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GBTA&VDR CONFERENCE 2017

Annäherungsversuche

Die diesjährige GBTA&VDR Conference steht mit ihrem Motto „Convergence“ sowohl für die sich ändernden Anforderungen an Travel Manager wie auch für Überschneidungen zwischen Meeting und Business Travel Management.

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as Motto der diesjährigen Business-Travel- Konferenz von Global Business Travel Association (GBTA) und Verband Deutsches Reisemanagement (VDR) lautet „Convergence“ – Annäherung oder Zusammenfluss. Was liegt näher, als zu diesem Anlass mal wieder nach der Konvergenz der Bereiche Meetings und Geschäftsreise zu schauen? Seit Jahren gibt es Annäherungen und Überschneidungen. Bereits 2013 ernannte der VDR „MICE“ zu einem strategischen Schwerpunktthema des Verbandes und gründete einen Fachausschuss. Der Verband wollte Synergieeffekte aufzeigen und Unternehmen über Veränderungen in Bezug auf Positionierung, Prozesse, Produkte und Strukturen aufklären. 2014 fügte dann Meetago Meeting-Einkauf und Travel Management in einer Lösung zusammen. „Reisende können ihre Teilnahme an MICE-Events dann genauso unkompliziert buchen wie einen Flug oder einen Mietwagen“, kommentierte damals Udo Lülsdorf, Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens. Tatsächlich macht die dadurch ermöglichte Konsolidierung der Systeme, und damit der Daten, absolut Sinn und wird dementsprechend angenommen. So weit so gut, doch streng genommen ist es seither bei genau diesen Berührungspunkten der beiden Welten geblieben. Man bleibt unter sich: Das Meeting Management auf der einen Seite und das Business Travel Management auf der anderen. Obwohl der VDR stets angekündigt hat, den Bereich Meetings thematisch stärker in seine Jahrestagung einbinden zu wollen, blieb der Bereich nicht mehr als eine Randnotiz.

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„Balance“ war das Motto der letztjährigen Konferenz. 2017 dreht sich um „Convergence“.
FOTO: GBTA

Dieses Jahr ändert sich das schlagartig. Denn die GBTA, mit der der VDR gemeinsam die Konferenz veranstaltet, hat sich Meeting Professionals International (MPI) als Partner für den Education Track ins Boot geholt. „Unsere Mitglieder haben Meetings und Events als wachsenden Teil ihres Aufgabengebiets identifiziert. Unsere neue Partnerschaft zielt auf deren Bedürfnis nach spezieller Weiterbildung auf diesem Gebiet ab“, erklärt Catherine McGavock, GBTA Regional Vice President – EMEA. „Als internationaler Verband hat MPI die nötige Kompetenz, Travel Managern und Einkäufern in Meeting- und Eventbelangen zu unterstützen.” Vier Sessions widmen sich diesem Bereich: „How the West is Won: Success Stories from Optimized Meetings & Events Programs“, „Measuring the ROI of Learning“, „Travel Management Meets Meeting Management“ und „The Meeting of the Future“.

„Wir freuen uns, unsere Expertise während der GBTA & VDR Conference 2017 teilen zu können”, sagt Matthew Marcial, CAE, CMP, Vice President, Education & Events von MPI. „Den Geschäftsreise-Profis, die an unseren Sessions teilnehmen, vermitteln wir meetingspezifisches Wissen, Trends und anwenderorientiertes Praxiswissen.“

Zur Konferenz werden rund 1.000 Teilnehmer aus dem Bereich Business Travel erwartet. Mit dem Leitthema „Convergence“ adressieren die Veranstalter die sich durch die Digitalisierung verändernden Anforderungen an das Travel Management. „Die digitale Vernetzung stellt Unternehmen künftig vor die Herausforderung, das Thema geschäftliche Mobilität noch stärker interdisziplinär zu denken“, erläutert VDR-Hauptgeschäftsführer Hans-Ingo Biehl. Ein Baustein sei die Zusammenarbeit unterschiedlicher Unternehmensbereiche mit dem Ziel, den idealen Geschäftsreiseprozess des Mitarbeiters zu entwickeln und dabei auch seinen individuellen Bedürfnissen als Mitarbeiter und Mensch gerecht zu werden. „Ich freue mich sehr, dass wir auch in diesem Jahr zusammen mit der GBTA wieder die größte europäische Business Travel Veranstaltung in Frankfurt am Main ausrichten, um das Thema aufzugreifen und gemeinsam zu diskutieren.“



Bereits im Juni hat der VDR das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML beauftragt, eine Studie zum Thema „Zukunftsbild Geschäftliche Mobilität – Trends, Entwicklungen und Handlungsempfehlungen“ zu erarbeiten. Drei Themenfelder stehen im Fokus: „Technologien“, „Reise- und Mobilitätsformen“ sowie „Einstellungen und Anforderungen“. Ziel der Untersuchung ist es, Entwicklungen zu identifizieren und zu bewerten, die die Zukunft von geschäftlicher Mobilität bis zum Jahr 2025 entscheidend beeinflussen werden. „Wer zukünftig auf dem globalen Markt erfolgreich sein will, muss das Thema geschäftliche Mobilität angesichts wachsender Herausforderungen im Sinne des reisenden Individuums neu denken“, so Hans-Ingo Biehl.

Dass die Herausforderungen komplexer werden, bestätigt eine aktuelle Untersuchung der Association of Corporate Travel Executives (ACTE). Demnach wird es für Travel Manager immer schwieriger, die komplexen und mehrschichtigen Reiseprogramme zu verwalten. Travel Manager sind sich dieser Herausforderung und der Vorteile einer Vereinfachung ihrer Programme bewusst – doch der Umsetzung solcher Initiativen stehen konkurrierende Prioritäten gegenüber. Die Studie mit dem Titel „Simplifying Managed Travel“ zeigt, dass die Sicherheit der Reisenden die höchste Priorität für die befragten Unternehmen hat: So stufen die meisten Travel Manager (94 Prozent) die Sorgfaltspflicht als essenziell ein, während sie für 82 Prozent sogar oberste Priorität hat. Mit einem Ergebnis von 72 Prozent wird die Vereinfachung von der Geschäftsreiseprogramme auf den ersten Blick mit niedrigerer Priorität gesehen als Kostensenkung (88 Prozent), Datensicherheit (84 Prozent) und die Verbesserung der Zufriedenheit der Reisenden (75 Prozent).

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VDR-Hauptgeschäftsführer Hans-Ingo Biehl: Wer zukünftig erfolgreich sein will, muss das Thema geschäftliche Mobilität neu denken.
FOTO: VDR

Travel Manager erkennen jedoch an, dass Vereinfachungsinitiativen ihre anderen strategischen Prioritäten unterstützen können. „Sowohl Travel Manager als auch Reisende wünschen sich ein einfacheres System für Geschäftsreisen. Für viele von ihnen ist es inzwischen überaus beschwerlich, das Gefüge aus Richtlinien, Verfahren und ausgedienten Tools zu steuern, da neue Technologien eingeführt wurden, bevor es die Gelegenheit gab, ältere auslaufen zu lassen“, so Greeley Koch, Executive Director der ACTE. Und tatsächlich umfassen die komplexen Travel-Programme heutzutage in der Regel eine Vielzahl von Suppliern, Tools, Prozessen und Lösungen.

Ein Beleg dafür ist die im Oktober geschlossene strategische Partnerschaft zwischen der Veranstaltungsagentur Proske und dem weltweit tätigen Radius Travel Netzwerk.
Proske ist der erste auf Meetings und Events spezialisierte Partner von Radius Travel in Kontinentaleuropa. „Wir freuen uns sehr auf die Kooperation mit Radius Travel, die es beiden Partnern ermöglicht, ihr Leistungsportfolio im Bereich Veranstaltungen und Meetings zu erweitern. Für uns ist dies ein wichtiger Schritt, um Standards für Full-Service-Leistungen von nun an überall auf der Welt zu garantieren“, sagt René Proske, Geschäftsführer der auf Strategische Meeting Management Programme (SMMPs) spezialisierten Agentur. „Mit der Partnerschaft gehen wir einen entscheidenden Schritt vorwärts bei der Weiterentwicklung unseres Radius Global Meetings & Events Programms. Die Vision von Proske, grundlegende Veränderung in der Eventbranche richtungsweisend zu gestalten, ist eine perfekte Ergänzung für die strategische Ausrichtung von Radius Travel im Hinblick auf die Wertschöpfung für unsere Kunden“, bestätigt Henrietta Balint, Director Global Meetings & Events Sales bei Radius Travel. Somit findet hier schon mal eine Konvergenz statt. Weitere Annäherungsversuche zwischen Meeting und Travel Management erleben die Teilnehmer dann von 28. bis 30. November 2017 im Forum der Messe Frankfurt auf der GBTA&VDR Conference. CHRISTIAN FUNK
 

www.vdr-service.dewww.gbta.org
„Unsere Mitglieder haben Meetings und Events als wachsenden Teil ihres Aufgabengebiets identifiziert.“
Catherine McGavock, GBTA
Für Travel Manager wird es immer schwieriger, die komplexen Reiseprogramme zu verwalten.
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