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RE:PUBLICA

“Love Out Loud!”

Mit fast 10.000 Fachbesuchern ist die re:publica nicht nur ein Wirtschaftsfaktor für Berlin, als digitale Leitkonferenz wirkt sie weit über die Stadtgrenzen auf die Gesellschaft ein. Ihr diesjähriges Motto „Love Out Loud!“ ist die Einladung an alle, ihre Stimme gegen #hatespeech zu erheben – und zwar laut!

I
n die Nachrichten der Tagesschau schaffen es im Jahr nur eine Handvoll Konferenzen. Die re:publica ist so eine. Kein Wunder, diskutierte Deutschlands Leitkonferenz für die digitale Gesellschaft vom 2. bis 4. Mai 2016 in Berlin doch ein Thema, das alle Bürger betrifft: Die Freiheit im Netz. Es geht um Hasskommentare im Internet und darum, ob und wie die Grenzen gezogen werden sollen, wenn die Freiheit im Netz missbraucht wird, um zu manipulieren, zu hetzen und zu beleidigen. 
770 Speaker
 aus über 60 Ländern bringen 500 Stunden Programm auf 17 Bühnen, treffen in der Station Berlin und dem Kühlhaus 8.000 Teilnehmer und 800 Journalisten aus aller Welt und setzen 104.000 Tweets ab.

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re:publica 2016: 770 Redner aus über 60 Ländern sorgen für 500 Stunden Programm auf 17 Bühnen.
FOTO: RE:PUBLICA, JAN ZAPPNER (CC BY 2.0)

#hatespeech, #fakenews, #filterbubbles – die Jubiläums-Ausgabe re:publica TEN ist vorbei,
doch die Frage, wie die Menschen im Internet miteinander umgehen, bleibt. Andreas Gebhard, Johnny Haeusler, Markus Beckedahl und Tanja Haeusler betrachten sie als Auftrag und rufen „Love Out Loud!“ als Motto für die re:publica 2017 (#rp17) vom 8. bis 10. Mai aus.


„Wir möchten den Fokus auf all jene Menschen, Organisationen und Projekte richten, die sich gegen Hass, Gewalt und Ungerechtigkeit einsetzen und Licht in die dunklen Ecken der Gesellschaft tragen“, erklären die vier Veranstalter.

2007 als „Klassentreffen“ mit 700 Bloggern gestartet, ist die re-:publica längst zur digitalen Leitkonferenz aufgestiegen. Ihr Ziel ist es, die digitale Gesellschaft mitzugestalten und Einfluss auf den digitalen Wandel zu nehmen. Drei Tage lang vermitteln Vertreter der digitalen Gesellschaft Wissen und Handlungskompetenz, tauschen sich zur Weiterentwicklung der Wissensgesellschaft aus und vernetzen sich mit Aktivisten, Wissenschaftlern, Hackern, Unternehmern, NGOs, Journalisten, Bloggern, Social Media- und Marketing-Experten. So entstehen Innovationen und Synergien. Ein Beispiel ist die Kooperation mit dem Medienkongress Media Convention Berlin (MCB), ein anderes ist 
das Veranstaltungsnetzwerk „spring berlin“
. Die Plattform vernetzt Messen, Kongresse und Festivals der Berliner Kreativwirtschaft und Kulturszene, die vom 20. März bis 20. Juni 2017 stattfinden. Die Partner-Events von spring berlin reichen von den darstellenden Künsten über Design und Musik bis hin zur Digitalwirtschaft.



“THE REAL REASONS WHY THESE EVENTS TAKE PLACE”

Rod Cameron, JMIC’s Executive DirectorFOTO: IMEX GROUP
Rod Cameron, JMIC’s Executive Director
FOTO: IMEX GROUP
The study ‘Value Measurement beyond Tourism’ and its communication platform “The Iceberg”, initiated by the 
Joint Meetings Industry Council (JMIC)
, are to show the value of meetings beyond travel and local spendings by the delegates. Rod Cameron, JMIC’s Executive Director, on aims and obstacles for the project.

tw: Who came first up with the idea for this worldwide study and what are the biggest challenges?
Rod Cameron:
The focus on value measurement for the industry was initially a product of Joint Meetings Industry Council members realizing – particularly in the face of the last economic crisis – that we needed to expand the value proposition from one simply based on spending by delegates and organizers. This led to a series of conferences on value measurement and advocacy, and at the most recent one in Paris in 2015, it was agreed that we should pursue a rigorous process of documenting and wherever possible measuring examples of these broader values that could be used as examples in support of our value arguments to governments and communities.

How do you find suitable participants and how do you proceed with them – what is their motivation to participate?
The biggest challenge is and has been that events that took place in the past did not generally measure the kinds of outputs the study is looking to document. However, we have succeeded in identifying a wide range of the types of benefits that result from events like meetings, conventions and exhibitions. The entire industry has now accepted the importance of being able to identify and document these kinds of broader benefits, the greatest motivation for participants is to be able to show leadership in the industry and to be better able to use the results for their own advocacy activities in their respective communities. “THE REAL REASONS WHY THESE EVENTS TAKE PLACE”

To measure the impact of a conference on long term outcomes sounds a bit like a fantastic idea to me. How difficult was it to find a suitable approach?
It was always known that this would be a challenging process, particularly as compared with the economic impact measurements which had become a standard as they were relatively simple to do. However this ignored the much more important outcome benefits – the real reason these events take place – and so a change of focus was required. It was for this reason that we partnered with a major university who in turn set up an academic panel to assist in the development process, as this approach would lend the necessary level of credibility to the results.

When exactly will the results of the study be published and how?
We will be putting all case studies on the JMIC web site and supplying them as well to “The Iceberg” for broader promotion. We will also be communicating results directly to industry members with the hope they will be able to use them in their own advocacy initiatives.

How many case studies will there be in 2017?
We are targeting 6 documented case studies by the end of the year as approved by the Academic Panel.

For you personally, what is the most compelling example of how conferences changed and shaped the world you have found so far?
It’s the role events play in creating networks that facilitate interactions and linkages that would never happen otherwise – we think of an event as something that takes place and comes to an end but it’s what results in terms of long term productive relationships in every imaginable area and make possible advances that no individual could ever achieve on their own.

INTERVIEW FRANK WEWODA

www.the-iceberg.org



Über diese Initiativen hinaus hat die re:publica viele Diskurse begleitet und gestaltet, darunter netzpolitische Themen wie die Vorratsdatenspeicherung und Netzneutralität, aber auch Debatten um die Zukunft der Arbeit. Ihre Impulse fließen durchaus in die Gesetzgebung ein wie im Workshop zu den Auswirkungen der Digitalisierung auf das Zivilrecht mit dem Justizministerium des Bundeslands Nordrhein-Westfalen. „Die re:publica ist ein Diskussionsraum, in dem Fragestellungen rund um die digitale Gesellschaft aufgeworfen und positiv kritisch diskutiert und hinterfragt werden, lang bevor sie in der Politik oder einem breiteren öffentlichen Diskurs ankommen“, sagt Andreas Gebhard. Der Mitgründer und Geschäftsführer der re-:publica GmbH schlussfolgert: „Dadurch hat die re:publica durchaus eine Agenda-Setting- Funktion.“ So ist es kein Zufall, dass mehr und mehr Politiker in den Panels und im Publikum zu sehen sind.

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Die Gründer der re:publica (v.l.): Tanja Haeusler, Johnny Haeusler, Markus Beckedahl, Andreas Gebhard.
FOTO: RE:PUBLICA, JAN ZAPPNER (CC BY 2.0)

„Wir verfolgen einen holistischen Ansatz. Wir wollen die Breite der digitalen Gesellschaft abbilden, die sich rasant schnell entwickelt“,
beschreibt Gebhard. Relevante Themengebiete kommen aus den Bereichen Business & Innovation, Science & Technology, Politics & Society, Research & Education, Culture und Media. „Das heißt nicht, dass wir nicht in die Tiefe gehen“, betont er und verweist auf Subkonferenzen wie etwa 2016 „re:fugees“ zu Migration und Integration in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung (BPB), den Track „re:health“ zu neuen Wegen bei der Gesundheit – von 3D-Druck in Katastrophengebieten bis Depression im Internet – in Zusammenarbeit mit dem World Health Summit und den Schwerpunkt „Virtual Reality“ im „labore:tory“ mit dem Ersten Deutschen Fachverband für Virtual Reality (EDFVR). Das Programm zur #rp17 läuft zur Hälfte über den Call for Paper, der 2017 mit 1.050 Einreichungen einen neuen Rekord erreicht. Das 42-köpfige Programmkomitee erarbeitet rund 400 Sessions. Etwa die Hälfte des Programms kommt aus dem Call for Participation, also direkt von der Community. Dass es nicht nur um die großen Keynotes und prominenten Redner geht, bezeichnen die Veranstalter als Alleinstellungsmerkmal. Unter den bekannten Rednern sind 2017 die US-amerikanische Roboterbauerin Lisa Winter, Künstler und Architekt Usman Haque, Astrophysikerin Christine Corbett Moran und Terrorismusexperte und Politikberater Peter Neumann.



Sie sprechen in 
18 Tracks wie „Politics & Society“
 zur Frage, in welche Richtung sich international Digital Democracy und Open Data-Ansätze entwickeln, oder „re:learn“ mit neuen Bildungsansätzen rund um Reality Gaming in der Schule und Familie 2.0. In „Business & Work“ geht es mit Unterstützung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales um die Auswirkungen von Industrie 4.0 und der Automatisierung auf die Produktion. Im Track „Mobility & City“ in Zusammenarbeit mit Daimler um die Zukunft der digitalen Mobilität, erörtert von Zukunftsforschern, Wissenschaftlern und Robotik-Experten.

RE:PUBLICA GOES EUROPE

Zehn Jahre nach der ersten re:publica Berlin expandierte die Digitalkonferenz 2016 nach Dublin. Die 
erste re:publica Dublin
 am 20. Oktober 2016 registrierte 200 Teilnehmer und 33 Speaker. „Nach zehn Jahren ist es interessant, etwas Neues zu machen. Es sollte Europa sein, damit wir nicht so weit fahren müssen“, erklärt Geschäftsführer Andreas Gebhard. „Dublin ist eine interessante und kreative Stadt, in der viele Startups sind. Und wir wollen erforschen, warum die ganzen internationalen Konzerne dort ihre Headquarters haben.“ Im Herbst wird es nicht nur eine zweite re:publica Dublin geben, sondern eine erste re:publica Thessaloniki.
https://re-publica.com

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Bundesarbeitsministerin Andres Nahles spricht erneut auf der re:publica. 2016 besuchte sie den Bosch-Stand.
FOTO: REPUBLICA, JAN ZAPPNER (CC BY 2.0)

Die re:publica ist offen für Partnerschaften: Von Startups und Mittelständlern, über Stiftungen und Verbände, bis hin zu Ministerien und DAX-Konzernen. Hauptpartner der #rp17 sind neben der Media Convention Berlin und Daimler IBM sowie das Wissenschaftsjahr Meere und Ozeane, ausgerichtet vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Initiative Wissenschaft im Dialog (WiD). Weitere Partner sind z.B. Google und die Fernsehsender ZDF, RBB und WDR. „Mit Daimler arbeiten wir seit vielen Jahren sehr erfolgreich und gut zusammen. Während sie – wie viele Partner – am Anfang noch sehr vorsichtig agiert haben, sind sie inzwischen sehr offen für Ideen, Experimente und neue Formen der Partizipation“, erzählt Andreas Gebhard. Er ergänzt: „Auf der re:publica treffen unsere Partner auf ein Publikum, das sie sonst nicht ansprechen können und nutzen das, um mit unseren Teilnehmern die Entwicklung der Mobilität zu diskutieren und reflektieren.“

Schließlich ist die re:publica dank des fairen Preises für alle zugänglich: Das Standardticket inkl. Media Convention kostet für drei Tage 199 Euro, das Business- Ticket mit VIP-Lounge und Catering 645 Euro.

Mehr noch: Erste Bundesländer – Brandenburg, Mecklenburg- Vorpommern, Rheinland- Pfalz und das Saarland – erkennen die re:publica als Bildungsurlaub an. Das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport Brandenburg befindet die #rp17 als Veranstaltung zur beruflichen Weiterbildung im Sinne des § 14 Abs. 1 BbgWBG gemäß § 7 Absatz 2 BFV. Mit dem interessanten Zusatz: „Den Bediensteten oder Beauftragten des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport ist der Zutritt zur Veranstaltung jederzeit zu gewähren“.  KERSTIN WÜNSCH
 

https://re-publica.com

Die re:publica ist ein Aushängeschild für Deutschland

FOTO: GERMAN CONVENTION BUREAU
FOTO: GERMAN CONVENTION BUREAU

Matthias Schultze, Geschäftsführer des German Convention Bureaus (GCB)

„Die re:publica fungiert im Sinne der Digitalisierung in Deutschland als Treiber und Impulsgeber und ist ein Aushängeschild. Die Konferenz trägt zum Image Deutschlands als innovative und technologisch führende Destination sowie zur deutschen Kernkompetenz in diesem Bereich in hohem Maß bei. Nicht nur die Themen der re:publica, sondern auch deren Umsetzung steht beispielhaft für Innovationsfreude: Neue, offene und interaktive Formate – etwa das „labore:tory“ sowie Meetups als neu geschaffene Angebote sind ein Markenzeichen der jährlich wachsenden Veranstaltung.“
„The greatest motivation for participants is to be able to show leadership in the industry.“

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