für die digitale Gesellschaft. Als Kolumnist der tw tagungswirtschaft schreibt er als Veranstalter, was ihn gerade beschäftigt.

Das sind alles keine ganz neuen Themen. Nun brennt es aber an so vielen Stellen, und keine Versicherung erstattet dem Menschen den Schaden, den er angerichtet hat. Doch wie entsteht eine Strategie für eine Branche, die vielfach in mittel- bis langfristigen Zeiträumen planen muss? Nachhaltigkeit kann nicht mehr nur über Energieverbrauch oder Verbrauchsgütertransparenz hergestellt werden. Hier braucht es größeren Bezugsräume und Ideen. Selbstverständlich ist, dass globaler Austausch wichtiger denn je ist. Doch braucht es weiterhin Produktmessen, bei denen hunderte ähnlicher Produkte aus aller Welt an einen Ort gebracht werden müssen, wenn die Informationen zu diesen mannigfaltig im Netz vorhanden sind – in HD, VR und 3D?

Eine Welt der unvergleichbar unterschiedlichen Geschwindigkeiten benötigt mehr denn je den Austausch zwischen Menschen, und somit sind Tagungen und Events unverzichtbar. Mein Vorschlag: Wie wäre es mit einem Innovations-Index für die Eventbranche, der die Themen der Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Aufenthaltsqualität miteinander kombiniert? So könnten Gäste sehr gut feststellen, welches Event sich wirklich lohnt und den Planeten am besten behandelt. Ist die Branche reif für diesen Wettbewerb der Zukunft?
„Wie global können Konferenzen unter dem Eindruck der Klimakrise noch gedacht werden?“
Andreas Gebhard,
CEO und Mitgründer re:publica
Datenschutz