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LOCATIONS

Meetings unterm Sternenhimmel

Kreativ, umweltfreundlich, und wissenschaftlich. Diese drei Attribute beschreiben die perfekte Eventlocation. Zumindest, wenn man zugrunde legen würde, wonach Veranstaltungsplaner so suchen, und wie Locations zum Content beitragen können.

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ie Mitarbeiter von Spacebase wissen genau, welche Locations gerade angesagt sind. Weil bei ihnen danach gesucht wird. „Der Einstieg auf unser Buchungsportal ist ja das Suchfeld, wo Leute, die eine Location suchen oder direkt buchen wollen, die relevanten Begriffe eingeben“, sagt Spacebase-CEO Julian Jost, der die Buchungsplattform für außergewöhnliche und Meetingräume selbst gegründet hat. „Das gibt uns und unserer Datenbank natürlich die Möglichkeit, auf der einen Seite Whitespots, auf der anderen Seite aber auch Trends zu identifizieren. Was im Moment überdurchschnittlich häufig gesucht wird, sind Coworking-Spaces, Kreativität ist also gefragt, aber auch Nachhaltigkeit – also regionales Catering zum Beispiel oder eine gute Bahnanbindung“, erklärt er. „Und – aber das ist keine Überraschung, da die Suchbegriffe ja über unsere Seite eingehen – Alternativen zu den gewöhnlichen Tagungshotels.“

Das Angebot außergewöhnlicher Locations im Portfolio konnte Spacebase im April mit der Übernahme des 2012 gegründeten Startups Eventsofa auf 8.000 Spaces nahezu verdoppeln. „Mit der Übernahme von Eventsofa wollen wir unseren starken Wachstumskurs fortsetzen.”, so Julian Jost, CEO von Spacebase. „Eventsofa erhöht unseren Marktanteil bei den relevanten Locations von aktuell 30 bis 40 Prozent auf bis zu 70 Prozent.” Eventsofa hat sich in den vergangenen Jahren von einer Location-Listing- Plattform zum Marktplatz für spezielle Eventlocations und Eventerlebnisse entwickelt.

Welche Locations gerade im Trend liegen und häufig gebucht werden, sieht man als User an den Top- Ten-Listen auf dem Online-Marktplatz von Eventsofa. In Berlin macht sich gerade das Stadion An der Alten Försterei einen Namen. Erst 2017 mit dem Location Award ausgezeichnet, steigt jetzt sein Heimverein, der 1. FC Union Berlin, in die Bundesliga auf. Wer nicht gleich 30.000 Gäste im Stadion begrüßen möchte, kann auch kleinere Events für zehn Personen mit dem professionellen Eventteam umsetzen. Zum Beispiel in der neu gestalteten Schlosserei, die sich für Firmenfeiern, Abendveranstaltungen oder Tagungen eignet. Aber auch im VIP-Bereich oder direkt auf dem Rasen sowie auf der Tribüne lassen sich individuelle Eventideen realisieren. Ein wichtiger Bestandteil ist das Catering, das sogar über eine hauseigene Patisserie verfügt.
       
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Die Vega Sternwarte in Salzburg verfolgt das Konzept „Science & Events“.
FOTO: VEGA STERNWARTE

In Düsseldorf erfreut sich das größte Theater der Stadt zunehmender Beliebtheit. Das Capitol Theater Düsseldorf ist aufgrund seiner Vergangenheit als Straßenbahndepot mit seinen Backsteinwänden, großen Fensterflächen in den Foyers und dunkel gehaltenen Bars und der dadurch erzeugten Mischung aus Loft- und Industrie-Charme eine besondere Einrichtung und in Sachen Events variabel: Das Foyer besitzt zum Beispiel eine Grundfläche von über 1.000 qm, die in kleinere Teilbereiche von 50 bis 800 qm abgegrenzt und sogar mit eigenen Eingängen versehen werden kann. Der Capitol Club ist mit seinen 630 qm flexibel verwendbar. Die 52 qm große Bühne ist bereits mit einer Basis an Licht- und Tontechnik ausgestattet. Dinner-Veranstaltungen, Tagungen, kleinere Messen, Partys, Modenschauen und Fotoshootings sind hier schon umgesetzt worden. Der große Saal fasst bis zu 1.250 Gäste und kann je nach Bedarf auch entstuhlt werden. Auf der 210 qm großen Bühne ist genügend Platz für Preisverleihungen, oder Show-Acts.

Bundesweit wählte Eventsofa das „pro aurum Goldhaus“, eine Eventlocation in Form eines Goldbarrens, auf Platz 1 der außergewöhnlichen Eventlocations 2019. Das Gebäude profitiert von seinem anspruchsvollen Design, das mit runden Formen, klaren Linien und einem modernen Look in Gold und Grau spielt. Die Eventlocation in München wird häufig für Business Events, Produktpräsentationen oder aber goldene Jubiläen gebucht. Neben den Räumlichkeiten für die Events verfügt das pro aurum Goldhaus über eine eigene Goldausstellung und fungiert als Kompetenzzentrum für Edelmetalle. Die Kundenhalle bietet auf 218 qm Platz für bis zu 200 Gäste, während die Infowelt mit 60 qm und der Konferenzraum mit 30 qm besonders für Konferenzen und Meetings geeignet sind.

Eine wissenschaftliche Einrichtung mit der Umsetzung von Events zu verbinden, ist das Konzept „Science & Events“, das Alfons Weißenbacher als Geschäftsführer der Choros Concept GmbH entwickelt hat. Sein Unternehmen ist für die Vermietung der Räumlichkeiten und die Organisation von Veranstaltungen in der Salzburger Vega Sternwarte zuständig. Die Vega Sternwarte bietet faszinierende Blicke ins Weltall und auf 800 m Höhe ein beachtliches Panorama der Nordalpen. Als eindrucksvolle Eventlocation am Abend können für bis zu 150 Gäste hochkarätige Veranstaltungen organisiert werden. Bei „clear sky“ blicken Teilnehmer live ins Weltall und zugleich werden diese Bilder über modernste Technik auf Breitbild in den Eventsaal projiziert. Als Panoramalocation bietet sich die Sternwarte aber auch für Tagesseminare oder Produktpräsentationen an. Mit bis zu vier Eventräumen, den Dachterrassen und der Lage direkt am Haunsberg-Rundweg können viele Anforderungen abgedeckt werden. Choros bietet bausteinartig alle Eventleistungen, von der reinen Miete bis zum „Full-Service“ samt Teilnehmerorganisation an.

„Eventplaner haben in den vergangenen Jahren viele Trends mitgemacht, ein wichtiger ist und bleibt aber der Content“, sagt Weißenbacher. „Doch wird es immer schwieriger, Brücken zu schlagen, die die Ziele von Meetings transportieren“, so der ehemalige Dozent für Eventmanagement. „Mit dem Konzept Science & Events und dem Zugang zu einem Fundus an Medien aus Astronomie, Astrophysik, Quantenphysik und die Weltraumfahrt liefern wir eine Plattform mit neuem Content für Veranstaltungen.“ Er fährt sehr erfolgreich mit dieser Herangehensweise und bietet Beratungsleistungen auch für andere wissenschaftliche Einrichtungen an.
              
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Mit dem „Think Terminal“ ist auf mehr als 650 qm eine Location für Open-Space-Workshops entstanden.
FOTO: LUFTHANSA SEEHEIM

Eine Location, die ebenfalls speziellen Content mit Meetings verbindet, ist das „Happy Landings“ Flugsimulations- Zentrum in Frankfurt. Die Location samt Tagungsraum kann zwar auch ohne Flugsimulation gebucht werden, das Erfolgs-„Geheimnis“ von Happy Landings liegt aber natürlich in der Kombination vom Flugsimulationserlebnis mit einer Firmenveranstaltung, einem Teambuildingevent oder Incentives. Die Macher verstehen sich als Full-Service-Dienstleister mit Herz für die Luftfahrt. Insgesamt sechs Flugsimulatoren stehen zur Verfügung.

Die Tagungshotellerie schickt sich an, dem Vormarsch der Eventlocations am Veranstaltungsmarkt mit weitreichenden Modernisierungsmaßnahmen zu begegnen. Bereits zum dritten Mal veröffentlichen das Beratungsunternehmen Roland Berger, der Hotelverband Deutschland (IHA) und die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) eine länderübergreifende Benchmarkstudie zum Digitalisierungsstand der Branche. „Die Ergebnisse ‚Hotellerie 4.1‘ zeigen klar, dass die Digitalisierung voll in der Hotellerie angekommen ist, und das nicht nur seit gestern. Die Hotelmanager haben ein Gespür für die Tragweite der laufenden Entwicklungen ausgebildet und wissen, dass sie nicht ins Hintertreffen geraten dürfen“, fasst Studienautor Dr. Vladimir Preveden, Partner bei Roland Berger, die Ergebnisse zusammen. Weitgehend unbestritten sehen die knapp 600 befragten Hoteliers aus Deutschland und Österreich die tiefgreifenden Auswirkungen (86 Prozent in Deutschland, 92 Prozent in Österreich) und bewerten die Auswirkungen des Megatrends auf die Branche und den eigenen Betrieb als sehr wichtig oder wichtig. „Eine Startup-Mentalität und der damit verbundene offene und agile Zugang zum Thema Technologie halten Einzug in die Branche: Knapp jeder zweite Hotelier sieht sich bei der Umsetzung neuer digitaler Trends vorne mit dabei. Wer rastet, rostet in dem Fall nicht nur, sondern läuft Gefahr auf der Strecke zu bleiben“, unterstreicht IHA-Hauptgeschäftsführer Markus Luthe.

Eine Tagungslocation direkt an einer Rennstrecke befindet sich am Nürburgring. Mit dem bfp Fuhrpark- Forum fand im Juni zuletzt die zweitägige Leitmesse für betriebliche Mobilität für Dienstleister sowie deren Fachbesucher und Startups am Nürburgring statt. 3.000 Fachleute sind hierfür an der Rennstrecke in der Eifel zusammengekommen, davon 1.800 Entscheider im Bereich betrieblicher Mobilität. 126 Aussteller präsentierten aktuelle Lösungen, Experten diskutierten bei Fachvorträgen praxisorientierte Fragestellungen. Auf der Grand-Prix-Strecke konnten die aktuellen Fahrzeuge getestet werden. Zu den wichtigsten Trendthemen gehörten unter anderem E-Mobilität, Lastenfahrräder, E-Bikes, aber auch wirtschaftliche Effizienz und individuelle Ansprüche.

„Durch die Kombination verschiedener Bausteine nutzt das bfp Fuhrpark-Forum die Vorteile unserer Event-Location perfekt“, sagt Mirco Markfort, Geschäftsführer des Nürburgrings. Während im „Ring Boulevard“ und in der „Ring Arena“ die Messe stattfand, gab es in den weiteren Business-Locations des Nürburgrings Vorträge und Experten-Runden. Für den Abschluss des ersten Messetages sorgte die Abendveranstaltung im Motorsport-Erlebnismuseum „Ring Werk“. Über 1.000 Gäste erlebten hier ein Dinner inmitten der Exponate und Fahrzeuge der traditionsreichen Nürburgring-Geschichte.
             
                     
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Das Capitol Theater Düsseldorf ist ein ehemaliges Straßenbahndepot.
FOTO: CAPITOL THEATER DÜSSELDORF

Für einen umweltfreundlichen Bahnanschluss setzt dich der Europa-Park massiv ein. Eine umweltfreundliche Anreise mit der Bahn ist nach Einschätzung von Europa-Park-Inhaber Roland Mack eine der ganz großen Herausforderung für den größten Freizeitpark in Deutschland, der Events wie dem Cloudfest oder dem Rolling Stone Park als Location dient. Seit Jahren kämpft die Familie Mack für einen leistungsfähigen Bahnanschluss mit ICE-Halt in Ringsheim, doch bislang gab es keine positiven Signale von der Bahn. „Alle reden vom Klimaschutz und wir kommen bei solch einem Umweltprojekt erster Klasse kein Stück weiter“, sagt Roland Mack. „Damit können wir uns nicht zufrieden geben."

Durch die Vermittlung von EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger wurde jetzt ein Spitzengespräch in der Bahn-Konzernzentrale in Berlin anberaumt. Roland Mack und sein Sohn Thomas trafen Bahnvorstand Ronald Pofalla zusammen mit dem Konzernbevollmächtigten Baden-Württemberg Thorsten Krenz und Günther Oettinger.

Auf den Hinweis von Roland Mack, dass in wissenschaftlichen Befragungen konstant rund 2,5 Millionen Gäste jährlich mit der Bahn zum Europa-Park anreisen wollen, also mit Hin- und Rückfahrt fünf Millionen Fahrten auslösen würden, sicherte Ronald Pofalla die „volle Unterstützung der Bahn“ zu. Er werde das Thema zur Chefsache machen, betonte Pofalla, der gleichzeitig auf die Hindernisse bei der Infrastruktur im Rheingraben hinwies. Pofalla: „Wir wollen noch kundenorientierter werden und in jedem Falle noch deutlich mehr Menschen in Deutschland befördern. Der Europa-Park spielt dabei eine wichtige Rolle.“ Allerdings gelte es zuerst, das Schienennetz im Rheintal auszubauen, vorher sei ein ICE-Halt in Ringsheim nicht möglich. Bei einem weiteren Gipfeltreffen im Herbst im Europa-Park soll nach Übergangslösungen mit Anschlüssen von den Bahnhöfen Offenburg und Freiburg gesucht werden. Auch Varianten mit hochmodernen attraktiven Elektrobussen sind im Gespräch.

Den von Julian Jost angesprochenen Trend hin zum Coworking hat das Konferenzhotel Lufthansa Seeheim aufgenommen und ist mit einer neuen Veranstaltungs- Location an den Start gegangen. Das „Think Terminal“ bietet in Airport-Atmosphäre ein ausgefallenes Ambiente für Events. Mit dem „Think Terminal“ ist auf mehr als 650 qm eine Location für Open-Space-Workshops, Konferenzen, Abendveranstaltungen und Events entstanden. Abgeschlossen von den anderen Teilen des Konferenzhotels herrscht im „Think Terminal“ Airport-Atmosphäre: Typische Elemente eines Flughafens wie eine Flug-Anzeigetafel, ein imposanter Tower und Equipment-Klassiker wie Boardtrolleys und Lounge- Sessel schaffen Inspiration. Die Gäste checken am Hospitalitydesk ein und werden über einen individuell beschreibbaren Leuchtstreifen am Boden in das Terminal geführt. Hier bildet die Halle (377 qm) mit großer Szenenfläche und vielfältig bestuhlbarem Open Space den Mittelpunkt der Tagungslocation. Die drei sich an die Halle anschließenden Breakout-Rooms, die sogenannten „Gates“, sind zwischen 37 qm und 130 qm groß und ermöglichen diverse Veranstaltungsszenarien mit flexiblen Sitzarrangements oder beschreibbaren Tischen und Wänden. Insgesamt bietet das „Think Terminal“, das ausschließlich als gesamte Veranstaltungsräumlichkeit gemietet werden kann, Platz für bis zu 100 Personen. „Die bewusst gewählte Airport-Architektur mit ihrer flexiblen Raumaufteilung und moderner Technik ist eine außergewöhnliche Erlebniswelt für kreative Events“, erläutert Katharine Schnelting-Anslinger, Geschäftsführung Lufthansa Seeheim, das Terminal- Konzept. Damit läge das Think Terminal bei Spacebase auf jeden Fall voll im Trend.
CHRISTIAN FUNK
                   
www.spacebase.comwww.eventsofa.dewww.altefoersterei.berlinwww.capitol-theater.dewww.proaurum-goldhaus.dewww.vega-sternwarte.atwww.choros-concept.comwww.happy-landings.orgwww.nuerburgring.dehttps://corporate.europapark.com/dewww.lh-seeheim.de
„Was im Moment überdurchschnittlich häufig gesucht wird, sind Coworking-Spaces.“
Julian Jost,
Spacebase
Der Europa-Park engagiert sich für einen Bahnanschluss mit ICE-Halt.

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