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AIPC KOLUMNE

Kooperativer Ansatz

Geoff Donaghy, President der International Association of Convention Centres (AIPC) und CEO des International Convention Centre Sydney (ICC Sydney), schreibt in seiner Kolumne über gestiegene Sicherheitsbedenken.

I
n einer Zeit, in der sicherheitsrelevante Probleme und Zwischenfälle regelmäßig für Schlagzeilen sorgen, sind Veranstaltungshäuser dabei, sowohl ihre eigenen Notfallpläne und -prozesse zu überprüfen als auch Verbesserungen in ihren Interaktionen mit Dritten, wie z.B. Behörden und Kunden zu erwägen, um einen größtmöglichen Grad an Sicherheit für ihre Veranstaltungen zu gewährleisten. Eine kürzlich durchgeführte weltweite Befragung von AIPC-Mitgliedsbetrieben zeigt, dass sich mehr als die Hälfte aller Geschäftsführer von Tagungszentren mehr Gedanken über Sicherheit macht als in der Vergangenheit. Bei Kunden sind Sorgen und Bedenken noch stärker ausgeprägt. In Anbetracht dieser Zahlen geben mehr als 80% der Veranstaltungshäuser an, dass sie bestehende Prozesse und Verantwortlichkeiten überprüft haben, und mehr als 50% haben weitergehende Maßnahmen ergriffen. Dazu gehören die Ausbildung neuer Mitarbeiter, die Modernisierung der Sicherheitstechnik, verstärkte Zusammenarbeit mit Behörden sowie die Einführung neuer Verfahren und Notfallpläne. Aber es muss noch mehr getan werden.

Nahezu alle Center haben detaillierte Notfallverfahren mit dem Fokus auf Sicherheit eingeführt, und diese Verfahren erfordern notwendigerweise aktive Schnittstellen zu lokalen Stellen, die für Notfallreaktionen im Allgemeinen zuständig sind, um so eine koordinierte Reaktion auf alle möglichen Zwischenfälle sicherzustellen. Folglich geht es hierbei nicht nur um interne Vorschriften und Verfahren, sondern immer auch um eine enge Verzahnung mit zuständigen lokalen und regionalen Stellen. Dazu bedarf es einer noch besseren Koordination als bisher sowie, in einigen Fällen, der Erstellung oder Verbesserung völlig neuer Verbindungen.

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AIPC-Präsident Geoff Donaghy: Das Ignorieren des Sicherheitsproblems ist absolut keine Option.
FOTO: AIPC

Desweiteren spielen natürlich die Kunden der Veranstaltungshäuser eine wichtige Rolle. Neuere Regularien schreiben häufig vor, dass Risikobewertungen für einzelne Veranstaltungen angestellt werden müssen, einfach deswegen, weil die verschiedenen Arten von Veranstaltungen eben auch ganz verschiedene Publikumsgruppen anziehen, die deswegen ganz unterschiedliche Risikogruppen darstellen. So können zum Beispiel bestimmte Veranstaltungen einfach wegen ihres Themas oder wegen der Teilnehmer im Mittelpunkt des Interesses stehen oder sogar aktive Proteste hervorrufen. Diese Faktoren kann nur der Veranstalter mit einiger Sicherheit feststellen, aber sie müssen frühzeitig und akkurat kommuniziert werden, damit die Veranstaltungsstätte und lokale Behörden einen effizienten Sicherheitsplan entwerfen können.

Darüber hinaus gibt es natürlich auch unterschiedliche Toleranzgrade bei Organisationen und den Delegierten, was die Sichtbarkeit von Sicherheitsmaßnahmen angeht. Während einige zweifellos eine starke Präsenz als ein deutliches Zeichen für effiziente Schutzvorkehrungen begrüßen, sind andere besorgt, dass ein Zuviel an Sicherheitsmaßnahmen die Stimmung beeinträchtigt und von den Zielsetzungen und Erwartungen der Delegierten an die Veranstaltung ablenkt.

AIPC

The International Association of Convention Centres (AIPC) is a global network of over 180 international convention centres in 57 countries with the involvement of more than 900 management-level professionals. It is committed to encouraging and recognizing excellence in convention centre management, based on the diverse experience and expertise of its international representation, and maintains educational, research, networking and standards programs.

Und zuletzt gibt es den wichtigen neuen Bereich des Reputation Management und Business Recovery, der für diejenigen Destinationen wichtig ist, die potentiell Schauplatz sicherheitsrelevanter Vorfälle sein könnten. In einer Zeit wachsender Sensibilität für solche Ereignisse nehmen viele Kunden den Weg des geringsten Widerstandes und meiden ganz einfach solche Orte, die sie oder ihre Kunden als risikobehaftet sehen. Die Reaktion darauf ist wiederum ein Prozess, der umfangreiche Kommunikation und Kooperation nicht nur mit potentiellen Kunden, sondern auch mit anderen Stellen und Betroffenen, die am Ergebnis dieser Bemühungen interessiert sind, umfasst.

Die Geschäftsführer von Veranstaltungshäusern müssen jetzt schon eine Menge an Zeit und Energie aufwenden, um mit dem globalen Druck umzugehen, und Sicherheitsanliegen erhöhen diesen Druck noch. Aber so lange solche Ereignisse Schlagzeilen machen, ist das Ignorieren dieses Problems absolut keine Option – und eine kooperative und kommunikative Vorgehensweise ist der einzige Weg zum Erfolg.  GEOFF DONAGHY
 

www.aipc.org
„Über 80% der Veranstaltungshäuser haben ihre Sicherheitsprozesse überprüft.“

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