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SHE MEANS BUSINESS 2018

Über Nacht zur Moderatorin

Auf der ersten „She Means Business“ geschah, was auf Konferenzen geschieht: Das Unerwartete. Unsere Moderatorin Talia Sanhewe erhält ihr Visum nicht rechtzeitig. In 36 Stunden werde ich zur Moderatorin – ein Erfahrungsbericht von Kerstin Wünsch.

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reitagmorgen. Nur ein Wochenende trennt die IMEX Gruppe und uns, tw tagungswirtschaft, von unserer ersten 
„She Means Business“
. Es ist alles vorbereitet, Aufregung und Vorfreude wechseln sich ab. Um 13.16 Uhr erhalte ich eine E-Mail mit Betreff: „News“. Unsere Moderatorin Talia Sanhewe schreibt mir aus der deutschen Botschaft in Pretoria, dass ihr Visum nicht ausgestellt werden könne, weil es noch „in Bearbeitung“ im System sei und bittet um Hilfe.

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Was für eine Erfahrung! Mit Karin Nordmeyer, Mara Harvey, Susanne Labonde und Isabel Bardinet diskutieren – und das auf der Bühne.
FOTO: EVVC

MISSION I’M POSSIBLE? MEINE TOP 5:

1 Unsere Production Managerin Miranda van Bruck! Ohne sie hätte ich das nicht geschafft. 2 Ich bin ständig in Kontakt mit Carina Bauer und Zuzana Chalányová vom IMEX-Team. 3 Mein Vorgesetzter Mark A. Cano vertraut auf mich. Mein Mann Ulrich Wünsch glaubt an mich und sagt: Du bist die Moderatorin. Du bestimmst, was auf der Bühne geschieht! 4 Alle machen unseren Plan B zu Plan A. Der Zuspruch von allen Seiten macht Mut. 5 Technische Dienstleister, auf die wirklich Verlass ist: Gahrens + Battermann und Slido. PS: Ich wollte wissen, ob ich das schaffe.

Carina Bauer und ich bitten alle um Hilfe: Die deutsche Botschaft in Pretoria, die deutsche Botschaft in Berlin, das German Convention Bureau, die Deutsche Zentrale für Tourismus, Lufthansa Südafrika… Und ja, das deutsche Außenministerium! Wir lassen nichts unversucht und hoffen auf ein „afrikanisches Wunder“. Parallel spielen wir Plan B durch. Als Carina am Samstagmittag in Frankfurt landet, ist klar: Weder Talia noch eine andere Moderatorin ist in Sicht, die Wahl fällt auf mich!

Die gute Nachricht ist: Als Kopf hinter der She Means Business kenne ich Programm und Ablauf. Die schlechte Nachricht: Mir bleiben 36 Stunden zur Vorbereitung der sechsstündigen Moderation. Unsere Production Managerin Miranda van Bruck, The Content Studio, steht sofort bereit und sendet mir den minutiösen Ablaufplan. Auf den VOG („Voice of God“), die Stimme aus dem Off, folgen drei Minuten für die Begrüßung, eine Minute fürs Housekeeping, zwei für die Supporting Partner und Verbände, vier für das Abstimm-Tool Slido mit Einführung und Test – jeder noch so kleine Moment will in Worte gefasst werden. Ich füge meine Sätze für meine An- und Abmoderation der acht Rednerinnen, des Talks „Women in Business“, des Industry-Panels, der Round-Table-Session mit Wrap-up und des Closings in das Skript ein.

FOTOS: IMEX GROUP, EVVC

Miranda befindet es für gut, und ich bastele meine Moderationskarten. Nachts im Bett gehe ich den Ablauf so oft durch, bis ich endlich einschlafe. Sonntagmorgen auf der Fahrt nach Frankfurt denke ich mir Fragen für das Abstimm-Tool Slido aus, den Panel „Women in Business“ und studiere meine Moderationskarten.

Im Kap Europa freuen sich alle, dass die Moderatorin da ist. Saal Horizont flößt mir Respekt ein. Erst recht der Blick von der Bühne. Meine Stimme schallt über die 1.040 qm. Das macht es nicht leichter. Was ist, wenn die Techniker mein Mikrofon nicht anschalten, wenn ich auf die Bühne gehe oder – schlimmer noch – nicht abschalten, wenn ich von der Bühne gehe? Miranda beruhigt mich. Sie führt freundlich, aber bestimmt Regie. Ich folge ihr. Wir stellen die Eröffnung und die Begrüßung um und spielen meine Passagen durch. Ich mache mich mit der Technik und Bühne, dem Saal und Technik-Team vertraut. Alle wissen genau, was sie tun. Das hilft. Vor dem Einschlafen spiele ich die Konferenz erneut durch. Für Fluchtgedanken bin ich zu müde.

Montagmorgen stehen die Rehearsals mit den Rednerinnen an. Gut, dass ich fast alle kenne. Ich bekomme viel Zuspruch. Karin Nordmeyer von UN Women findet, dass sei eine große Chance und freut sich für mich. Das tut gut. Mein Production Manager, die Rednerinnen und ich gehen jede Session durch. Wir sind alle ein wenig aufgeregt, aber mit großer Freude dabei. Denn: Es ist „unsere“ She Means Business. Und die, beschließe ich, als die „Stimme Gottes“ meinen Namen nennt, bringe ich jetzt gut über die Bühne…  KERSTIN WÜNSCH
 

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