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RMCC

Das Team ist das A und O

Martin Michel, Geschäftsführer des RheinMain CongressCenters (RMCC), über die Umsetzung des Großprojekts, Teamarbeit und eine Panne bei der Eröffnung.

tw: Wie haben Sie es geschafft, bei diesem Projekt im Kosten- und Zeitrahmen zu bleiben?
Martin Michel:
Sie sagen es, in nur 36 Monaten Bauzeit haben wir eines der modernsten Kongress- und Veranstaltungshäuser Europas gebaut. Dabei sind wir im gesetzten Kostenrahmen geblieben und haben dabei nicht an der Qualität gespart – bekanntlich ist das bei Bauprojekten in dieser Dimension in Deutschland keine Selbstverständlichkeit. Unser Erfolgsgeheimnis war bei diesem Projekt das Team und die Leistung im Team. Wir haben insgesamt 45 Einzelgewerke ausgeschrieben. 60 Unternehmen teilten sich die Arbeit. Auf der Baustelle herrschte stets ein gutes Klima. Über 2.500 Menschen aus 15 Nationen haben hier Hand in Hand zusammengearbeitet. So haben wir regelrecht Völkerverständigung auf unserer Großbaustelle gelebt.

Gibt es bestimmte Erfahrungswerte, die Sie an Kollegen bei der Umsetzung von Großprojekten weitergeben würden?
In erster Linie braucht man eine klares Ziel und eine klare Vision. Unser Anspruch an das zukünftige Gebäude war oder ist es, die Spitze im deutschen Kongress- und Veranstaltungs-Segment zu besetzen. Dazu bedarf es Qualität. Und hierfür stehen in erster Linie unser Architekt Ferdinand Heide und seine Mannschaft, die dieses architektonisch höchst anspruchsvolle und perfekt in das Wiesbadener Stadtbild integrierte Gebäude mit seinem durchdachten Raumkonzept realisiert haben. Wie bereits erwähnt sind ein richtiges und gut funktionierendes Team das A und O. Zu guter Letzt empfehle ich, insbesondere bei öffentlichen Großprojekten, die Schaffung von Transparenz und den Einbezug relevanter Interessengruppen wie z. B. Einwohner und Anwohner. Diese haben wir von Anfang an, lange bevor wir angefangen haben zu bauen, informiert und mit regelmäßigen Baustellenführungen, Infoabenden, Infohotlines etc. eine Anlaufstelle für Fragen geschaffen. Wir werden zum Stand heute wahrscheinlich ohne jegliches strittige Gerichtsverfahren auskommen. Auch das ist eine Leistung, auf die wir sehr stolz sind.

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FOTO: RMCC

ZUR PERSON

Martin Michel ist Geschäftsführer des RheinMain CongressCenters (RMCC) und Sprecher der Betriebsleitung der TriWiCon. Das Unternehmen vernetzt als Eigenbetrieb der Landeshauptstadt das Messe-, Kongress- und Tourismusgeschäft. Das RMCC hat im April 2018 seinen Betrieb aufgenommen. 
www.rmcc.de

Kurz nach der Eröffnung gab es ein Malheur mit der Sprinkleranlage. Was ist da passiert?

Betroffen von dem Wasserschaden ist ein kleiner Bereich der Halle Nord. Dort war am Samstag beim Tag der offenen Tür die Sprühflutanlage angesprungen, als wir unsere Show mit Licht- und Kunstnebel gestartet haben. Die Abläufe waren noch nicht zu 100% eingespielt, eine der fünf Anlagen wurde nicht abgeschaltet und daraufhin ausgelöst. Der Wasserschaden wurde vor Ort schnell behoben. Auch hier haben wir Hand in Hand gearbeitet, so dass kurze Zeit später die Halle wieder für die Besucher des Tages der offenen Tür geöffnet werden und tags drauf die Magiershow der Ehrlich-Brothers wie vorgesehen vor ausverkauftem Haus stattfinden konnte. Der Schaden hatte keinerlei Auswirkungen auf unseren Veranstaltungsbetrieb. Im Bereich der Holzvertäfelung müssen jetzt Reparaturarbeiten durchgeführt werden, die bereits im Gange sind.

Wieder zum RMCC. Worauf haben Sie beim Bau besonderen Wert gelegt?
Wir wollten mit dem RMCC nachhaltig denken und handeln. Wir wollen die Bedürfnisse und Erwartungen an ein modernes Kongresshaus erfüllen und dabei höchsten Wert auf Ästhetik und Modernität legen. Wir haben ein hochwertiges Gebäude erschaffen, das durch sein lichtdurchflutetes Zusammenspiel aus hellem Naturstein, Sichtbeton, Glas, Holz und Metall die Menschen schlichtweg begeistert. Das haben wir in der kurzen Zeit bereits festgestellt.

Großbauten haben in der öffentlichen Wahrnehmung oft einen schwierigen Stand. Wie möchten Sie die Wiesbadener Bürger vom Kongresshaus überzeugen?
Wie bereits erwähnt, haben wir uns im gesamten Projektverlauf sehr um Transparenz bemüht und die Wiesbadener Bevölkerung stets auf dem Weg bis hin zur Eröffnung mitgenommen. Ein wichtiger Aspekt war sicherlich das Eröffnungswochenende mit Tagen der offenen Tür und einem kostenfreien Konzert für die ehrenamtlich tätigen Wiesbadener Bürgerinnern und Bürger. Noch immer bieten wir, wenn uns möglich, kostenfreie Führungen an, wie beispielsweise vor einer Woche beim „Tag der Architektur“ oder im September zum „Tag der Nachhaltigkeit“. Zusätzlich finden im Jahresverlauf einige öffentliche Veranstaltungen und Konzerte statt.



Sie haben viele verschiedene Räumlichkeiten im Bau integriert. Was ist der Hintergrund?
Ein Kongresshaus muss heutzutage flexibel und multifunktional sein. Das haben wir, so gut es geht, versucht umzusetzen. Viele große Tagungen benötigen kleinere Räumlichkeiten für Workshops, Pressekonferenzen etc. Mit 45 Räumen bestehend aus drei großflächigen Hallen und über 40 Räumen bis hin zu knapp 300 qm können wir eine Vielzahl an Veranstaltungsformaten und vor allem parallel stattfindende Veranstaltungen abdecken.

Was ist Ihre Strategie, um Veranstaltungen nach Wiesbaden und ins RMCC zu holen?
Unser Vertriebsteam arbeitet bereits seit Abriss der alten Hallen daran, das RMCC mit Veranstaltungen zu füllen. Wir haben bewiesen, dass wir unser Wort halten können und sind planmäßig fertig geworden. Das überzeugt und spiegelt sich in der steigenden Anzahl der vertraglich fixierten Veranstaltungen wieder. Besonders stolz sind wir darauf, dass wir große Kongresse wie z. B. den Internistenkongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin zurückholen konnten. Unsere Strategie ist es, mit Qualität und Service und natürlich unserem einzigartigen Haus zu überzeugen.

Auf welche kommende Veranstaltung freuen Sie sich besonders?
Wir durften bereits in knapp zweieinhalb Monaten Spielzeit ein breites Repertoire an Veranstaltungen betreuen. Wir konnten bereits einen Bundesparteitag, drei Landesparteitage, zahlreiche Firmenveranstaltungen und Jahrestagungen großer Verbände bis hin zu ausverkauften Unterhaltungsveranstaltungen bei uns im Haus begrüßen. Und so geht es auch in 2018 weiter. Der Mix macht es aus. Für uns zählt am Ende die Zufriedenheit der Kunden. Manche Kunden haben bereits nach erfolgreich stattgefundener Veranstaltung direkt die nächste Veranstaltung fest eingebucht. Das ist natürlich für uns das schönste Feedback und Beweis dafür, dass Vieles richtig umgesetzt wurde.  CHRISTIAN FUNK
 
„Wir haben uns im gesamten Projektverlauf sehr um Transparenz bemüht.“
Martin Michel, Geschäftsführer des RMCC
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