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RNE-JAHRESKONFERENZ 2017  

Nachhaltigkeit ins Grundgesetz?  

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung fordert auf seiner Jahreskonferenz, Nachhaltigkeit im Grundgesetz zu verankern. Bis dahin vernetzen „Regionale Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien“ Staat, Wirtschaft und Gesellschaft in Sachen Nachhaltigkeit.

„N
achhaltigkeit gehört ins Grundgesetz!“ Marlehn Thieme, Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE), sendet auf der Pressekonferenz der 17. RNE-Jahreskonferenz Ende Mai diesen Jahres eine ganz klare Botschaft an die Politik: „Ich appelliere an alle Mitglieder der Bundesregierung und auch an das ganze politische Deutschland, sich wesentlich entschiedener zu engagieren: Vom Projekt zur Struktur. Von Bekenntnissen, dass man ja Nachhaltigkeit will, zum Beweis, dass man es auch kann.“ Konkret fordert sie Investitionen in eine nachhaltige Infrastruktur – etwa im Bereich der öffentlichen und einer nachhaltigen Mobilität, im Bereich Bildung, beim sozialen Wohnungsbau und für die nachhaltige Stadt. Die rund 1.000 Gäste im Berlin Congress Center am Alexanderplatz erfuhren, wie sich der RNE die Umsetzung der von den Vereinten Nationen im Jahr 2015 aufgesetzten globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) in Deutschland vorstellt.

„Die neue Bundesregierung muss die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie nachschärfen – und Bereiche zusammen denken, die zusammen gehören. Es geht im Kern um eine kohärentere Nachhaltigkeitspolitik“, sagt Thieme und knüpfte an die Jahreskonferenz 2016 an, als der Rat für Nachhaltige Entwicklung über den Entwurf einer neuen deutschen Nachhaltigkeitsstrategie diskutierte. „Wenn die EU eine Richtlinie für Unternehmen erlässt, dass sie über ihre CSR-Aktivitäten Rechenschaft ablegen müssen, dann erwarte ich in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie einen Indikator, der die Zahl der Unternehmen mit einer solchen Nachhaltigkeits-berichterstattung misst.“ Gute, aber bislang unverbundene Initiativen müssten künftig ineinander greifen, um Nachhaltigkeit wirksam zu machen, schätzt die RNE-Vorsitzende. Als Beispiel für dieses „Ineinandergreifen“ nennt sie das auf der letzten Jahreskonferenz angekündigte Projekt „RENN“, die Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien. „Heute kann ich Ihnen sagen, sie arbeiten“, bestätigt Thieme. Es gibt vier regionale Netzstellen (West, Süd, Mitte und Nord) mit derzeit 20 Partnern, die das gesamte Bundesgebiet abdecken.

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Marlehn Thieme, Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE), appelliert an die Politik, sich entschiedener zu engagieren.
FOTO: RNE

Betreut wurde die Veranstaltung wie in den vergangenen Jahren von der Agentur labconcepts, die sich unter anderem im Netzwerk „events für morgen“ dafür engagiert, Nachhaltigkeit in der Veranstaltungsbranche etablieren. Auswirkungen der zum 1. Januar 2017 in Kraft getretenen CSR-Berichtspflicht verspürt labconcepts- Geschäftsführerin Kerstin Pettenkofer „nur marginal“. Mit einer Nachhaltigkeits-Verankerung im Grundgesetz würde sich das sicher ändern.  CHRISTIAN FUNK 

www.nachhaltigkeitsrat.de
„Es geht im Kern um eine kohärentere Nachhaltigkeitspolitik.“
Marlehn Thieme,
Rat für Nachh. Entwicklung 
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