Von Cheesecake im Weckglas zum Bier im Maßkrug Image 1

CATERING

Von Cheesecake im Weckglas zum Bier im Maßkrug

Über Geschmack last sich bekanntlich streiten. Folglich auch über die Auswahl des Caterings. Um ihren Besuchern Events schmackhaft zu machen, setzen Veranstalter daher genauso auf Edelgastronomie wie auf Haxe und Maßbier und nehmen den Gastronomiebetrieb auch schon mal selbst in die Hand.

"W
as erleichtert Kommunikation besser als gutes Ambiente, gutes Essen und gute Getränke?“ Stefan Eckert, Mitglied der Geschäftsleitung und Geschäftsbereichsleiter Services der Kölnmesse, weiß, worauf es bei der Kommunikationsplattform Messe ankommt: „Wir müssen als Messegesellschaft immer den Rahmen für Austausch und Information schaffen.“ Mit der Neuausschreibung der Gastronomie 2016 und der Umsetzung mit den Partnern Aramark und Kirberg habe man sich hinsichtlich Wertigkeit der angebotenen Speisen und Getränke, des Services und des generellen Auftritts verbessert. „Das Feedback über Qualität und Kreativität ist seit dieser Veränderung durchweg positiv“, so Eckert. Gemeinsam mit Kölnkongress geht die Kölnmesse zudem neue Wege. Seit April stemmt die eigens dafür gegründete Gesellschaft Kölnkongress Gastronomie den Betrieb in der Veranstaltungslocation Gürzenich. „Die langjährige Erfahrung im Veranstaltungsgeschäft hat uns dazu bewogen, den Gastronomiebetrieb im Gürzenich zu übernehmen und durch die strategische Partnerschaft mit der Kölnmesse haben wir einen starken Partner an unserer Seite um das neue Geschäftsfeld zu bearbeiten“, erläutert Bernhard Conin, Geschäftsführer Kölnkongress und Kölnkongress Gastronomie.

Von Cheesecake im Weckglas zum Bier im Maßkrug Image 2
Das „urigste Stück Bayern nördlich des Mains“: In der Münchner Halle auf dem Gelände der Deutschen Messe in Hannover kann das ganze Jahr Oktoberfest gefeiert werden.
FOTO: MÜNCHNER HALLE

In Leipzig betreut das Cateringunternehmen Fairgourmet, eine Tochter der Leipziger Messe, alle Veranstaltungen auf dem Messegelände, im Congress Center Leipzig (CCL) und in der Kongresshalle am Zoo Leipzig. Für ihren nachhaltigen Ansatz in der Gastronomie bei Messen, Kongressen und Events wurde die Catering-Sparte nun beim Meeting Experts Green Award 2017 in der Kategorie Nachhaltiges Unternehmen mit dem 1. Platz ausgezeichnet. „Nachhaltiges Wirtschaften und Handeln bilden für Fairgourmet die Grundlage für qualitativ hochwertige Produkte und anspruchsvolle Leistungen“, sagt der Geschäftsführende Direktor Detlef Knaack.

Deutschlands größtes Messegastronomieunternehmen ist eine Tochter der Messe Frankfurt, die Accente Gastronomie Service. „Erst ein guter Service schafft die Grundlage für gute Geschäfte. Und dazu zählt auch ein hervorragendes Essen und Trinken“, weiß Wolfgang Marzin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Frankfurt. „Unsere Gäste legen viel Wert auf gesunde und nachhaltige Ernährung. Wir verwenden frische Produkte aus der Region und nach Saison, bei den Green-Catering-Konzepten kommen die Lebensmittel überwiegend aus biologischer Herstellung“, beschreibt Marzin das Angebot. Den Trend hin zum Festivalcharakter auf Veranstaltungen stellt Marzin ebenfalls fest: „Unsere Kunden kreieren ihre Veranstaltungen gerne mit Erlebniscatering wie beispielsweise Food Court, Food Trucks bis hin zum Jahrmarkt und Livecooking-Stationen.“

Von Cheesecake im Weckglas zum Bier im Maßkrug Image 3
Für ihren nachhaltigen Ansatz wurde Fairgourmet beim Meeting Experts Green Award 2017 ausgezeichnet.
FOTO: MESSE LEIPZIG

André Kaldenhoff beobachtet vor allem im Corporate- Bereich eine Entwicklung hin zu Erlebniswelten und Fantasie: „Essen soll nicht nur gut schmecken, sondern innerhalb der Veranstaltung ein zusätzliches Ereignis sein“, so der Geschäftsbereichsleiter des Congress Center Leipzig (CCL). „Damit sehen wir einen Trend bestätigt, dass emotionale Faktoren bei Kongressen zunehmend eine Rolle spielen, dass Wert auf Ästhetik, sinnliches Erleben und ein Wohlgefühl, etwa durch Farben und Licht gelegt wird.“ Angesprochen auf einen Event-Charakter, verweist Kaldenhoff auf die besonderen Anforderungen von Community Events: „Das mag nach Klischee klingen, aber Communities definieren sich neben Kleidung auch über eine besondere Ernährung. Beim Chaos Computer Congress des Chaos Computer Club darf Mate-Tee nicht fehlen, bei der DreamHack ist Pizza gefragt.“

Apropos Klischees: Wer schon einmal auf dem Messegelände in Hannover das Vergnügen hatte, in der Münchner Halle einen Messetag zu beschließen, weiß, dass hier Name Programm ist: „Party, Musi‘, Hax’n, Maßbier, Dirndl“ – die Münchener Halle der Deutschen Messe wirbt damit, das „urigste Stück Bayern nördlich des Mains“ zu sein. Im Messebetrieb ist die Halle mit 2.200 Sitzplätzen und einem eigenen Biergarten mit Platz für 400 Personen täglich zwischen 11 und 23 Uhr geöffnet. Darüber hinaus lässt sich die Münchner Halle 365 Tage im Jahr buchen – breit interessierte Messebesucher könnten also das ganze Jahr über „Oktoberfest“ feiern…


Bei der Messe München selbst geht es etwas weniger zünftig zu: Für das Gastronomiekonzept fungierte Holger Stromberg, zehn Jahre Koch der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, als Berater. „Wir konnten als Pächter der Restaurants und Imbisswelten die drei bekannten Münchner Top-Gastronomen Michael Käfer, Alfons Schuhbeck und Josef Able gewinnen“, freut sich Klaus Dittrich, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München. „Wir möchten, dass sich unsere Aussteller und Besucher wohlfühlen.“ Laut Dittrich hätten sich die Erwartungen verändert: „Die Besucher nehmen sich immer weniger Zeit für einen Restaurantbesuch. Wir haben die Gastronomie deshalb in die Hallen im Erdgeschoss verlegt. Wir haben auch begonnen, alle Bistros umzubauen und setzen inhaltliche Schwerpunkte, um individuellen Vorlieben besser nachzukommen.“

Wie sich Essen kreativ in Veranstaltungen einbinden lässt, zeigt Kofler & Kompanie. Gemeinsam mit Hauptsponsor Aston Martin gastiert das Cateringunternehmen zur Internationalen Automobilausstellung (IAA, 14. bis 24. September 2017 in der Messe Frankfurt) von 8. bis 30. September 2017 mit dem Pop-up-Restaurant „Pret-à-Diner“ in Frankfurt.


„Aston Martin ist stolz, in diesem Jahr erstmals Hauptsponsor des weltbekannten Pret-à-Diner zu sein. Wir werden das bekannte ehemalige Gebäude der Deutschen Bank in ,The House of Beautiful‘ umbauen – mit einer einzigartigen Aston Martin Markenwelt“, so Mark Kenworthy, President Aston Martin Europe. Die Menüs kreieren vier Gastro-Startups aus London.

SCHARFE GASTGESCHENKE
AUS DER SCHWEIZ

Compliance-Richtlinien verbieten teure Gastgeschenke, die im Rahmen von Veranstaltungen verteilt werden dürfen. Verschiedene Produkte von Victorinox erfüllen jedoch die Vorgaben, die sich Unternehmen für Geschenke setzen. Seit 130 Jahren stehen die Schweizer Messerhersteller, bekannt vor allem durch das Schweizer Taschenmesser (Original Swiss Army Knife) für hohe Qualität. Der Schweizer Markenartikelverband Promarca hat das Unternehmen im Juni zum wiederholten Male als eine der vertrauenswürdigsten Marken der Schweiz ausgezeichnet. Vertrieb Victorinox bis 1995 ausschließlich Messerwaren, kamen anschließend Swiss Made Uhren dazu, 1999 Businessund Reisegepäck, 2001 Bekleidung und 2007 Düfte. Neuerdings setzen die Schweizer auf Veredelungsmöglichkeiten und bieten neben Digitaldruck nun auch zusätzlich 3D-Lacke für ihre Produkte an. Dieses haptische Wahrnehmen eröffnet für den Druck von Kunden-Logos und Claims neue Möglichkeiten. 
www.victorinox.com

Von Cheesecake im Weckglas zum Bier im Maßkrug Image 4
Top-Gastronomie in der Messe München. V.l.n.r.: Klaus Dittrich, Michael Käfer, Alfons Schuhbeck, Josef Able und Holger Stromberg.
FOTO: MESSE MÜNCHEN

Broich Catering & Locations, der Name verrät es, hat sich darauf spezialisiert, sein Kerngeschäft Catering mit Location-Management zu verknüpfen. So hat das Unternehmen zum Beispiel das Areal Böhler in Düsseldorf im Portfolio. Auf insgesamt 20.000 qm befinden sich Locations wie die Alten Schmiedehallen, die Kaltstahlhallen oder das Alte Kesselhaus. Wie das Areal genutzt werden kann, zeigte Metro im Frühjahr 2017. Über zwei Tage informierte das Großhandelsunternehmen Kunden und Partner über Trends aus der Gastronomie und seine umfangreiche Produktpalette. Während in der Alten Schmiedehalle die Hauptausstellung stattfand, kümmerte sich Broich Catering & Locations parallel um das Aussteller-Catering in der Halle am Wasserturm für ca. 600 Gäste. Passend zu den Ansprüchen der Experten aus der Lebensmittelbranche hatte der Caterer eine Auswahl an Fingerfood wie Linsen-Mangold-Gemüsesalat mit geräucherter Forelle, Garganelli-Pasta mit Grillgemüse oder Cheesecake im Weckglas zusammengestellt.

Einer, der diese Auswahl bewerten könnte, ist Klaus Michael Schindlmeier, Direktor des Palatin Kongresshotels in Wiesloch. „Als gelernter Koch und Hotelier mit jahrzehntelanger Berufserfahrung habe ich mich von Grund auf mit dem Thema Gastlichkeit und den immanenten Fragen der Kulturen und der Ernährung, den Hauptpfeilern der Kulinaristik, auseinandergesetzt“, sagt Schindlmeier, der gerade zum 1. Vorsitzenden des „Kulinaristik-Forums – Netzwerk für Wissenschaft, Kultur und Praxis“ ernannt wurde. Auch Schindlmeier kennt eine der wichtigsten Grundregeln für Veranstalter: „Vortrag und Rahmenprogramm können noch so gut sein – wenn der Kaffee und das Mittagessen nicht schmeckt oder gar nicht ausreichend vorhanden ist, bleibt eine negative Erinnerung bei jedem Gast“, bringt es Christina Esser, Leiterin Veranstaltungsmanagement, Sales und Marketing des World Conference Center Bonn, auf den Punkt. CHRISTIAN FUNK
 

www.fairgourmet.dewww.munichhall.dewww.koflerkompanie.comwww.broich.cateringwww.palatin.de
Beim Chaos Computer Club darf Mate-Tee nicht fehlen, bei der DreamHack ist Pizza gefragt.
André Kaldenoff,
Congress Center Leipzig
Datenschutz