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CONVENTION BUREAUS

Partner der Verbände

Beim Gros der Verbände sind Kongresse in der Geschäftsstelle mit fünf bis sieben Mitarbeiter anberaumt. Je mehr Arbeit ein Tagungsort dem Team abnehmen kann, desto größer die Chance auf den Zuschlag. Doch die Unterstützung der Städte geht längst über die Logistik hinaus: Sie öffnen die Türen zu ihren Wissensträgern vor Ort.

I
n sechs Wochen eröffnet die European Society of Pathology im Amsterdam RAI ihren 29th European Congress of Pathology. Wenn es nach Martina Schmidt geht, reist Christian Woronka mit ihr. Schließlich arbeiteten die Geschäftsführerin der deutschen Abteilung der Internationalen Akademie für Pathologie (IAP) und der Leiter des Cologne Convention Bureau vor einem Jahr beim XXXI International Congress of the International Academy of Pathology und dem 28. Congress of the European Society of Pathology Hand in Hand. Woronka hat die Premiere des Weltpathologen-Kongresses der beiden Organisationen im Congress-Centrum Koelnmesse von der ersten Anfrage 2010 bis zur Closing Session begleitet. Für die 4.500 Teilnehmer hat er vieles ermöglicht wie das Konzert im Kölner Dom mit Begrüßung des Dombaumeisters. „Es besteht eine gute nachbarschaftliche Beziehung zur Dombauverwaltung, die wir von der Bedeutung des Kongresses überzeugen konnten“, erzählt Woronka. Der Weltpathologen-Kongress ist für ihn ein „Vorzeige- Event“. Standortfaktoren für medizinische und wissenschaftliche Kongresse sind die Universität zu Köln, die Uniklinik und die vielen Forschungseinrichtungen mit deren Netzwerk das Cologne Convention Bureau eng zusammenarbeitet. Stolz ist Woronka auf die exklusive Partnerschaft mit den „Kölner Verbände Seminaren“, die deutschlandweit Veranstaltungen für Verbände organisieren. Die Kooperation beinhaltet u.a. die Bereitstellung von Arbeits- und Informationsmaterialien für die Teilnehmer.


FOTOS: FRANKFURT CONVENTION BUREAU, HOLGER ULLMANN; KÖLN TOURISMUS, AXEL SCHULTEN; SWITZERLAND TOURISM, STEPHAN SCHACHER; SWITZERLAND TOURISM, ANDREAS GERTH


Dass zum World Association Congress 2016 Prof. Dr. Detlev Ganten, Vorsitzender des Stiftungsrats der Stiftung Charité und Präsident des World Health Summit (WHS), sprach, ist Heike Mahmoud und ihren Kontakten zu Wissenschaft und Forschung zu danken. Gerade führt die Leiterin des Berlin Convention Office 
einen Speakers-Pool
 mit Rednern zu Innovation, Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft ein. „Die Entwicklung des Kongressbusiness in Berlin ist seit den letzten Jahren sehr positiv“, beobachtet Mahmoud. Im Ranking der International Congress & Convention Association (ICCA) ist Berlin seit zehn Jahren unter den Top fünf der internationalen Kongressstädte nicht mehr wegzudenken. Die Kongress-Statistik Berlin 2016 weist für Medizin- und Wissenschaftskongresse einen Anteil von 16 Prozent aus. Zudem tagen hier viele Verbände aus den Bereichen IuK-Technologie und Elektronik, Handel, Banken und Versicherungen sowie Chemie, Pharmazie und Kosmetik. Oft wählen sie Deutschlands Hauptstadt wegen der Nähe zur Politik, die als „City of Startups“ auch die Nähe zu Gründern verspricht. Das große Angebot an Hotels, Locations und Dienstleistern listet der Meeting Guide Berlin mit 350 Partnern. Im Auftrag ihrer Partner arbeitet Mahmoud sehr eng mit der Deutschen Gesellschaft für Verbandsmanagement (DGVM) zusammen. Der verbaende.com-Infotag Verband & Tagung und der Deutsche Verbändekongress sind für sie ein „Muss“, denn „der persönliche Kontakt zu den Verbänden und der Austausch haben oberste Priorität.“ Wenn der 16. Deutsche Verbändekongress am 12./13. März 2018 nach Berlin kommt, kann er sich der Unterstützung Berlins sicher sein.

Eigens zum Infotag Verband & Tagung nach Berlin gereist ist Pia Kumpmann. Die Leiterin des Convention Bureau Karlsruhe + Region weiß, wie wichtig das Verbandsgeschäft ist: „Neben den wirtschaftlichen Effekten fördern Verbandskongresse den globalen Wissenstransfer in der Region und fungieren als Schaufenster für die regionale Wirtschaft und Wissenschaft.“ Kumpmann und ihr Team unterstützen Verbände kostenfrei bei der Planung ihrer Veranstaltungen und helfen bei der Kontaktanbahnung zu Experten in der Region, die starke Netzwerke auszeichnet und eine hohe Innovationskraft. Eines ihrer Aushängeschilder, das Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM), besichtigen Vertreter von Verbänden auf der Studienreise 3. bis 8. August 2017. Neben Site Inspections wie dem KMK Kongresszentrum, Palazzo Halle, dem Kesselhaus Färberei und Schloss Ettlingen werfen sie einen Blick hinter die Kulissen des Bundesgerichtshofs.

KIT.audio, der kostenlosen Podcast des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) Folge 7: Die Realitätsabbildungsmaschine. Auf dem Weg zum Quantencomputer 
http://www.sek.kit.edu/kitaudio.php

Die Türen Frankfurts öffnet Jutta Heinrich. „Durch unsere enge Vernetzung können wir schnell und unkompliziert unsere Kunden mit den örtlichen wirtschaftlichen Schwerpunktthemen und der Stadt verknüpfen“, sagt die Leiterin des Frankfurt Convention Bureau. Davon überzeugte sie als Gastgeberin des Jahrestreffens des AC Forums 100 Konferenzmanager und Geschäftsführer wissenschaftlicher Verbände aus Europa. Das Verbandsgeschäft wird immer wichtiger für die Businessstadt. Was viele nicht wissen: Frankfurt ist nicht nur eine Stadt der Banken, sondern der Bürger. Sie gründen 1914 die Goethe-Universität, die mit der Universitäts-Klinik und vielen Instituten ihr Wissen für Konferenzen zugänglich macht. Wie, das zeigt die Initiative „Frankfurter Kongress-Botschafter“ von Tourismus+ Congress Frankfurt, Messe Frankfurt, Congress Frankfurt und der IHK Frankfurt.



Erst im Juni erfolgte die zehnte Ernennung durch den Ersten Stadtrat Markus Frank. Einer der neuen Kongress-Botschafter ist Prof. Dr. Dr. Dr. Robert Sader. Der Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie am Klinikum der Goethe- Universität hat das Osteology Symposium 2018 ins Kap Europa geholt, auf das 2019 der 67. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie folgt. In Zeiten von Flug- und Zugausfällen und -verspätungen punktet Frankfurt mit seiner zentralen Lage und als Verkehrsdrehkreuz. „Eine Aschewolke hält keinen davon ab, nach Frankfurt zu reisen und wieder abzureisen“, sagt Heinrich mit einem Augenzwinkern. Ein weiteres Plus sind die kurzen Wege, das kostenfreie Zimmerhandling und das verbesserte Hotelangebot der Messestadt mit Neueröffnungen im Europaviertel, an der Europäischen Zentralbank und in der City.

„Das Verbandsgeschäft ist für die Schweiz sehr wichtig“, bekräftigt Helena Videtic, Leiterin des Switzerland Convention und Incentive Bureau (SCIB) Germany/Austria. Sie kennt die für Verbände ausschlaggebenden Faktoren: Erreichbarkeit und Infrastruktur, Zuverlässigkeit, politische und wirtschaftliche Stabilität, Qualität plus Entrepreneurship – und die „atemberaubende Naturkulisse“. 1964 gründete die Schweiz das erste nationale CVB der Welt. Heute ist das SCIB in zwölf Ländern präsent und unterhält am Hauptsitz Zürich eine zentrale Associations-Stelle. Es unterstützt Verbände kostenlos und neutral bei der Bewerbung, Analyse, Planung und Durchführung von Kongressen und führt Studienreisen durch, z.B. nach Zürich und St. Gallen vom 26. bis 29. Oktober 2017. Verbandsaffin sind Städte mit renommierten Hochschulen und Instituten oder Hauptsitzen internationaler Organisationen und globaler Unternehmen wie Basel, Bern, Genf, Lausanne, Luzern, Lugano und Zürich, aber auch Davos als Austragungsort des Annual Meetings des World Economic Forums (WEF). Durch die enge Verzahnung entstehen Kompetenzzentren und Cluster wie Life Sciences in Basel. „Am Beispiel vom Congress Board Basel sieht man schön, wie die Kompetenzzentren zusammenarbeiten, um die Destination als Kongressstandort zu fördern“, so Videtic, denn die Mitglieder sind aus staatlichen Institutionen wie dem Amt für Arbeit und Wirtschaft und Congress Center Basel, aus der Wissenschaft wie der Universität Basel und Hochschule für Life Sciences und aus Verbänden wie der „Handelskammer beider Basel“ (Basel und BaselArea).

Einer, der seit Jahrzehnten bei den Verbänden ein und aus geht, ist Christian Mutschlechner. Kein anderer weiß in Österreich mehr um die Wichtigkeit des Verbandsgeschäfts als der Leiter des Vienna Convention Bureaus. Schließlich ist es krisenresistenter als das Firmengeschäft und weniger volatil. „Die Wiener Tagungsindustrie 2016 boomt mit neuen Rekorden in allen relevanten Kennzahlen“, so Mutschlechner. In Zahlen sind das 1.320 Verbandskongresse mit 398.576 Teilnehmern, darunter sind 739 internationale Kongresse. Erst im Juni tagten hier die European Federation of National Associations of Orthopaedics and Traumatology (EFORT) mit knapp 5.000 Teilnehmern und EHRW Europace Cardiostim 2017 mit rund 4.000 Teilnehmern. „Bei EFORT und Europace waren wir komplett eingebunden“, erklärt er und ergänzt: „Die EFORT ist ein Sonderfall. Wir hatten mit Barcelona ein Rotationsmodell vorgeschlagen: 2017 Wien, 2018 Barcelona, 2019 andere Stadt, 2020 Wien und 2021 Barcelona. EFORT griff diese Idee auf.“ Zu Europace, dem Journal der European Heart Rhythm Association der European Society of Cardiology (ESC), pflegt Mutschlechner eine langjährige und inzwischen sehr persönliche Beziehung zum ESC-Hauptquartier. „Hier hat sicher das Vertrauen mitgespielt, das die Gesellschaft in die Destination Wien hat“, fügt er hinzu. Wien hilft Verbänden bei der Anfrage, Angebotserstellung, bei Site Inspections bis zur Begleitung in der Durchführungsphase. Mutschlechner: „Wir versuchen, wo immer es möglich ist, bei der Veranstaltung vorbeizuschauen und den Planer zu treffen.“ Und das kann durchaus in Amsterdam sein.  KERSTIN WÜNSCH
 

https://location.koelntourismus.dehttps://convention.visitberlin.dewww.conventionbureau-karlsruhe.dewww.frankfurt-convention-bureau.dewww.MySwitzerland.com/meetingswww.vienna.convention.at
„Der persönliche Kontakt zu den Verbänden und der Austausch haben oberste Priorität.“
Heike Mahmoud, Leiterin Berlin Convention Office
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