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Für die Zukunft gestimmt

Um die Zukunft des EVVC (Europäischer Verband der Veranstaltungs-Centren) zu sichern, sind das Hauptamt zu stärken und umfangreiche Satzungsänderungen zu beschließen. Die Mitglieder winken diese durch. Sie stehen hinter ihrem Präsidenten und Vorstand.

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er nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit“, eröffnet Antje Münsterberg die Jahreshauptversammlung des Europäischen Verbands der Veranstaltungs- Centren (EVVC). Mit Friedrich Schillers Worten stimmt die Presseverantwortliche die 200 Mitglieder auf das ein, worum es am 4. April 2017 im Congress Center der Messe Frankfurt geht: Die Zukunft des Fachverbands. Die Stimmung unter den Delegierten ist an diesem wichtigen Tag der Entscheidung alles andere als angespannt. Im Gegenteil, sie ist wie das Wetter: heiter und sonnig. Die richtige Wohlfühltemperatur für Präsident Joachim König und seinen Vorstand, um sich einmal anders zu präsentieren. Statt nacheinander einzeln ans Rednerpult zu treten, stehen die Protagonisten an Moderationstischen wie sonst bei Nachrichtensendungen und führen gemeinsam durchs Programm.

So bittet EVVC-Präsident Joachim König für den Geschäftsbericht seine Stellvertreterin Ilona Jarabek mit auf die Bühne. „Schließlich teilen wir uns die Arbeit“, bemerkt er und beginnt. Da ist der Forschungsverbund mit dem German Convention Bureau (GCB) und dem Fraunhofer IAO zum Thema „Future Meeting Space“. Die Studie soll der Branche Handlungsempfehlungen für die Zukunft geben und das Bewusstsein für Veranstaltungen stärken. Darauf zielen auf Bundesebene auch die Lobbying- Aktivitäten im BTW – Bundesverband der Tourismuswirtschaft ab, in dem König seit Dezember als stellvertretendes Präsidiumsmitglied sitzt. Um weltweit die Wahrnehmung von Kongressen zu steigern, engagiert sich König als Präsident des Dachverbands Joint Meetings Industry Council (JMIC) für die internationale Kampagne „The Iceberg“, bei der es um das „Erbe“ von Kongressen geht wie wissenschaftliche Erkenntnisse und Entwicklungen.

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Nahezu alle der anwesenden 200 Mitglieder stimmen auf der Jahresversammlung des EVVC für die Reformen.
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EVVC-Vize-Präsidentin Ilona Jarabek berichtet von der 
Ausbildungsinitiative „100PRO“
 mit den Partnerverbänden Ausstellungs- und Messeausschuss der Deutschen Wirtschaft (AUMA), dem Kommunikationsverband FAMAB und dem Verband für Medien- und Veranstaltungstechnik (VPLT) unterstützt vom DIHK (Deutscher Industrie- und Handelstag). Betriebe, die den Ausbildungskodex unterzeichnen, verpflichten sich die Qualität der Ausbildung ihrer Veranstaltungskaufleute und -techniker zu sichern. „Wir haben die Initiative genau vor einem Jahr auf der Prolight+Sound vorgestellt und schon 200 Unterstützer“, berichtet Jarabek und appelliert an die Mitglieder: „Machen Sie mit“.

Mitgemacht haben diese in den drei nach Betriebsgrößen gestaffelten Arbeitsgruppen (AG I bis III) sowie der AG IV Technik. Die von den jeweiligen Vertretern im Vorstand vorgestellten Aktivitäten umfassen die Integration von Flüchtlingen, Personalentwicklung und demografischer Wandel, die energetische Sanierung von Veranstaltungshallen, das EU-Urteil zur Störerhaftung bis hin zur Sicherheit bei Veranstaltungen.

Die Mitglieder entlasten den Vorstand für das vergangene Geschäftsjahr 2016. Sie genehmigen auch das angepasste Budget für das Geschäftsjahr 2017 und die deutliche, zweistellige Erhöhung der Mitgliedsbeiträge. König erinnert: Es ist die erste Beitragserhöhung nach 14 Jahren. Diese ist nötig, um die erhöhten Kosten durch das Hauptamt zu decken“. Nur fünf Mitglieder stimmen dagegen, vier weitere enthalten sich.



Ohne Gegenstimmen passiert die Änderung der Satzung, die das Präsidium ermächtigt, einen sogenannten „Besonderen Vertreter“ gemäß § 30 BGB (Generalsekretär/ in) zu ernennen, um eine weitere Professionalisierung der Geschäftsstelle zu ermöglichen. Noch im Laufe dieses Jahres soll diese Position besetzt werden.

Dass Mitglieder in Null-Komma- Nichts der neuen Satzung und Geschäftsordnung, der Stelle des Generalsekretärs und der Beitragserhöhung zustimmen, freut EVVC-Präsident König, überrascht ihn aber nicht. „In den letzten zwei Jahren haben wir unsere Mitglieder kontinuierlich über die Notwendigkeit der anstehenden Veränderungen informiert und sie am Prozess teilhaben lassen“, erzählt er. König deutet die einvernehmliche Zustimmung der Mitglieder „als Beleg und sehr positives Zeichen hinsichtlich des Vertrauens der Mitglieder in die Arbeit des Vorstands“.

Mit den umfassenden Änderungen will der Vorstand die Weichen für die Vorstandswahlen 2018 stellen und schlägt Vizepräsidentin Ilona Jarabek, Geschäftsführerin der Lübecker Musik- und Kongresshallen (MuK) vor. „Denn“, so König, „grundsätzlich ist festzustellen, dass die Vielzahl und Breite der vom Verband bearbeiteten Themen natürlich kontinuierlich zunimmt, aber dass kaum noch Kolleginnen und Kollegen in der Lage sind, das Amt des Präsidenten bzw. Vizepräsidenten ehrenamtlich im bisher gewohnten Maße auszuüben.“ Als Geschäftsführer des Hannover Congress Centrum (HCC) weiß er, wovon er spricht.

„WIR MÜSSEN DAS HAUPTAMT STÄRKEN!“

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Joachim König, Präsident des Europäischen Verbands der Veranstaltungs-Centren (EVVC) und Geschäftsführer des Hannover Congress Centrum (HCC) über die Satzungsänderungen.

Wieso ist die Schaffung der Stelle eines hauptamtlichen Generalsekretärs nötig?
In den letzten Jahren haben die Vielzahl und Breite der vom Verband bearbeiteten Themen zugenommen. Dies verbunden mit den gestiegenen Anforderungen an uns alle in unseren Hauptämtern, d.h. in der Leitung eines Veranstaltungshauses, macht die intensive Ausübung eines Ehrenamtes als EVVC-Präsident für die meisten schlichtweg unmöglich. Nur durch die weitere Professionalisierung in Form der Stelle eines Generalsekretärs oder einer Generalsekretärin, der oder die den Verband auch nach außen vertritt, kann die Arbeit des EVVC somit in bewährter Quantität und Qualität fortgesetzt werden. Noch im Laufe dieses Jahres soll diese Person ihr Amt antreten. Erste entsprechende Gespräche haben bereits stattgefunden.

Wie in anderen Verbänden steigen die Erwartungen der Mitglieder, während ihr Engagement sinkt. Wie begegnen Sie dieser Entwicklung?
Um die Zukunft des Verbands zu sichern, müssen wir das Hauptamt stärken! Wie gesagt ist das Ehrenamt für viele heute schlichtweg nicht mehr in dem Umfang zu leisten, wie es vielleicht noch vor zehn Jahren der Fall war. Diese nicht korrigierbare Entwicklung wird sich wohl noch verstärken – und ist übrigens auch in privaten Vereinen zu beobachten. Umso wichtiger ist die weitere Professionalisierung, d.h. die Verstärkung derer, die hauptamtlich für den Verband arbeiten. Nicht in allen Verbänden wird solch ein Prozess von der breiten Mehrheit getragen. Im EVVC haben die Mitglieder sehr klar die Weichen für die Zukunft gestellt. Die optimale Betreuung unserer Mitglieder, eventuell weitere Bemühungen um Internationalisierung sowie die Vertretung der Interessen der Veranstaltungsbranche auf dem politischen Parkett sind und bleiben wichtige Themen, die nach vorne gebracht werden müssen.
KERSTIN WÜNSCH


Zwei ehemalige Vorstandsmitglieder, denen das gelungen ist, sind Dietmar Philipp, bis 2016 Leiter Graf-Zeppelin-Haus Friedrichshafen, und Günter Ihlenfeld, bis 2016 Geschäftsführer im Congress Centrum Pforzheim. Beide werden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Aktuell zählt der EVVC 
333 Mitgliedsbetriebe
 mit 750 Locations. Die acht Austritte 2016 halten sich die Waage mit den Eintritten 2017. Den mittlerweile 66 Dienstleistungspartnern wie neuerdings Xing Events wird jetzt eine eigene Position im Vorstand eingeräumt und eine Partner-Arbeitsgruppe analog der vier bestehenden Mitglieder-Arbeitsgruppen. Schließlich sollen alle zu Wort kommen.  
KERSTIN WÜNSCH
 

www.evvc.org
„Das Ehrenamt ist für viele heute nicht mehr in dem Umfang zu leisten, wie es noch vor zehn Jahren der Fall war.“
Joachim König,
EVVC-Präsident
„Die intensive Ausübung eines Ehrenamtes als EVVC-Präsident ist für die meisten unmöglich.“
Joachim König,
EVVC-Präsident
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