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IMEX 2017

Sound of Zeus

Feathr und tyntyn, SharedXP und Spacebase mischen als „junge Götter“ der Zeus EventTech Academy und Bewerber im #IMEXpitch die IMEX 2017 auf. Das Festival-Feeling kommt in Frankfurt gut an, mehr Fachbesucher kommen deshalb nicht.

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er den Eingang über Halle neun der Messe Frankfurt nimmt, wundert sich und will verweilen: Mit cooler Musik, einem alten VW-Bus, Paletten und Campingstühlen, Tischtennis und Zuckerwatte lockt die erste Zeus EventTech Academy Neugierige an. Gemeinsam mit der IMEX Gruppe will Zeus, eine Gruppe von Event-Technologie-Startups, der Fachmesse vom 16. bis 18. Mai 2017 Festival-Feeling einhauchen, unterlegt mit Vorträgen wie „Convince your boss to use an event app“ und kreativer Wissensvermittlung. Der Name Zeus, der als oberster olympischer Gott der griechischen Mythologie mächtiger als alle griechischen Götter zusammen war, mag etwas hoch gegriffen sein, doch bestimmt das Thema der „jungen Götter“ nun mal die Branche und ihre Messen. „Unsere Idee war es, die neuesten Tech-Trends in einem inspirierenden Rahmen vorzustellen. Gleichzeitig wollten wir Gespräche zu den Herausforderungen und Chancen der Event-Tech für die Veranstaltungsbranche führen und damit den Dialog aller Branchenakteure fördern“, erklärt Jan Hoffmann-Keining, Mitinitiator der Zeus EventTech Academy und Co-Founder von Spacebase. Seine Mitstreiter heißen Legamaster, Rundblick3D, tyntyn und Sli.do. Angetan ist auch Academy-Referent Prof. Dr. Cai-Nicolas Ziegler, CEO Xing Events: „Die Premiere der Zeus EventTech Academy ist definitiv gelungen. Das neu geschaffene Format bietet eine spannende Mischung aus Startup-Mentalität und tief gehendem Branchen-Insight.“

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Premiere für die Zeus Academy auf der IMEX: Neueste Tech-Trends und kein „Messestand“.
FOTO: IMEX

Ein- und Ausblicke in Event-Technologie gibt der 6. Startup-Wettbewerb #IMEXpitch, in dem sich Spacebase gegen Fly Another Day, Feathr, SharedXP und Showpiper durchsetzt. Gelegenheiten zur Vertiefung bieten sich Besuchern im „Techknowledge- Bereich“, auf den „Tech Tours“ und Sessions wie von Tim Bull, etouches, zur Verbesserung des Teilnehmer-Erlebnisses durch Technologien. Mit über 250 Workshops, Seminaren und Vorträgen zu zehn Thementracks wie eben Technologie, aber auch Business Skills und Diversität, ist es nicht nur das größte Fortbildungsprogramm bisher, es breitet sich auch über den „Inspiration Hub“ und „Research Pod“ im Ausstellungsbereich aus. Dort wirbt am größten Stand Deutschland mit der künstlichen Intelligenz seiner Unteraussteller, den Robotern Tao und Pepper, und Singapur mit Städtetouren in Virtual Reality – und das in freundlicher Ko-Existenz mit Origami aus Japan oder Orang Utans aus Sarawak.



NACHHALTIG TAGEN

Die meisten Veranstaltungsplaner legen großen Wert auf nachhaltiges Meeting-Management, so der Befund einer Untersuchung der IMEX Group und Meeting Professionals International (MPI) im Vorfeld der IMEX America vom 10. bis 12. Oktober 2017 in Las Vegas. Ihr zufolge haben 72 Prozent der Planer in den letzten fünf Jahren ihre Bemühungen verstärkt, ihre Veranstaltungen nachhaltiger zu planen. Jeder Fünfte davon in großem Maße. Die Maßnahmen mit der größten Wirkung sind aus Sicht der Teilnehmer die Reduktion von Abfall und Verbrauchsmaterialien (48 Prozent), Recycling und die Weitergabe der nicht verbrauchten Lebensmittel und Materialien an Bedürftige an (33 Prozent). In Frankfurt stellte die IMEX ihre Nachhaltigkeitsinitiative „Waste Watcher“ vor: In Kooperation mit der lokalen Organisation ShoutOutLoud hat Waste Watcher zum Ziel, nicht mehr benötigte Lebensmittel, Deko-Materialien und Möbel der Ausstellerstände weiter zu verwerten. „Wir haben uns sehr über das große Interesse unserer Besucher und Aussteller gefreut. Für uns alle war dies ein guter Start, 2018 wollen wir uns noch verstärkt dieser Initiative widmen. Dies ist für uns ein wichtiger Beitrag, Großveranstaltungen wie auch die IMEX eine ist, ein Stück weit grüner zu machen“, sagt Carina Bauer, CEO IMEX Group. „Wir haben für unsere Aussteller einen Leitfaden entwickelt, der viele Tipps enthält, die eine große Wirkung entfachen.“ Die IMEX selbst spart 2,7 t Papier, indem sie den Messekatalog streicht, Badges aus Papier herstellt, Hydroelektrizität nutzt, Seminare und Workshops zu Nachhaltigkeit anbietet und den IMEX-GMIC Green Award verleiht, den auf der IMEX Frankfurt die Carlson Rezidor Hotel Group mit ihrem „Blu Planet Water Conservation Projekt“ erhielt. Auf der IMEX America 2016 wurde der Energieverbrauch pro Teilnehmer um 13 Prozent reduziert und die Kohlenstoffdioxidemissionen um 18 Prozent. www.imex-frankfurt.de


„Die IMEX ist eine Messe, bei der das Geschäft im Zentrum steht – es geht darum, neue oder bekannte Anbieter und Partner zu treffen sowie Geschäft abzuschließen“, sagt Carina Bauer, CEO IMEX Group. „Darüber hinaus legen wir großen Wert auf Innovation und Inspiration und wir möchten Veranstaltungsplaner unterstützen, den Nutzen zu erkennen, den neue Technologien ihnen bieten können.“

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Das Portal MICEboard hisst auf der IMEX 2017 die Flagge für die unparteiische Bürgerinitiative „Pulse of Europe“.
FOTO: MICEBOARD

Selbst wenn das Leitthema „Purposeful Meetings – zielgerichtete Veranstaltungen mit bewegenden Inhalten, Innovationen und Insider-Wissen“ nur zu wenigen Teilnehmern durchdringt, so bemerken sie seine Wirkung: Der erste EduMonday zu Event-Technologie und -Design. Das neue Fortbildungsformat am Tag vor der Messe erreicht mit der PCMA Business School, dem Association Day und Exclusively Corporate-Programm 1.500 Teilnehmer. „Dieser Ansatz kam sehr gut an – eine Reihe von Teilnehmern plant, im nächsten Jahr mit dem gesamten Team bereits einen Tag früher anzureisen, um vom Edu- Monday zu profitieren“, berichtet Ray Bloom. Für den Chairman der IMEX Gruppe ist es die „bislang größte und innovativste Messe – mit neuen Ideen, Kreativität sowie den neuesten technologischen Entwicklungen und Einsatzmöglichkeiten“.


Auf die Besucherzahlen wirken sich die neuen Initiativen nicht aus. Die Aussteller loben die Qualität der Fachbesucher und nicht die Quantität. Die Messestatistik der letzten drei Jahre bestätigt das: 2017 sind 8.885 Besucher gekommen, 2016 8.932 und 2015 8.887. Von ihnen sind 3.942 Hosted Buyers aus über 80 Ländern, deren Zahl mit 3.977 in 2016 und 3.952 in 2015 ebenfalls gleich bleibt. Auf Einladung reisen 13,5% von ihnen aus Deutschland an, 11% aus den USA und 8% aus Großbritannien. 71% der Hosted Buyers kommen aus Agenturen, nur 13,5% aus Unternehmen und 8,5% aus Verbänden. Bei den 4.943 Fachbesuchern (2016: 4.955, 2015 4.935) aus über 90 Ländern liegt Deutschland mit 70% weit vorne. Immerhin machen sich hier zu 33% Corporates auf den Weg. Der Anteil aller Besucher aus Deutschland steigt auf 45 Prozent. Unverändert ist die Zahl der 3.500 Aussteller aus über 150 Ländern. Die höchste Präsenz zeigt Europa mit 44%, gefolgt von Afrika & Mittlerer Osten (11%) sowie Asien-Pazifik (10%). Unter den 41 neuen Ausstellern sind Bahrain, Saudi-Arabien, das Kyoto Convention Bureau und die Jeju Province. Unterm Strich treffen bei insgesamt 14.826 Teilnehmern 5.941 Anbieter auf 8.885 Nachfrager. Ein Verhältnis, das selten ist in der Messelandschaft.

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IMEX Run: Hunderte Teilnehmer machen morgens mit.
FOTO: IMEX
 
Auf dem „Show Floor“ stört das niemand, solange die Geschäfte laufen. „Business as usual“, antwortet Chris Meyer, Vice President of Global Business Sales bei der Las Vegas Convention and Visitors Authority auf die Frage nach dem neuen US-Präsidenten Trump. Mehr noch: „Das MICE-Geschäft wächst, wir sehen immer mehr Teilnehmer aus Europa.“ Wachstumszahlen aus 2016 signalisieren auch andere Destinationen, ob Dubai oder Deutschland. „Das hohe Maß an Konzentration auf das Geschäft, das hier herrscht, belegt die allgemeine Widerstandsfähigkeit und positive Erwartungshaltung des Marktes in einer Zeit weltweiter Herausforderungen“, befindet Ray Bloom. Zur Messeeröffnung und zum Gala Dinner geht er auf turbulente Zeiten ein – wer hätte gedacht, dass Großbritannien für den Brexit stimmt und Trump Präsident wird? Sicher ist für IMEX-Chairman Bloom: „In einer geteilten Welt muss unsere Industrie die Menschen zusammenbringen.“ Unerwartet politisch äußert sich zur Eröffnung zudem Matthias Schultze. „Konferenzen werden in turbulenten Zeiten wichtiger. Sie sind Friedensstifter“, meint der Geschäftsführer des German Convention Bureau (GCB). Aber das fordere Freizügigkeit und keine Grenzen. Schultze setzt auf Zusammenarbeit wie in der Strategic Alliance of National Convention Bureaux of Europe, ins Leben gerufen in Frankfurt. Schultze: „Darum geht es auf der IMEX: neue Initiativen zu unterstützen.“ Das ist ganz im Interesse der „jungen Götter“. Die nächste Gelegenheit bietet sich zur IMEX 2018 vom 15. bis 17. Mai.  KERSTIN WÜNSCH
 

www.imex-frankfurt.de
„Eine spannende Mischung aus Startup-Mentalität und tief gehendem Branchen-Insight.“
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