„Berliner Erklärung der Vielen“ Image 1

GEGEN RASSISMUS

„Berliner Erklärung der Vielen“

D
er Tagungsmarkt „D“ wächst und wird internationaler. Laut dem „Meeting- & EventBarometer 2017/2018“ ist der Anteil ausländischer TeilnehmerInnen im Vergleich zum Vorjahr erneut gestiegen – um über zehn Prozent auf insgesamt 36,5 Millionen TeilnehmerInnen. Stark ansteigend sind hierzulande allerdings auch fremdenfeindliche Straftaten und Übergriffe.

Ein schleichender Rechtsruck in der Gesellschaft geht einher mit Abschottungstendenzen in der Weltwirtschaft. Die „Anti-Globalisierer“ verkaufen ihren Anhängern Segregation nach innen und außen als Lösung aller Probleme. All das wird über kurz oder lang Auswirkungen auf die Veranstaltungsbranche haben. Dabei kommt dieser eine Schlüsselrolle bei der Integration zu. Nur wenige Branchen verfügen über eine derart heterogene Belegschaft; von einfachen körperlichen Tätigkeiten bis zum komplexen Eventmanagement werden fast alle Fähigkeiten benötigt. Damit bildet die MICE-Branche die Gesellschaft ab. Hier können wir ansetzen! Wir müssen uns konsequent gegen Rassismus stellen – in den eigenen Reihen, bei Dienstleistern, bei Kunden! Wer hat noch nicht erlebt, dass Sprüche geklopft werden, dass Menschen anderer Herkunft schlechter behandelt werden?

„Berliner Erklärung der Vielen“ Image 2
FOTO: RE:PUBLICA, GREGOR FISCHER (CC BY-SA 2.0)
Andreas Gebhard ist Geschäftsführer und Mitgründer der re:publica in Berlin, mit über 9.000 Teilnehmern Deutschlands größte Konferenz für die digitale Gesellschaft. Als Kolumnist der tw tagungswirtschaft berichtet er aus seiner Sicht als Veranstalter.

Vorbildlich finde ich die „Berliner Erklärung der Vielen“, just am 9. November 2018 gestartet. Berliner Kultureinrichtungen, aber auch bundesweite Einrichtungen und Verbände haben einen Maßnahmenplan für den Umgang mit Rechten veröffentlicht etwa: „Die unterzeichnenden Kunstund Kulturinstitutionen führen den offenen, aufklärenden, kritischen Dialog über rechte Strategien. Sie gestalten diesen Dialog mit Mitwirkenden und dem Publikum in der Überzeugung, dass die beteiligten Häuser den Auftrag haben, unsere Gesellschaft als eine demokratische fortzuentwickeln.“ Die re:publica hat diese Erklärung unterzeichnet! Was spricht dagegen, dass die Akteure der Veranstaltungswirtschaft nachziehen? Ein anderes Beispiel ist die Initiative „Plus1 – Refugees welcome!“ der Berliner Konzertveranstalter, Clubs und Künstler, um Solidarität mit Flüchtlingen zu zeigen und um konkrete Hilfe zu leisten. Seit Oktober 2015 sammelt die Initiative im Nachtleben der Hauptstadt Spenden für Flüchtlings-Hilfsprojekte. Wer als „Plus1“ bei Konzerten, Clubabenden oder Partys auf der Gästeliste steht, muss keinen Eintritt bezahlen – eigentlich. Genau diese privilegierten Menschen sollen künftig einen Solidaritäts-Euro beisteuern. „Plus1“ auf der Gästeliste bekommt eine neue Bedeutung. Diese Idee lässt sich auf alle Veranstaltungen anwenden!

Für die re:publica gehören Internationalisierung und Digitalisierung zusammen. Unser Code of Conduct regelt das Verhalten unserer BesucherInnen und MitarbeiterInnen und gibt allen ein sicheres Gefühl. Wussten Sie, dass die re:publica am 14. und 15. Dezember 2018 erstmals in Accra, Ghana, stattfindet? Nein? Dann surfen Sie ganz schnell auf unsere Seite (https://accra18.re-publica.com/de) Und kommen Sie mit!  ANDREAS GEBHARD 
„Wir müssen uns konsequent gegen Rassismus stellen.“
Andreas Gebhard,
CEO und Mitgründer re:publica
Datenschutz