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COCA-COLA INCLUSION RUN

Emotional nachhaltig

Ivo Franschitz eröffnet mit dem „Coca-Cola Inclusion Run“ den Vienna City Marathon. Dabei setzen 500 Läufer – mit Beeinträchtigung und ohne – laufend ein Zeichen für Vielfalt und Inklusion.

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s ist ein Anblick, der emotional aufwühlt. Rund 25 Minuten nach dem Startschuss des „Coca-Cola Inclusion Run“ überqueren die letzten Läufer die Ziellinie. Mit speziell angefertigten Gehhilfen, bestehend aus einem Fahrradlenker und drei Reifen, kämpfen sie sich ins Ziel. Kämpfen ist hier wörtlich zu verstehen, denn die letzten beiden Läufer, die gerade ankommen, sind schwer gehbehindert. Dennoch haben sie die Strecke über 800 Meter aus eigener Kraft bewältigt. Die Anstrengungen stehen ihnen ins Gesicht geschrieben, aber noch viel mehr der pure Stolz, die pure Freude. Es fließen Tränen. Freudentränen bei den einen, Tränen der Rührung bei anderen. Die meisten Zuschauer und Mitläufer sind gar nicht mehr im Zielbereich, aber das stört die Szenerie überhaupt nicht. Wer noch da ist, applaudiert und feuert an, so laut es geht. Insgesamt rund 500 Menschen nehmen am Lauf entlang des Wiener Rings vom Heldentor bis zum Burgtheater teil. Es sind Personen mit kognitiven Einschränkungen, Rollstuhlfahrer, Pfleger, Kinder mit Charge-Syndrom, Autisten, Eltern, Freunde – eine bunte Mischung. Dabei laufen sie nicht gegen andere Läufer und wollen auch keine bestimmte Zeit erreichen. Sie laufen gegen Vorurteile und wollen Aufmerksamkeit erreichen. Der „Coca-Cola Inclusion Run“ eröffnet am 21. April 2018 das Wochenende des Vienna City Marathons, mit 40.000 Athleten die größte Sportveranstaltung Österreichs.


Einer, der im Zielbereich steht und applaudiert, ist Ivo Franschitz. Mit seiner Agentur Enited ist er an der Organisation der Charity-Veranstaltung beteiligt. Mit der Coca-Cola Company arbeitet Franschitz im Rahmen von Corporate oder Public Events bereits seit über 20 Jahren zusammen, beispielsweise bei der 70-Jahr-Feier von Coca-Cola in Österreich. Nach so langer Zeit könnte man einen gewissen routinemäßigen Umgang vermuten, doch der Auftrag des Inclusion Runs ist für Franschitz eine Herzenssache: „Jeder Auftrag, jedes Event hinterlässt für eine gewisse Zeit, durch bestimmte Eindrücke, Begegnungen mit unterschiedlichen Charakteren und emotionalen Erfahrungen eine eigene Note. Und einige wenige bleiben auf Dauer bestehen. Die Veranstaltung, die wir heute erleben, ist eine davon. Sie berührt mich emotional am stärksten.“

Der Lauf in Wien findet 2018 zum zweiten Mal statt und hat seine Teilnehmerzahl gegenüber der Premiere mehr als verdoppelt. Die Veranstaltung macht zudem auf das 50-jährige Jubiläum der Special Olympics aufmerksam. Coca-Cola ist Gründungspartner der größten Sportbewegung für Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung. Auch bei den Special Olympics 2017 in Schladming arbeitet Ivo Franschitz mit Coca-Cola zusammen. Ihn verbindet ein enges, gar freundschaftliches Verhältnis zu Philipp Bodzenta, Unternehmenssprecher von Coca-Cola Österreich. Die beiden treffen sich wenige Stunden vor dem Start des Inclusion Runs in einem Wiener Kaffeehaus, um letzte Details zu besprechen. „Wir kennen uns seit 1999, als wir im Zuge der 70-Jahr-Feier zusammengearbeitet haben. Seither haben wir viele Veranstaltungen gemeinsam betreut und gegenseitiges Vertrauen aufgebaut“, sagt Franschitz. Bodzenta nickt. Mehr braucht es nicht zur Bestätigung. Wie eng und vertrauensvoll das Verhältnis der beiden Männer ist, merkt man, als Bodzentas Kinder zum Mittagessen dazu stoßen. Es herrscht eine andere Stimmung als bei einem gewöhnlichen Geschäftsessen.

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„Wir sind alle Gewinner“. Der „Coca-Cola Inclusion Run“ schafft mit rund 500 Teilnehmern Aufmerksamkeit.
FOTO: MARTIN STEIGER

Auf die Frage, wie es dazu käme, dass sich sein Unternehmen im Bereich Inklusion engagiere, muss Bodzenta etwas ausholen. „Das Engagement für Inklusion hat bei Coca-Cola eine lange Tradition. Das geht bis ins Jahr 1968 zurück, als Eunice Kennedy- Shriver, deren ältere Schwester Rosemary Kennedy unter geistigen Beeinträchtigungen litt, den damaligen Coca-Cola-Company-Präsidenten Don Keough überzeugen konnte, die ersten Special Olympics zu unterstützen.“ Seither engagiert sich der Getränkehersteller sozial – laut Unternehmensangaben fließt jährlich ein Prozent des operativen Gewinns in wohltätige Projekte – und schaltet schon Ende der 1960er Jahre Kampagnen wie „Boys on a Bench“ mit afroamerikanischen und weißen Jugendlichen auf dem Höhepunkt der amerikanischen Rassenunruhen. „Eine positive Lebenseinstellung liegt in der DNA von Coca-Cola. Und genau das möchten wir auch ausdrücken und erreichen mit unseren Aktionen, Kampagnen und den Veranstaltungen, die wir unterstützen oder selbst ausrichten“, so Bodzenta. „Wir möchten Menschen zusammenbringen und Optimismus verbreiten. Dafür steht unsere Marke und diese Botschaft wollen wir vermitteln.“

Als er vom Inclusion Run und den Special Olympics in Schladming spricht, wird er emotional. „Im Zuge der Organisation und der Events selbst habe ich unglaublich viel gelernt und ganz viel positive Energie mitgenommen“, so Bodzenta. Ein Blick in sein Gesicht genügt, um zu begreifen, dass das nicht einfach so daher gesagt ist. Bei der operativen Umsetzung der Events arbeitet Bodzenta mit einem Kernteam von 20 Leuten zusammen, ganz bewusst werden dabei auch Leute mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen eingesetzt. „Und wenn man sieht, wie gerade diejenigen Freude ausstrahlen und immer irgendwie einen positiven Zugang finden, zu sämtlichen Herausforderungen, dann erdet das einen.“ Bodzenta hält inne und muss kurz schlucken. „Nicht wir tun den Gehandicapten etwas Gutes, indem wir sie mitarbeiten lassen. Es ist genau umgekehrt. Sie tun uns gut.“ Bei all dem geht Bodzenta unverhohlen ehrlich damit um, dass sich das Engagement für sein Unternehmen auch finanziell lohnt und lohnen soll. „Wenn man sich einsetzt, gerade im Bereich Inklusion beziehungsweise Vielfalt, wird das honoriert. Wir bekommen sehr viel positive Resonanz. Letztlich ist es gut für unser Image. Und ein positives Image – das hat Coca-Cola in Studien nachvollzogen – ist verkaufsfördernd.“

ENITED

Enited Business Events ist ein Beratungsunternehmen im Bereich der international Business Events & Live Communication. Die Gründer verfügen über 40 Jahre Erfahrung und beraten und unterstützen Unternehmen, aktive Verbände und Destinationen nach dem „Sharing the idea of excellence.“ „Das bedeutet für uns, eine neue Generation von Business Events zu definieren und die Idee von Exzellenz zu teilen und weiterzugeben“, sagt Managing Director Ivo Franschitz. „Enited Excellent.C Modell“ und „Enited Solutions“ heißen die Lösungen für Business Events. 
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Langsam wird es für alle Beteiligten Zeit, sich auf den Weg zum Heldentor zu machen, wo in Kürze der Startschuss erfolgen soll. Philipp Bodzenta und seine drei Kinder erscheinen in Sportklamotten, sie laufen gleich mit. Doch auch für Ivo Franschitz wird es plötzlich sportlich, denn obwohl sein Job im Zuge der Organisation eigentlich längst erledigt ist, ist er natürlich für alle Beteiligten weiterhin Ansprechpartner. Wo ist das Mikrofon für den Moderator? Wer achtet auf die genaue Startzeit, damit die Strecke für die anstehenden Wettbewerbe am Nachmittag rechtzeitig frei ist? Können sich noch Läufer nachmelden?

Bei Franschitz laufen die Fäden zusammen. „Im Grunde bin ich hier als Mediator und Facilitator tätig“, sagt Franschitz lachend. Er vermittelt zwischen allen Beteiligten. Bei den Special Olympics bedeutet das zum Beispiel zwischen dem österreichischen Verband, der internationalen Dachorganisation, Coca-Cola Österreich und der Muttergesellschaft in Atlanta. „Das muss natürlich erst mal koordiniert werden. Denn letztlich müssen Entscheidungen getroffen werden, mit denen alle Beteiligten zufrieden sind – keine leichte Aufgabe bei derart komplexen und großen Veranstaltungen.“ Die Dienstleistungen, die Franschitz mit seinem vierköpfigen Beratungsunternehmen abdeckt, fallen in die unterschiedlichsten Bereiche. Das Spektrum reicht vom Content-Design, der Koordination von Lead-Projekten, über Hospitality-Programme bis hin zum Logistik-Management.

Wie komplex diese Aufgabe beim Inclusion Run ist, wird deutlich als das Telefon klingelt und das Rote Kreuz letzte Details klären will. „Sie müssen sich vorstellen, dass die medizinische Versorgung hier wesentlich herausfordernder ist, als bei einer ‚normalen‘ Sportveranstaltung“, erklärt Franschitz. „Sollte sich hier jemand verletzen, können Sie nicht davon ausgehen, dass sich Betroffene auch ausdrücken kann. Die Themen Versorgung und Sicherheit sind wirklich herausfordernd.“

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Die Laufveranstaltung eröffnet das Wochenende des Vienna City Marathons.
FOTO: MARTIN STEIGER



Dass die Planung daher rechtzeitig und detailliert erfolgen muss, liegt auf der Hand. „Die ersten Gespräche mit den beteiligten Stakeholdern finden bereits im Oktober, ein halbes Jahr vor der Veranstaltung, statt. Der tatsächliche Projektstart erfolgt dann im Februar“, beschreibt Franschitz. „Sind mehrere Parteien beteiligt, kann es schon mal zu Unstimmigkeiten kommen. Unsere Aufgabe als Mediator zu beschreiben, trifft es daher ganz gut. Das ist eine unserer Kernkompetenzen als Agentur.“ Nachdem alle Läufer das Ziel erreicht haben, schleusen sie Cheerleader und Schilder mit Aufschriften wie „Wir sind alle Gewinner“ in die „Coca- Cola-Welt“. Um im Umfeld des Vienna City Marathons neue Marken zu promoten, baut der Brausehersteller am Burgtheater einen eigenen Bereich auf, in der „die Vielfalt der Coca-Cola-Welt“ vorgestellt wird. Das gehört dazu. Die 500 Läufer probieren eifrig Limonade, Saft und Kokoswasser.

Coca-Cola ist es gelungen, für die Laufveranstaltung die Österreichischen Lotterien mit ins Team zu holen. Für jeden Starter spenden die Lotterien zehn Euro an Special Olympics Österreich. „Es ist immer wieder berührend, wie zuletzt in Schladming mitzuerleben, wie die Special Olympics Sportlerinnen und Sportler mit Feuereifer und Teamgeist dabei sind, wie sie Erfolge gemeinsam feiern und jeden herzlich aufnehmen, der mit ihnen feiern will“, so Vorstandsdirektorin Bettina Glatz-Kremsner, „wir freuen uns, über den Inclusion Run auch ein Zeichen setzen zu können.“ Special Olympics Österreich-Präsident Jürgen Winter freut sich über das Engagement von Coca-Cola und der Österreichischen Lotterien: „Es ist sehr wichtig, dass Unternehmen uns helfen, den Gedanken der Inklusion, der hinter allem bei Special Olympics steht, hinaus zu tragen. Und auch Wolfgang Konrad, Veranstalter des Vienna City Marathon, ist der Coca-Cola Inclusion Run ein großen Anliegen: „Gerade in Zeiten, in denen unsere Gesellschaft enormen Veränderungen ausgesetzt ist, wird ein verbindendes und friedliches Miteinander besonders wichtig. Der Vienna City Marathon ist jedes Jahr gelebter Ausdruck dafür. Ich bin stolz, dass wir mit dem Inclusion Run diese Botschaft des Laufens weiter verstärken.“

„Veranstaltungen wie der Inclusion Run oder die Special Olympics öffnen ein Fenster in die Welt der Inklusion, deswegen sind sie so wichtig“, sagt Ivo Franschitz. „Wenn man sich tatsächlich damit auseinandersetzt – und sind wir mal ehrlich: die Wenigsten tun das, denn behinderte Menschen sind längst noch nicht in der Mitte der Gesellschaft aufgenommen und angekommen – erweitert das den eigenen Horizont. Das kann ich aus Erfahrung bestätigen.“ Nachdem sich der Zielbereich rund um das Burgtheater und den Rathausplatz langsam leert, wirkt Franschitz ruhig. „Die Special Olympics in Schladming und der Inclusion Run sind wirklich mit die schönsten Veranstaltungen, die ich in meiner mehr als 20-jährigen Karriere begleiten durfte. Das Ganze ist emotional nachhaltig, es bleibt so viel hängen. Das ist eigentlich kaum in Worte zu fassen.“ Wer beim Zieleinlauf dabei gewesen ist, für den braucht es auch keine Worte.  CHRISTIAN FUNK
 

www.coca-colacompany.com/diversity-and-inclusionwww.enited.euwww.vienna-marathon.com
Die Teilnehmer laufen nicht gegeneinander sondern gegen Vorurteile.
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FOTO: ENITED
„Mit die schönsten Veranstaltungen, die ich in meiner Karriere begleiten durfte.“
Ivo Franschitz,
Enited
„Nicht wir tun den Gehandicapten etwas Gutes. Es ist genau umgekehrt.“
Philipp Bodzenta, Coca-Cola Österreich
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