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INTERVIEW

„Die Experience jedes Teilnehmers messen und verbessern“

Mathias Sondermann, Head of Technology & LoB Events bei SAP, über 30.000-Besucher-Events, den Einsatz von Technologien auf Veranstaltungen und wie sie zum Erfolg beisteuern können.

tw: Mit den Konferenzen Sapphire Now oder SAP Teched hat SAP eigene Veranstaltungen im Portfolio. Erreichen Sie damit ähnliche Zielgruppen wie als Aussteller auf einer Cebit?
Mathias Sondermann: Das ist von Veranstaltung zu Veranstaltung unterschiedlich. Grundsätzlich ist es aber natürlich so, dass eigene Veranstaltungen einen anderen Fokus haben als Messen. Auf SAP Teched und Sapphire Now kennen wir die Teilnehmer teilweise schon seit mehreren Jahren. Auf Messen und anderen Formaten, wo wir als Aussteller vertreten sind, wie in diesem Jahr neu SXSW (South by Southwest, 8. bis 17. März 2019 in Austin, Texas, in den USA), geht es vor allem darum, neue Kontakte zu generieren und von SAP zu überzeugen. Dabei sind wir durch unsere Cloud-Lösungen in allen Bereichen nicht mehr auf die klassische IT-Audience beschränkt.

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Mathias Sondermann verantwortet bei SAP die Technology- und Line-of-Business-Events.
FOTO: SAP

ZUR PERSON

Mathias Sondermann ist Senior Director Global Events bei der SAP SE. In dieser Funktion ist er verantwortlich für die weltweiten Technologie- und Cloud-Events von SAP, wie zum Beispiels SAP Teched, SAP Ariba Live und SuccessConnect. Mathias Sondermann ist seit 1998 in der Eventbranche tätig. www.sap.com

Auf die Sapphire Now kommen um die 30.000 Besucher. Wie gelingt es einem Software-Konzern, derart große Events auf die Beine zu stellen?
Sapphire Now ist unser globales Angebot für alle potentiellen und bereits aktive Kunden. Der Großteil der Teilnehmer kommt natürlich aus Nordamerika, aber auch aus den anderen Kontinenten. Entscheidend für den Erfolg ist die enge Zusammenarbeit zwischen Marketing und Sales, die den Kontakt zum Kunden halten. Sapphire Now ist innerhalb von SAP ein wichtiger Faktor. Es ist unsere große Bühne, auf der Produktlaunches stattfinden und wir über die Teilnehmer vor Ort durch virtuelle Angebote und den Kontakt zu Presse und Influencern eine wesentlich größere Gruppe von Menschen erreichen. Daher arbeiten viele Teams bei SAP auf die Sapphire Now hin. Generell sind Software-Konferenzen und -Events in den letzten Jahren enorm gewachsen, vor allem durch Konsolidierung. Sapphire Now ist natürlich gewachsen, von einem 300-Teilnehmer-Event in den achtziger Jahren bis zu dieser Größe.


Sie verantworten die Technology & LoB Events Ihres Unternehmens. Wie setzen Sie als Technologieunternehmen Technologie auf Ihren eigenen Veranstaltungen ein?
Auf zwei verschiedene Arten. Zunächst mal ist Technologie unser Produkt. Daher wird sie in den Vordergrund gerückt und ausgestellt. Dabei geht es vor allem darum, Software erlebbar zu machen: Statt nur Code zu zeigen, inszenieren wir Showcases. Ein Beispiel: Wie nutzt ein Retail-Unternehmen unsere Software, um Kunden zielgerichtete Angebote zu machen, die sowohl dem Geschmack des Kunden, als auch lokalen Trends entsprechen? SAP-Software kann das ermitteln und über Augmented Reality auch visualisieren.

Wie kann man sich das vorstellen?
Zum Beispiel im Maintenance-Bereich: Wenn eine Maschine ausfällt, kann ein Facharbeiter die Anleitung zur Reparatur in ein Display spielen, zudem benötigte Ersatzteile und wie sie zu montieren sind. Des Weiteren nutzen wir aber auch Eventtechnologie, um die Experience jedes Teilnehmers zu verbessern und zu messen. Dazu gehören Registrierung, CMS, Event-App, Feedbackfunktionen, etc. Aber auch der Austausch der Kunden untereinander und mit SAP wird über Technologie erleichtert, beispielsweise indem man sein Profil über die Event-App teilt und mit anderen in Kontakt treten kann.

ZUM AUS DER CEBIT

„Mit Bedauern haben wir erfahren, dass 2019 keine Cebit mehr stattfinden wird. SAP war bereit, das neue Konzept mitzutragen. Allerdings können wir nachvollziehen, dass sich die Messe letztendlich wirtschaftlich tragen muss. Wir danken der Deutschen Messe AG für die hervorragende Zusammenarbeit über viele Jahre. Die Cebit hatte einen wichtigen Anteil daran, die digitale Transformation in Deutschland zu verankern. Diese Aufgabe bleibt wichtig, daher begrüßen wir die Entscheidung zum Ausbau der Hannover Messe. Auch 2019 werden wir dort gemeinsam mit unseren Partnern innovative Konzepte zur Digitalisierung von Unternehmen präsentieren.“
Ein Sprecher des Unternehmens.

Sollten nicht Events, auf denen sich Menschen begegnen, eher „analog“ sein?
Ich denke, es gibt nicht nur schwarz und weiß. Wie in allen Bereichen gehört Technologie dazu, vereinfacht Abläufe und sorgt für eine bessere Experience.

In welchem Fall machen Technologien auf einer Veranstaltung selbige besser?
Wenn sie zum Beispiel dafür sorgt, ständig einen guten Überblick der Aktivitäten zu haben. Wenn sie Sekundärinfomationen bereitstellt, die das Gesehene und Gehörte weiter vertiefen. Wenn sie Tipps dazu gibt, was für den einzelnen interessant sein könnte, und zu welcher Zeit er ein Angebot am besten besucht, weil der Andrang dann nicht so hoch ist. Es gibt unzählige Einsatzmöglichkeiten. Dabei unterstützt Technologie die Erfahrungen auf einer Veranstaltung, sollte aber kein Selbstzweck sein.

Geben Sie uns bitte einen Einblick in die Organisation eines Events. Welche Eventtechnologien sind dabei unerlässlich?
Für die Planung von Events ist für uns ein integriertes Eventmanagement-System im Zusammenspiel mit der SAP Marketing Cloud unerlässlich. Unsere Systeme decken den gesamten Event-Planungsprozess ab – von der Registrierung über das Handling der Sponsoren bis hin zum Content Management. Für die Veranstaltung selbst sind eine robuste Event- App und Lösungen zur Kontakterfassung ein Muss. Hier ist die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ein wichtiger Aspekt. Wir informieren unsere Teilnehmer vor Veranstaltungen im Detail darüber, wie persönliche Daten erfasst werden.  CHRISTIAN FUNK

„Ich denke, es gibt nicht nur schwarz und weiß. Wie in allen Bereichen gehört Technologie dazu.“
Mathias Sondermann, SAP
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