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FIT4CONGRESS DRESDEN

„Mut zur Innovation wagen“

Auf der Konferenz „Fit4Congress” richtet Dresden Marketing den Blick auf den Kongress der Zukunft. Wie der aussehen kann, bringen sich die Planer aus Dresdens Wissenschaft und Wirtschaft gegenseitig bei.

„K
ongresse, die man digitalisieren kann, werden sterben.“ Dr. Christina Buttler nimmt am 14. November 2019 bei „Fit4Congress“ im Dresdener Löwensaal kein Blatt vor den Mund. „Wozu sollte ich denn für reine Wissensvermittlung und ein statisches Vortragsprogramm verreisen?“, fragt die Director Strategy & Innovation von MCI Deutschland provokativ und erklärt im Anschluss, warum der „Kongress der Zukunft“ – so die Überschrift der Veranstaltung – sich wandelt und wie er denn aussehen könnte. Buttler beschreibt den Wandel anhand neuer Technologien, gesellschaftlicher Umwälzungen, zunehmend heterogener Teilnehmergruppen und verschiedenen Erwartungshaltungen der „Babyboomer“ und der Generationen X, Y und Z. Dann geht sie auf Teilnehmerbedürfnisse wie Sicherheit oder Nachhaltigkeit ein und nennt schließlich Faktoren für einen erfolgreichen Kongress: Individualisierung, Emotionalisierung und Erlebnis.

„Die Inhalte einer Veranstaltung müssen emotional erlebbar sein, ein positives Gefühl vermitteln und somit ein wirkliches Ereignis erzeugen.“ Um das zu schaffen, sei eine intensive Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Teilnehmerkreis und der Zielsetzung einer Veranstaltung nötig. „Sie müssen Konferenzen ganzheitlich konzeptionell betrachten und emotionale Komponenten stringent und zielgruppengerecht einfließen lassen“, erklärt sie und nennt den Begriff des sogenannten „Experience Designs“. Buttler schätzt, dass am Trend „Experience“ wohl kein Weg mehr vorbeiführen werde und kommt bezogen auf die Gewichtung zwischen Wissensvermittlung und Erlebnisgestaltung zu dem Schluss: „Die Mischung macht’s.“
                      
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Die Teilnehmer haben gemeinsam am Kongress der Zukunft gearbeitet. Dieses Scribble zeigt verschiedene Ansätze.
FOTO: DRESDEN MARKETING
             

„WENIGER IST MEHR“

Juliane Hilbig, Managerin MICE Marketing von Dresden Marketing, über den Ansatz hinter „Fit4Congress“.

tw: Sie haben ein eher reduziertes Programm auf die Beine gestellt: Keynote, Workshop und ein Impulsvortrag. Warum dieser Ansatz?
Juliane Hilbig: Wir haben diesen Ansatz bewusst gewählt. Wir richten den Fokus bei unseren eigenen Veranstaltungen immer auf ein bestimmtes Feld – diesmal eben den Kongress der Zukunft – weil uns unsere Teilnehmer gespiegelt haben, dass sie gerne alle Inhalte mitnehmen und nichts verpassen wollen. Das ist bei einem breit aufgestellten Programm mit parallelen Sessions und Auswahlmöglichkeiten eben einfach nicht der Fall. Daher war unsere Intention tatsächlich: „Weniger ist mehr“.

Sie hatten ein breites, gut gemischtes Teilnehmerfeld an Planern. Wie haben Sie das erreicht?
Die Veranstaltung ist in den letzten Jahren gewachsen und wir haben die Inhalte den Bedürfnissen der Besucher – überwiegend Planer aus Dresdens Wissenschaft und Wirtschaft – angepasst, zum Beispiel den Kongress mit einer Studienreise durch Dresden verbunden. Auch haben wir den Interaktionsteil erweitert mit unserem Workshop.

Sie haben ein Gamification-Konzept verfolgt, um die Besucher in die angegliederte Ausstellung zu locken. Wie ist das angekommen?
Das ist sehr gut angekommen. 80 Prozent der Besucher haben sämtliche Stationen der Ausstellung besucht. Einfache Fragen, die sie beantworten mussten, dienten als Icebreaker. Und dass unsere Aussteller einige attraktive Incentives zusammengestellt haben, etwa einen Kochkurs, Hotelübernachtungen oder Dresdener Spezialitäten, hat geholfen. Bereits im letzten Jahr haben wir mit unserem Partner Confgames diesen Gamification-Ansatz erarbeitet.

Was ist für 2020 geplant?
Wir werden vom Aufbau ähnlich agieren und uns wieder auf ein Thema konzentrieren. 2020 wird es um Green Meetings gehen.
CHRISTIAN FUNK



Anschließend lässt Buttler einen Teil der Zuhörer selbst am Kongress der Zukunft arbeiten. In einem zweistündigen Co-Creation-Workshop unter dem Motto „Mut zur Innovation wagen“. Und zwar anhand konkreter Beispiele, die die 154 Besucher – davon 110 Veranstaltungsplaner – aus ihrem eigenen Alltag mitbringen. Da steht etwa Kristin Renger, HR Marketing Specialist bei T-Systems Multimedia Solutions, vor der Herausforderung, mehr Frauen auf die Bühne der IT-Konferenz für Entwickler „Dev Day“ zu bringen. Susanne Schröter von vendoro erzählt, wie schwierig es ist, für ihr Kommunalsymposium moderne Konferenzformate zu etablieren: „Auf dem Bürgermeistertag herrscht definitiv keine Fuckup-Bereitschaft“, sagt sie. Ob es um das Holztechnologische Kolloquium an der Technischen Universität Dresden geht, um Matchmaking-Events oder medizinische Kongresse – die Planer fragen sich: Wie etabliere ich neue Formate? Wie gewinne ich mehr Teilnehmer? Wie setze ich ein neues Konzept trotz Bedenken meines Chefs durch?

Antworten finden die Planer in kleinen Gruppen. Dort haben sie den „Mut zur Innovation“, teilen Erfahrungen, berichten von Erfolgserlebnissen aus dem eigenen Alltag, erzählen genauso, woran sie gescheitert sind, geben Tipps und erarbeiten gemeinsam Lösungsansätze für ihre persönlichen Kongresse der Zukunft. Nach zwei intensiven Stunden werden die Ergebnisse schließlich vor den anderen Gruppen präsentiert.

Damit sich die Besucher mit Ausstellern austauschen, haben sich die Veranstalter ein Belohnungsprinzip ausgedacht. Je mehr Termine man absolviert und Fragen beantwortet, desto höher die Chance auf einen Gewinn. Gamification bei der Veranstaltungsreihe „Dresden – Fit for Congress“? Fragt man Christina Buttler, klingt das ziemlich nach einem Kongress der Zukunft.
CHRISTIAN FUNK
                           
www.dresden-convention.com




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