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DEUTSCHER MARKETING TAG

„Emotionale Architektur“

Mit 1.500 Teilnehmern erreicht der 44. Deutsche Marketing Tag am 23. November 2017 im Frankfurter Kongresszentrum Kap Europa einen Besucherrekord. Der Verband setzt für seinen Kongress auf Austausch.

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er Nebenraum für die Breakout-Session „Künstliche Intelligenz, Bots & Voice Recognition ... Ende der App-Economy?” platzt aus allen Nähten. Fast 200 Marketing-Spezialisten haben sich hier eingefunden, um mehr über das Hype-Thema künstliche Intelligenz (KI) zu erfahren. Als die Frage im Raum steht, wer der Anwesenden glaube, dass KI das eigene Unternehmen in den nächsten zwei Jahren erfolgreicher machen wird, melden sich rund 80 Prozent. Als gefragt wird, wie viele denn KI im Marketing einsetzen würden, melden sich gerade einmal drei Marketeers. Dafür, dass es noch niemand nutzt, liegen viele Hoffnungen auf dem Thema, flüstert ein Gast und erntet schallendes Gelächter… Fest steht: Es gibt Redebedarf.

Mit 1.500 Teilnehmern erreicht der 44. Deutsche Marketing Tag am 23. November 2017 im Frankfurter Kongresszentrum Kap Europa einen Besucherrekord. „Wir sind endlich wieder da hingekommen, wo wir sein möchten“, freut sich Michael Vagedes, Geschäftsführer der Agentur Vagedes & Schmid und Vorstand Öffentlichkeitsarbeit des Deutschen Marketing Verbands über die Zahl. „Vor einigen Jahren waren wir mit gerade mal 400 Teilnehmern am Tiefpunkt angekommen. Jetzt ist das Interesse von Marketingverantwortlichen riesig.“ Viele Clubmitglieder hätten sich besonders in den sogenannten Kompetenzzirkeln engagiert, um relevante Themen zu entwickeln, zu netzwerken, passende Speaker zu identifizieren und Strategiepapiere zu erarbeiten.

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Vollbesetzter Saal im Frankfurter Kongresszentrum Kap Europa. Der 44. Deutsche Marketing Tag verbucht einen Besucherrekord.
FOTO: DEUTSCHER MARKETING VERBAND

DEUTSCHER MARKETING VERBAND

Der Deutsche Marketing Verband (DMV) ist der Berufsverband des Marketing-Managements und die Dachorganisation der über 60 Marketing Clubs in Deutschland und Österreich. Er vertritt die Interessen von über 14.000 Führungskräften und marketingorientierten Firmen. 
www.marketingverband.de

Dies sei ein Mittel zur Themenfindung gewesen, so Vagedes, das übergeordnete Ergebnis schließlich die Frage: Quo vadis Marketing? Die Studie „European Marketing 2020“ der European Marketing Confederation, herausgegeben vom Deutschen Marketing Verband, stellte bereits Anfang des Jahres die entscheidenden Fragen für das Marketing auf dem Weg ins Jahr 2020. Ein Ergebnis der Studie lautet, dass dringender Nachholbedarf in den Marketingabteilungen besteht. „Es ist sicherlich eine Mischung aus der Vielzahl an neuartigen Themen, die in kurzer Zeit ‚zu verdauen‘ sind, gepaart mit der Frage, wie cross-funktional mit anderen Bereichen wie der IT am besten zusammengearbeitet werden kann“, so Prof. Dr. Ralf E. Strauß, Präsident des Deutschen Marketing Verbands. Neben der Arbeit der Kompetenzzirkel bildeten die Studienergebnisse die Basis für das inhaltliche Konzept des 44. Deutschen Marketing Tags.

„Uns ging es bei der Konzeption allerdings in erster Linie darum, für einen echten Austausch, einen direkten Dialog zu sorgen. Eine lebendige Kultur ist mehr Wert als das gelesene Wort“, so Vagedes. „Wir haben die Veranstaltung unter dem Stichwort ,emotionale Architektur‘ gesehen. Wir wollten weg vom immer gleichen Schema aus Frontalvorträgen, stattdessen mehr kreative Formate einbinden.“ Neben den Breakout-Sessions waren dies vor allem fünf Deep-Dive-Sessions am Vortag zu Themen wie: „Goodbye klassische Werbung – Lernen vom Conversational Commerce in WeChat“, „Future of Food“ und „Retail Marketing Series“.



Die Themenvielfalt eines der größten Marketingkongresse Europas erstreckt sich über verschiedene Marketingdisziplinen hinweg. Unter Moderation von Dr. Jesko Perrey, Senior Partner McKinsey & Company, diskutieren die Teilnehmer im Roundtable „Wege aus der Commodity-Falle“. Für Michael Schuld, Leiter Kommunikation & Vertriebsmarketing, Telekom Deutschland, heißt es „Reco is the next search“. Das gelingt, indem an jedem Punkt der Customer Journey die besten Insights vorliegen. Dr. Uwe Kolks, Mitglied der Geschäftsführung Privatkunden, E.ON Energie Deutschland, beschreibt eine der Hauptherausforderungen darin, dass Energie bis heute physisch nicht unmittelbar erlebbar ist. Trotzdem ist er überzeugt zu wissen, was die Kunden erwarten: „Nimm mich mit in die smarte Welt und gib mir Content“.

Vagedes erklärt, dass der Verband die Veranstaltung weiter entwickeln möchte. „Der Marketing Tag bildet den Startschuss für Netzwerkarbeit und den Austausch, der das ganze Jahre über in den regionalen Clubs und darüber hinaus stattfindet. Damit legen wir auf der Veranstaltung das Fundament für die ganzjährige Arbeit. Insofern ist es unser Ziel, den Austausch zwischen den Mitgliedern noch stärker zu forcieren. Wir wollen dem Event noch mehr Festivalcharakter verleihen, noch mehr Raum für Begegnung schaffen“, erklärt Vagedes. „Eventuell setzen wir 2018 noch mehr auf Meinung und Gespräch als auf Vortrag.“ Wie groß der Bedarf nach Austausch ist, zeige vor allem das Engagement der 6.000 „Jumper“ im Verband, den Junior Marketing Professionals. „Sie nutzen ihre Netzwerke in den regionalen Clubs am intensivsten“, weiß Vagedes. Was das Jahr die regionalen Clubs und die Kompetenzzirkel beschäftigt, erfahren die Teilnehmer dann auf dem kommenden Deutschen Marketing Tag am 5. und 6. Dezember 2018 in Hannover. Auch dort wird es sicher Redebedarf geben. CHRISTIAN FUNK
 
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Michael Vagedes setzt auf eine lebendige Kultur.

FOTO: DEUTSCHER MARKETING VERBAND
„Uns ging es bei der Konzeption darum, für einen echten Austausch zu sorgen. Eine lebendige Kultur ist mehr Wert als das gelesene Wort.“
Michael Vagedes, Deutscher Marketing Verband
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