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FUTURE CITY DUBAI

Mit Siebenmeilenstiefeln in die Zukunft

Mit seiner futuristischen Stadtlandschaft ist Dubai heute schon seiner Zeit weit voraus. Ehrgeizig wird an der Stadt von übermorgen gebaut. Mit riesigen Investitionen will das Emirat Vorreiter in smarter Technik, Forschung und Wissenschaft werden und könnte damit zum Vorbild für die ganze Welt werden.

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och wird gehämmert und geschraubt, werden Wände verkleidet und Leitungen verlegt, noch ist Dubais Museum der Zukunft eine Baustelle. Doch spätestens Ende 2019, wenn alles fertig ist, wird das futuristische Bauwerk, das an ein riesiges sehendes Auge erinnert, den Blick in die Zukunft ermöglichen. Das besondere an dem Gebäude, das aufgrund seiner elliptoiden Form als eines der komplexesten der Welt gilt, ist aber nicht nur die spektakuläre Architektur. Auch im Innern erwartet Besucher ein Feuerwerk an Innovationen, denn das Museum der Zukunft wird kein traditionelles Museum im Sinne einer Sammlung von Exponaten sein, sondern ein Innovations-Komplex, in dem unter dem Motto „See the future, create the future“ neue Technologien und Ideen für das urbane Leben von morgen entwickelt und präsentiert werden sollen. Designer, Wissenschaftler, Unternehmen und Investoren sollen hier unter einem Dach vereint Dubais Vision der innovativsten Stadt der Welt vorantreiben.

Doch man muss nicht erst auf die Museumseröffnung warten, um in Dubai einen Blick in die Zukunft zu werfen. Dubais Skyline gehört heute schon zu den modernsten und faszinierendsten Wolkenkratzerlandschaften der Erde. Die besten Architekten der Welt haben sich hier verewigt und dabei oft die Gesetze der Schwerkraft außer Kraft gesetzt wie beim ikonischen Burj Khalifa, dem mit 828 Meter höchsten Gebäude der Erde. Schon wird an einem noch höheren Haus gebaut, dem nadelförmigen Dubai Creek Tower. Das spektakuläre Gebäude soll 928 Meter hoch werden und noch vor Beginn der Expo 2020 fertig sein. Der Entwurf stammt aus der Feder des weltberühmten Architekten Santiago Calatrava.

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SMART CITY – STADT DER APPS

Seitdem Dubai erklärt hat, bis zum Jahr 2021 zur smartesten Stadt der Welt zu werden, hat das Emirat eines der ehrgeizigsten Integrationsprogramme für Informations- und Kommunikationstechnologie gestartet, die jemals unternommen wurden. Zu den vorrangigen Zielen gehört neben der Einführung autonomer Verkehrsmittel die Umwandlung von mehr als 1000 Behördendiensten in smarte Onlineservices. Bis 2021 soll kein Einwohner Dubais mehr eine Amtsstube aufsuchen müssen, um etwa einen Führerschein oder Visum zu beantragen. Schon heute sind viele öffentliche Dienste online erreichbar. Die Stromrechnung kommt ebenso aufs Handy wie der Strafzettel für zu schnelles Fahren oder das Parkticket. Letzteres kann via App bequem verlängert werden und es gibt sogar eine App, die freie Parkplätze in der Umgebung anzeigt.

Wesentlich für den Erfolg der Dubaier Smart-City-Planung ist die hohe Anzahl der Smartphone-Nutzer im Emirat. Acht von zehn Einwohnern der VAE haben mindestens ein Smartphone. Damit ihnen unterwegs nicht die Energie ausgeht, gibt es an vielen Plätzen solargetriebene „Smart Palms“ mit W-Lan-Hotspots und Ladeanschlüssen für mobile Geräte. Auf ihrem „Stamm“ zeigen die Kunstpalmen Nachrichten und Wetterinformationen an, die während des Ladevorgangs die Wartezeit verkürzen helfen.

Auch für Besucher wird in Dubai alles getan, ihnen den Aufenthalt zu versüßen. Die Dubai Tourism App etwa bietet einen umfassenden Überblick über aktuelle Aktivitäten in der Stadt, Listen von Restaurants, Sehenswürdigkeiten und Unterhaltungsmöglichkeiten sowie Tourenvorschläge. Auch die meisten großen Einkaufszentren verfügen über eigene Apps, die den Besuchern helfen, sich zu orientieren.

Möglicherweise wird „The Tower“ aber nicht nur Dubais höchstes Gebäude werden, sondern auch das letzte seiner Art, das in konventioneller Bauweise errichtet wird, denn Dubais Wolkenkratzer der Zukunft sollen aus dem 3D-Drucker kommen. Das sieht die vor zwei Jahren von Staatsoberhaupt Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktoum verabschiedete „3D Printing Strategy“ vor, die das Emirat zum Epizentrum der revolutionären Bautechnik machen will und das kosten-, zeit- und abfallsparende Verfahren zum Standard. Bis 2030 soll mindestens ein Viertel aller Gebäude im Emirat von Roboterarmen mit Spritzdüsen hochgezogen werden. Der Anfang ist gemacht: Bereits 2016 hat eine Dubaier Stiftung mit einem riesigen 3D-Drucker aus Spezialbeton, Gips und einem faserverstärkten Kunststoff Schicht für Schicht ein 250 Quadratmeter großes Bürogebäude samt Inneneinrichtung und Mobiliar „gedruckt“ – in nur 17 Tagen Bauzeit. Das Bauunternehmen Cazza Technologies hat bereits angekündigt, Dubais erstes 3D-gedrucktes Hochhaus errichten zu wollen.

Auch verkehrstechnisch ist Dubai der Welt in Siebenmeilenstiefeln vorausgeeilt. Dubais Metro fährt seit 2009 im Zweiminutentakt ohne Schaffner und Kontrolleure. Fahrerlose Taxis und Busse stehen in den Startlöchern und auch das erste Lufttaxi, der von der deutschen Firma E-Volo entwickelte Volocopter, wurde bereits erfolgreich in Dubais Stadtverkehr getestet. Elektrisch angetriebene Taxidrohnen sollen schon bald von bestimmten Start- und Landeplätzen aus eilige Geschäftsleute und Besucher – einem fliegenden Teppich gleich – fast lautlos durch die Stadt gleiten lassen. Bis 2030 – so sieht es Dubais ambitionierte Smart-City-Strategie vor – soll ein Viertel des Stadtverkehrs in Dubai auf autonomen Transport umgestellt sein.

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Per Hyperloop sollen Passagiere in Dubai schon bald auf dem Landweg mit Schallgeschwindigkeit reisen können.

Geradezu revolutionär ist ein neues Verkehrssystem, das in Dubai in Kürze realisiert werden soll und das noch vor wenigen Jahren als Science Fiction galt: Hyperloop heißt das Konzept, das auf einer Idee von Tesla-Chef Elon Musk beruht. Nach dem Prinzip der Rohrpost soll es Passagiere in magnetisierten Kapseln mit mehr als 1000 Stundenkilometern durch riesige Vakuumröhren schießen. Die erste kommerzielle Hyperloop- Strecke der Welt soll Dubais Al Maktoum International Airport mit dem Gelände der Expo 2020 verbinden und spätestens zur Weltausstellung in Betrieb gehen. Die spätere Planung sieht eine durchgehende Hyperloop-Röhre zwischen Dubai und Abu Dhabi vor, die die Reisezeit für die 150 Kilometer lange Strecke auf zwölf Minuten verkürzen würde.

Es ist aber nicht nur die unglaubliche architektonische und technische Entwicklung, die Dubai zum Modell einer urbanen Zukunftsvision gemacht hat. Auch gesellschaftlich gilt das Emirat als äußerst fortschrittlich und weltoffen. Ein Drittel der Kabinettsmitglieder und zwei Drittel der Regierungsmitarbeiter sind weiblich, rund 85 Prozent der Stadtbewohner stammen aus dem Ausland. Gesellschaftlicher Kitt und gemeinsame Basis der Vielvölkerstadt ist eine Gesellschaftsordnung, die auf Toleranz und Gastfreundlichkeit basiert, in der englisch Alltagssprache ist und Kriminalität so gut wie unbekannt.

Aber Dubai wäre nicht Dubai, wenn es sich mit dem Erreichten zufriedengeben würde. Neben der smartesten und innovativsten Stadt will Dubai bald auch die „happiest city on Earth“ werden. Dafür wurde 2016 sogar ein eigenes Ministerium für Glück ins Leben gerufen mit der strikten Agenda, Zufriedenheit, Glück und positives Empfinden der Stadtbewohner und Besucher zu stärken und zu fördern. Welche technischen Innovationen dazu beitragen können, dieses Ziel zu erreichen, könnte bald auch Forschungsgegenstand im künftigen Museum der Zukunft sein.

Global Gateway

Over four short decades; in the empty expanse of the Arabian desert, Dubai sprung to life, a modern metropolis built on startling ambition and cutting-edge technology. We meet the people and explore the industries making Dubai the city of tomorrow, today. We’ll also see how advances being made in the city now could be exported worldwide, changing the way we all live in the future.


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