BEIERSDORF AG

„Die Berichtspflicht rückt Nachhaltigkeit in den Fokus“

Holger Leisewitz, Teamleiter Conference & Event Management der Beiersdorf AG in Hamburg, über die CSR-Berichtspflicht, die Selbstverständlichkeit, nachhaltig zu handeln und den entsprechenden Beratungskatalog für Veranstaltungen.

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w: Rückwirkend zum 1. Januar 2017 ist in Deutschland die EU-weite CSR-Berichtspflicht für große kapitalmarktorientierte Unternehmen in Kraft getreten und damit für die Beiersdorf AG. Wird das Folgen für Ihren Bereich haben?
Holger Leisewitz:
Die Auswirkungen der neuen Berichtspflicht im Allgemeinen und in Folge im Besonderen für den Bereich Conference & Event befinden sich zur Zeit noch in der Sondierungsphase.

Glauben Sie, dass die Berichtspflicht eine nachhaltige(re) Denk- und Arbeitsweise allgemein und in den Eventabteilungen der Unternehmen und ihren Dienstleistern nach sich ziehen wird?
Selbstverständlich rückt die neue Berichtspflicht das Thema Nachhaltigkeit erneut in den Fokus. Es gilt nun, nicht nur der Pflicht nachzukommen, sondern auch pro-aktiv, zusammen mit den Dienstleistern, nachhaltige Veranstaltungskonzepte zu entwickeln und umzusetzen. Dies erfordert Kreativität, Filigranität und Nachdruck. Es muss einfach eine Selbstverständlichkeit werden, nachhaltig zu denken und zu handeln. Das klappt am besten durch Vormachen – etwa im Rahmen einer entsprechenden Veranstaltung.

Der Famab nahm die CSR-Berichtspflicht zum Anlass, den Famab-Sustainability Summit ins Leben zu rufen. Sie haben den Vortrag „Nachhaltige Veranstaltungen – Geschichte und Entwicklung eines Beratungskatalogs für die nachhaltige Planung von Veranstaltungen“ gehalten. Warum haben Sie diesen Beratungskatalog eingeführt und was sind wichtige Eckpunkte?
Der Hintergrund zur Einführung dieses Kataloges speziell für den Bereich Conference & Event war die Ausrichtung auf die Organisation von Veranstaltungen unter nachhaltigen Bedingungen. Hierzu ließen wir uns u.a. durch die klassischen Handlungsfelder wie Transport, Energie, Wasser/Abwasser, Verpackung & Müll, F&B und CSR leiten.

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FOTO: BEIERSDORF AG

Das Save-the-date für den zweiten Famab-Sustainability Summit steht: der 18. Juni 2018. Werden Sie wieder dabei sein?
Das habe ich noch nicht entschieden, da bereits heute viele Veranstaltungen für diesen Monat geplant sind und einer Teilnahme meine Unabkömmlichkeit im Wege stehen würde.

 Sie sind Chef-Prüfer des Gütesiegels Certified und zeichnen u.a. Certified Green Hotels aus. Wieso engagieren Sie sich?
Es ist eine Herausforderung und zugleich eine große Aufgabe das Thema Nachhaltigkeit in all seinen Facetten als eine Selbstverständlichkeit gerade in Hotels zu etablieren. Es ist viel Aufklärung notwendig, um das Argument zu widerlegen, Nachhaltigkeit muss immer teuer sein. Vieles bedarf einfach nur des gesunden Menschenverstandes, um eine Sensibilisierung für das Thema zu entwickeln und kontinuierlich daran weiter zu arbeiten. Dabei ist der Spagat zwischen Ökonomie und Ökologie eine beliebte Übung. Ich möchte gerne erreichen, dass die Hotellerie sportlich mitübt und auch einmal über Hürden springt. Ich bin überzeugt davon und beobachte vermehrt, dass der Weg dazu bereits eingeschlagen ist. Nun gilt es, Tempo aufzunehmen und die Entwicklung weiter voran zu treiben. Dafür setze ich mich ein.

Als Teamleiter Conference & Event Management der Beiersdorf AG mit über 30 Jahren Berufserfahrung kennen Sie viele Tagungshotels. Was sind in Ihren Augen nachhaltige Vorbilder?
Ich möchte niemanden ausgrenzen, und viele Produkte kenne ich auch gar nicht, jedoch beeindruckt mich immer wieder die Konsequenz eines Landgutes Stober in Brandenburg, eines Hotels am Badersee am Fuße der Zugspitze oder auch der Scandic Gruppe – wie gesagt, dieses erhebt bei Weitem nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.
 KERSTIN WÜNSCH 

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