Editorial

Die Antwort ist Mädchen und Frauen

"T
he answer is girls and women“, lautet Alaa Murabits einfache Antwort auf die große Frage: „What will be the next social contract?“ Die 27-Jährige ist eine der 17 Global Sustainable Development Goal Advocates und ein UN High-Level Commissioner on Health Employment & Economic Growth und fordert: „We have to rethink our social contract.“ Ihre Klarheit und Klugheit nimmt uns Teilnehmer der Premiere der Konferenz Q Berlin Questions im Schiller Theater ein. Nach ihrer Rede springen mit mir andere von ihren roten Samtsesseln auf, laufen aus dem Saal und versammeln sich um Alaa Murabit. Menschen wie sie geben uns Hoffnung, dass es da draußen – in dieser scheinbar immer diffuseren und digitaleren Welt – Menschen und Möglichkeiten gibt, gemeinsam gute Antworten auf die bohrenden, globalen Fragen finden.

„Mit Q Berlin Questions hat Berlin erstmals eine eigene internationale Konferenz entwickelt, auf der die großen Fragen unserer Zeit diskutiert werden“, erklärt Gastgeber Burkhard Kieker. Der Geschäftsführer von VisitBerlin muss trotz des bemerkenswerten Programms erkennen, dass viele seiner 400 geladenen Gäste nicht kommen – zumindest nicht die Berliner, die internationalen schon. Kieker ist sich bewusst, „dass sich neue Marken erst schrittweise nachhaltig aufbauen, denken Sie an Davos oder die TED Konferenz.“ Angesichts der No-shows fällt mir abgewandelt die Gretchenfrage ein: „Nun sag, wie hast du’s mit den großen Fragen uns’rer Zeit?“ Mit der Frage nach der Verantwortung kommt für die meisten von uns die Frage nach dem ROI auf: „Warum soll ich da hingehen – was bringt meine Teilnahme mir und meiner Organisation? Diese Frage ist angesichts der Verdichtung der Arbeit berechtigt, aber immer weniger zu beantworten: Wer von uns weiß noch oder schon, was seine Person, sein Beruf, sein Amt morgen erfordern?

Oder einmal anders gefragt: Warum reisen über 9.000 Teilnehmer nach Berlin zur re:publica, der Leitkonferenz für die digitale Gesellschaft? Ich meine, weil sie dank des breiten, holistischen Formats nicht genau wissen, auf wen sie treffen, aber darauf vertrauen können, dass sie oder er ihnen etwas zu sagen hat. Ich übrigens auch. Diese Denke vertritt unser neuer Kolumnist Andreas Gebhard, CEO und Mitgründer der re:publica, wenn er zum Summit LA17 fliegt und für Sie aus Los Angeles berichtet.

Wer zum nächsten Gesellschaftsvertrag ins Gespräch kommen möchte, dem darf ich mit Freude noch eine Premiere ankündigen: Die Konferenz „She Means Business“ am 14. Mai 2018 zur IMEX 2018 im Kap Europa. Veranstalterinnen sind die IMEX Gruppe und tw tagungswirtschaft. Liebe Alaa, es sind Frauen wie du, die uns bewegen.
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KERSTIN WÜNSCH
Chefredakteurin
wuensch@tw-media.com

FOTO: DFV MEDIENGRUPPE
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