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SUMMIT LA17

Where the Top Dogs meet & play

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inmal im Jahr treffen sich die wichtigsten Köpfe der Welt zu einem Treffen der besonderen Art. Die Rede ist nicht vom World Economic Forum oder ähnlichen Events, sondern vom SUMMIT LA17 in Los Angeles. Viele zeichnen ein Bild des SUMMITs wie folgt: „Ein Davos- Wochenende auf dem Burning Man“. Das trifft es ganz gut für die Veranstaltung, die in ihrem neunjährigen Bestehen beide Einflüsse in sich aufgenommen hat. Globale Business Leader, wie in diesem Jahr Reed Hastings, Jeff Bezos


oder Craig Ventor treffen auf junge erfolgreiche Menschen vornehmlich aus den USA, um über die Entwicklungen in der Gesellschaft zu sprechen. Dabei fängt die Diskussion bei jedem Einzelnen an: Achtsamkeit mit sich selbst, gesunde Ernährung und geschäftlicher Erfolg treffen auf ein Programm, das 24 Stunden (inklusive Partys u.a. mit der Berliner DJ-Legende Paul Kalkbrenner) läuft. Die Liste der Referenten ist lang. Ikonen des Sport- und Showgeschäfts, Startup-Milliardäre, Non-Profit-Gurus oder junge Tech-Genies – es gibt niemanden auf der Veranstaltung, der nicht interessant ist. Man dreht sich nur um, und schon kann man Freunde oder Geschäftspartner fürs Leben treffen. (Ich habe es mehrfach erlebt!) SUMMIT nimmt für sich „Thought Leadership“ in Anspruch. Die Veranstaltung lässt sich folglich nicht in eine Schublade einordnen. Natürlich handelt es sich um ein elitäres und sehr kostspieliges Format. Die letzten beiden Jahre fand es mit über 3.000 Teilnehmern auf einem Kreuzfahrtschiff in der Karibik statt. Dieses Jahr haben die fünf Gründer ihre Zelte in Downtown Los Angeles aufgeschlagen. Um sieben der größten Hotels herum haben sie drei Tage lang einen Campus für das Who-is-Who geschaffen. Um am SUMMIT teilnehmen zu können, benötigt man eine Einladung und Geld (Tickets starten bei 3.500 USD). Die Veranstalter schaffen es aber spielend, zu keinem Zeitpunkt den Eindruck zu erwecken, dass auch nur ein Cent falsch eingesetzt wäre. Mein Eindruck dieses Jahr lässt jedoch gewisse Sorgen aufkommen. War der SUMMIT in den Vorjahren auf einem Schiff ein geschlossener Kreis von Menschen mit kurzen Wegen, bedeutet die Verlagerung an viele, unterschiedliche Orte den Verlust eines Gravitationszentrums. Das Event muss in der Zukunft noch beweisen, wie es mit dieser großen Veränderung klar kommt. Doch warum erzähle ich Ihnen das? Veranstalter und Veranstaltungsplaner können viel vom SUMMIT LA17 lernen: 
SUMMIT
 war wie eine private Party in der Küche – was gibt es Besseres? Der gemischte Teilnehmerkreis aus allen Gruppen der Geschäftswelt ist einmalig. Wo findet man diesen holistischen Ansatz – außer vielleicht auf der 
re:publica
? Erfolgreiche Veranstaltungen müssen für die Besucher so interessant sein, dass der Eintrittspreis keine Rolle spielt. Solch einen Spirit zu entwickeln, benötigt Zeit und ein Momentum. Auf beeindruckende Weise hat SUMMIT das geschafft! Doch auch hier gilt: Veränderung kann auch bedeuten, dass man sich zu sehr von seinen Wurzeln entfernt. SUMMIT ist hier an einer Weggabelung angekommen. Wissen Sie, warum ich 2015 erstmals zum SUMMIT gereist bin? Neben dem unglaublich guten Programm wegen des Auftritts von Harry Belafonte – eine Legende! Sein Auftritt vor all den Weltbewegern hat mich tief berührt. Wussten Sie, dass er im Zweiten Weltkrieg mitgeholfen hat, die Nazis in Europa zu besiegen? Dass er das in einer komplett rassistischen US-Army machen musste, ist jedoch eine andere Geschichte. 
ANDREAS GEBHARD
 

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FOTO: PRIVAT
Andreas Gebhard ist Geschäftsführer und Mitgründer der re:publica


in Berlin, mit über 9.000 Teilnehmern Deutschlands größte Konferenz für die digitale Gesellschaft. Als Kolumnist der tw tagungswirtschaft wird er künftig aus seiner Sicht als Veranstalter berichten.
„SUMMIT war wie eine private Party in der Küche – was gibt es Besseres?“
Andreas Gebhard, CEO und Mitgründer re:publica
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