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DESIGNKONZEPTE

„Wir stehen vor einem Scheideweg“ 

Mit seinem Unternehmen Nordic Ocean Design Management bietet André Flinterhoff nachhaltige Designkonzepte für Markenräume und teamorientierte Arbeitsumgebungen an. Für ihn ist Nachhaltigkeit neben der Digitalisierung die größte Chance für Wirtschaftswachstum seit der industriellen Revolution.  

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+a /tw: Was macht Nachhaltigkeit für Sie so wichtig, dass Sie sich dem Thema ganz widmen?
André Flinterhoff:
Ich denke wir stehen gerade in den hochentwickelten Industriestaaten vor einem Scheideweg. Wir können angesichts der derzeitigen gesellschaftlichen und politischen Situationen nicht die Augen verschließen und sagen, irgendjemand wird es schon richten. Wer wenn nicht wir selbst? Nach ersten Erfolgen der Reduzierung von Energie und Rohstoffen geht es jetzt um substantiellere Änderungen unseres Wirtschaftssystems.

Ist Nachhaltigkeit Marketing oder Haltung?

Nachhaltiges Verhalten und Wirtschaften ist ganz klar eine Haltung, aber auch ein Motor für Innovation! Die Transformation der Wirtschaft hin zu einer wirklichen Nachhaltigkeit ist aus meiner Sicht neben der Digitalisierung die größte Chance für Wirtschaftswachstum seit der industriellen Revolution.

Können Sie die Bandbreite von Nachhaltigkeit kurz skizzieren?
Ich sehe es eher als vertikale Kette. Nachhaltige Konzepte setzen in allen Ebenen der Wertschöpfungskette an. Nachhaltigkeit kann transitiv oder auch disruptiv sein, für Unternehmen der „Old Economy“ ist es eher das letztere, daher ist die Entwicklung zu einer nachhaltigen Gesellschaft für sie sehr gefährlich. Für neue Projekte wie Nordic Ocean ist das allerdings eine große Chance!

Nordic Ocean Design Management ist ein neues innovatives Designstudio für exzellente und nachhaltige Büro- und Markenräume. Wen sprechen Sie an?
Ich möchte angesichts der bereits angesprochenen Zeiten ein klares Statement setzen und hoffe, dass ich hiermit auch diejenigen Entscheider anspreche, die sich einen Partner wie uns wünschen. Exzellenz entsteht aus der Fähigkeit, komplexe Anforderungen mit einfachen Lösungen zu beantworten, darin sehe ich unsere Stärke.

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André Flinterhoff hat sich mit Nordic Ocean Design Management in Kleinmachnow selbstständig gemacht. Noch aber arbeitet der ehemalige Leiter Brand Spaces & Corporate Spaces bei Schüco International weiter für die Bielefelder – als externer Berater und Partner für Projekte im Bereich Baumanagement.
FOTO: NORDIC OCEAN DESIGN MANAGEMENT

Ihr Büro will auch „teamorientierte Arbeitsumgebungen“ anbieten. Läuft das auf Co-Working-Spaces innerhalb eines Unternehmens hinaus?
Das ist eine Möglichkeit einer ungezwungenen und temporären Kollaboration, und Firmen werden solche Zonen definitiv benötigen. Es ist aber auch nur eine von sehr vielen Möglichkeiten, das Arbeiten und somit auch Arbeitsumgebungen angesichts der stark gestiegenen Mobilität und des deutlich erhöhten Kommunikationsbedarfs neu zu denken. Die Arbeitsumgebung muss diese fundamental neue Art des Arbeitens ermöglichen können.

Nachhaltigkeit, sagen viele, ist nicht machbar oder zu teuer (gerade im Messebereich)…

Gerade da müssen wir nachhaltige Ansätze intelligent implementieren! Wir müssen zu geschlossenen Kreisläufen kommen, in der biologische und technische Stoffe sortenrein trennbar sind und schädliche Stoffe oder Substanzen gar nicht mehr eingesetzt werden. Dies hat gar nicht in erster Linie etwas mit Budget zu tun, sondern mit verlängerten Planungszeiten für Messepräsenzen, da man viel genauer überlegen muss, was man wie umsetzt und wie es auch nach einer Messe mit den eingesetzten Elementen und Materialien weitergeht.


Denken Sie, dass Messeveranstalter neu nachdenken müssen?
In jedem Fall! Die Messeveranstalter müssen den ausstellenden Firmen die Instrumente und Möglichkeiten für den Beginn einer Kreislaufwirtschaft geben und auch darüber kommunizieren, welche Fortschritte sie hierbei machen. Meines Erachtens nach ist noch sehr viel Potential für deutliche Verbesserungen vorhanden.

Sollten Aussteller mehr insistieren, etwa beim Thema Ökostrom?
Die ausstellenden Unternehmen verbringen, denke ich, generell nur sehr wenig Zeit und Aufmerksamkeit darauf, die Verhältnisse am Eventort mitzugestalten und jeweils neuen Erfordernissen anzupassen. Druck auszuüben bedeutet eine Kraftanstrengung und jedes Unternehmen analysiert genau, welche Kapazitäten für welche Ziele effizient eingesetzt werden müssen, um die eigenen Unternehmensziele zu erreichen. Hier sind aus meiner Sicht vielmehr die Veranstalter selbst sowie deren Stakeholder in der Pflicht, sich neuen gesellschaftlichen Anforderungen entsprechend aufzustellen.

Zurück zu Nordic Ocean: Was und wen wollen Sie mit Ihrem neuen Unternehmen bewegen?
Wir alle haben sehr viele Wahlmöglichkeiten, auch wenn wir das manchmal im Alltag nicht so erkennen. Wir haben heutzutage als Ge- und Verbraucher, aber auch als Marktteilnehmer größere Möglichkeiten denn je, Partner zu finden, die unsere Werte teilen. Mit Nordic Ocean Design Management möchten wir als Team unseren Partnern und Kunden Möglichkeiten eröffnen, neue Wege zu gehen und alte etablierte Arbeitsweisen und Denkmodelle in Frage zu stellen.

Ihre Haltung zur Natur ist im Firmennamen klar ersichtlich. Ihre Maxime?

Warum in rarer Freizeit daran mitarbeiten, Probleme zu lösen, die in unserer beruflichen Tätigkeit ihren Ursprung haben? Lasst uns es doch gleich richtig machen!
 CHRISTIANE APPEL 
„Nachhaltiges Verhalten und Wirtschaften ist ganz klar eine Haltung, aber auch ein Motor für Innovation!“ 

André Flinterhoff  
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