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FAMAB SUSTAINABILITY SUMMIT

Im nachhaltigen Dialog

Die EU-weite CSR-Berichtspflicht veranlasste den Famab und die CSR-Agentur 2bdifferent den Famab Sustainability Summit ins Leben zu rufen. Sie wollen Auftraggeber und Auftragnehmer der Live-Kommunikationsbranche ins Gespräch bringen.

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enn Jan Kalbfleisch an den ersten Famab Sustainability Summit am 2. Februar 2017 denkt, kommt ihm Raul Krauthausen in den Sinn. Die Einstellung und Lebensweise des Inklusion-Aktivisten und Gründer der Sozialhelden haben den Geschäftsführer des Kommunikationsverbands Famab nachhaltig beeindruckt. Krauthausen sitzt im Rollstuhl und nahm mit seiner Person den Raum ein. „Jeder zehnte Mensch hat eine Behinderung – doch wo sind die?“, fragte Krauthausen. Eine Antwort bekam er nicht. Dafür hatte er eine Antwort auf die Frage aus dem Publikum, was Veranstalter für barrierefreie Events tun könnten:
„Besuchen Sie Rampup.me“!
 Die Webseite der Sozialhelden leitet Veranstalter bei der Planung barrierefreier Events an. „Das Thema Inklusion in all seinen Facetten ist ein Bereich, auf den wir zukünftig bei allen unseren Verbandsveranstaltungen ein besonderes Augenmerk legen wollen“, verspricht Jan Kalbfleisch. Für den nächsten Famab Sustainability Summit in den Westfallenhallen Dortmund hält er Wort: Am 18. Juni 2018 wird es ein Themen-Forum „Inklusion“ geben. Neu wird auch das Forum „Kommunikation“ sein, beibehalten werden „Nachhaltiger Geschäftsbetrieb“ und „Nachhaltige Messe- und Eventprojekte“. Mehr Raum soll zudem der Interaktion gegeben werden, schließlich will der Sustainability Summit Auftraggeber und Auftragnehmer von Events ins Gespräch zu nachhaltigen Projekten, Anforderungen und Zielen bringen. 



Zur Premiere 2017 kamen 200 Veranstaltungs- und CSR-Manager sowie deren Dienstleister aus den Bereichen Messebau, Medientechnik, Catering sowie Eventagenturen, Locations und Messegesellschaften. Nächstes Jahr sollen es 300 Teilnehmer sein.

„Nur gemeinsam können wir die Fragen ‚Wo stehen wir beim Thema Nachhaltigkeit in unserer Branche?, Wo geht die Reise hin?‘ beantworten“, erklärt Jörn Huber. Der Famab-Vorstandsvorsitzende ergänzt: „Das Nice-to-Have wird immer mehr zu einem Must-Have!“ Er betont, dass Nachhaltigkeit mehr als „Green Meetings“ meint, nämlich die ökologische, die ökonomische und die soziale Ebene. Der erste Summit deckte in 25 Vorträgen alle drei Ebenen ab. Markus Große Ophoff von der Deutschen Bundesumweltstiftung stellte Handlungsfelder für nachhaltige Veranstaltungen vor wie Mobilität oder Catering, Holger Leisewitz von der Beiersdorf AG seinen Beratungskatalog für die Planung von nachhaltigen Veranstaltungen.

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Sustainability Summit 2017: Jörn Huber im Gespräch.
FOTO: FAMAB

Auslöser für den Sustainability Summit waren für den Famab und Mitveranstalter Jürgen May, Geschäftsführer der CSR-Beratungsagentur 2bdifferent, die neue EU-weite CSR-Berichtspflicht für große am Kapitalmarkt orientierte Unternehmen. In Deutschland ist sie rückwirkend zum 1. Januar 2017 in Kraft getreten. Jan Kalbfleisch macht erste Folgen aus. „Die ersten großen, kapitalmarktorientierten Unternehmen haben hohe Nachhaltigkeitsanforderungen entwickelt und stellen diese auch an unsere Branche.“ Erste Famab-Mitgliedsunternehmen seien damit bereits konfrontiert und arbeiteten mit Hochdruck an ihrem Nachhaltigkeitsleitbild und ihren Supply-Management-Systemen, um bei ihren Kunden gelistet zu bleiben.


„Die Stimmung unter den Mitgliedern ist derzeit noch geteilt“, berichtet Kalbfleisch: Einige Unternehmen stellen sich zum Thema Nachhaltigkeit konzernkonform auf und richten ihren Unternehmensprozess danach aus, andere, zu deren Kundenkreis keine kapitalmarktorientierten Unternehmen gehören, warten noch ab. Kalbfleisch: „Die Auswirkungen auf die gesamte Wertschöpfungskette wird erst in den nächsten Jahren deutlicher werden.“ KERSTIN WÜNSCH 

www.FAMAB.de/sustainability-summit-2017
Das Nice-to-Have wird immer mehr zu einem Must-Have!“
Jörn Huber,
Famab-Vorsitzender
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