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BERN UND DAS BERNER OBERLAND

Natur oder urban? Beides!

Meetings in modernen Kongresszentren, angedockt an historische Bauten, Seminare mit Ausblick in die Alpen, Incentives bei Begegnungen mit Künstlern, maximale Sicherheit. Die Potenziale von Bern und der Region des Berner Oberlandes erlebten die Teilnehmer der Studienreise der tw tagungswirtschaft drei Tage lang hautnah.

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ier gerät ein Seminar zum gemeinschaftlichen Gipfeltreffen. Dieser Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau und zwei Seen in 1.322 Meter Höhe ist etwas ganz Besonderes.“ So atemberaubend wie Oliver Boehm, Direktor der Stuttgarter ADEVMA Communication UG, die Aussicht in die alpine Bergwelt vom neuen, panoramaverglasten Seminar- und Eventraum der Harder Kulm in Interlaken beschreibt, erlebten das auch die anderen Teilnehmern der Studienreise nach Bern und in das Berner Oberland. Es blieb nicht der einzige Höhepunkt, den Schweizer Tourismuspartner ihren Gästen, Tagungs- und Veranstaltungsplanern aus Deutschland, Ende Juni an drei Tagen boten. Auf- und Abstieg bewältigen alle übrigens ganz bequem mit der Harder-Standseilbahn in jeweils acht Minuten.

Abseits der großen Metropolen dieser Welt könnten die Gegensätze in der Schweiz nicht größer sein: In der Hauptstadt Bern bieten moderne Tagungs- und Congress Center wie die Bernexpo als größtes Freigelände der Alpenrepublik oder der Kursaal Räume für Events, Klausuren und Seminare für bis zu 5.000 Personen. Business-Veranstaltungen finden unmittelbar zwischen Bergen, Tälern und anerkannten Unesco-Welterbe-Plätzen statt. Dazu kommen Unikate an Incentives gespeist aus Kunst und Kultur, Sport und Natur. Hier gibt es kein „Oder“: Veranstalter können ihren Kunden alles gleichzeitig bieten: in Bern direkt oder im Berner Oberland, zu dem Thun und Interlaken gehören. Wo immer man tagen will, jede Destination für sich bietet als Gegenpart auch Ruhe und Distanz, um den Erfolg eines Events durch vielseitige Rahmenprogramme zu toppen.

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Blick vom Seminar- und Eventraum Harder Kulm in Interlaken: Hier gerät ein Seminar zum gemeinsamen Gipfeltreffen.
FOTO: PETRA MEWES

Alphornblasen und Belle Epoque sind aus der Schweiz nicht wegzudenken. Doch wie jeder erleben konnte, hat sich die Beamtenstadt Bern aufgrund hoher Investitionen in vorhandene sowie neue Kapazitäten in den letzten zehn Jahren zu einer wichtigen Größe am Tagungsmarkt entwickelt. Die Hauptstadt kombiniert Politik, Wirtschaft und Forschung. Seit 2009 hat Bern Tourismus das Convention Bureau professionalisiert und mit der Bern Incoming GmbH eine eigene Tochtergesellschaft gegründet, die Kongressplaner bei der Planung und Durchführung eines Meetings in Bern unterstützt, inklusive Rahmenprogramme und Transfers. Die kompakte Stadt verfügt neben 60 Hotels mit knapp 5.000 Betten über mehr als 300 Restaurants.

Unter den Tagungsstätten bietet das moderne Kongresszentrum Kursaal Bern eine multifunktionale Arena und von dessen Foyer aus einen grandiosen Blick auf die pittoreske Altstadt, das Bundeshaus, den Bogen des Flusses Aare und die Alpenkette. Zum Portfolio gehören neben modernster Technik Säle für maximal 1.500 Teilnehmer, ein Casino sowie das Vier- Sterne-Hotel Allegro. Eine eigene Tramstation führt Gäste ins Haus, durch das Karin Kunz, Direktorin der Kursaal Bern AG, die Gäste persönlich begleitete: „Der Kursaal zeichnet sich durch ein All-in-one-Angebot aus. Vor allem die 800 Quadratmeter große Arena ist berühmt für die Möglichkeit, über Licht und flexible Umbauten ein stimmungsvolles Ambiente zu inszenieren, denn die modulartige Bühne ist in Größe und Form variabel. Je nach Bestuhlung, Beleuchtung und Dekoration zeigt sie sich als funktionaler Kongressraum, festlicher Bankettsaal oder Party-Location.“ Der großzügige Raum mit seiner vier Meter hohen Fensterfront bietet viel Spielraum in der Gestaltung eines Events. Sehenswert ist allein die LED-Beleuchtung, deren Farbchoreografien jedem Anlass gerecht die richtige Stimmung bewirkt.

SERVICEQUALITÄT IST SCHLÜSSEL ZUM ERFOLG

FOTO: PETRA MEWES
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Marcel Graf ist Marketing Director bei Bern Tourism

tw: Warum sollten Planer mit ihren Veranstaltungen nach Bern gehen?
Marcel Graf:
Bern ist für viele Teilnehmer immer noch ein Geheimtipp. Alle sind begeistert von der überschaubaren Größe, dem jugendlichen und mediterranen Flair unter den Laubengängen der Arkaden sowie der Vielfalt an Locations. Neben dem Aspekt, Hauptstadt zu sein und dem Status als Unesco-Weltkulturerbe sind es Veranstaltungsorte mit hohen, technischen Standards, die zentrale Lage, Ausflüge ins Berner Oberland, an den Genfersee, ins Emmental oder nach Luzern, sowie die Sprachkompetenz . Da wir Universitätsstadt sind, haben Veranstalter einen Zugriff auf Referenten zu Themen wie Medizin, Wirtschaft, Weltraumforschung, Sport oder Politik.

Planen Sie neue Serviceleistungen?
Einmalig in der Schweizer Veranstaltungsbranche wird der One-Stop-Shop sein, den Bern ab September anbieten wird: Alle interessierten Veranstalter von Kongressen und Sport- oder Kulturevents können sich an eine Stelle wenden, die sämtliche Details mit den Locations, Hotels und Behörden vornehmen wird. Unter „Bern Meetings & Events“ werden Anfragen weitestgehend kostenlos bearbeitet.

Stichwort Preise. Bieten Sie Business-Veranstaltern und -Gruppen attraktive Pakete an?
Ja, in der Schweiz sind die Preise auf den ersten Blick jeweils etwas höher als in anderen Ländern. Aber die hervorragende Qualität, zum Beispiel bei Caterings, dem technischen Support, Dienstleistungen sowie Transport, werden von Veranstaltern meist anerkannt und rücken den Preisunterschied in ein anderes Licht. Gruppen können attraktive Seminarpauschalen nutzen. Je nach Veranstaltung werden diese ausgearbeitet. Ihre Höhe hängt von der Saison und den Wochentagen ab.

Welchen Herausforderungen stellen Sie sich künftig bei der Vermarktung im B2B-Bereich?
Momentan fehlen uns rund 1.000 Hotelbetten in der Drei- und Vier-Sterne-Kategorie. Neue Hotelprojekte stellen ab 2018 Besserung in Aussicht. Für etablierte Destinationen wird die Konkurrenzsituation zunehmen, da immer neue, teils exotische Standorte auf den Markt drängen, und oft mit Dumpingpreisen werben. Auch die Digitalisierung hat diesen Sektor erreicht und wird bedeutender. Trotz aller notwendigen, technischen und digitalen Entwicklungen muss es uns gelingen, menschliche und fröhliche Gastgeber zu bleiben. Die Servicequalität ist und bleibt ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg.
PETRA MEWES 

Beim Dinner mit Marcel Graf, Marketingdirektor bei Bern Tourism, ist zu erfahren, dass „ab 2022 eine neue Kongress- und Eventhalle geplant ist und im Stade de Suisse die Valiant Lounge 700 Plätze plus 14 weitere Nebenräume bietet.“

Als Tagungshotel spielt der Bellevue Palace, das Gästehaus der Schweizer Regierung, seit 150 Jahren eine tragende Rolle. Glamouröse Salons, Zimmer und Suiten mit Blick auf die Berner Alpen sind Markenzeichen dieses Luxushotels. In der 150 qm großen Präsidentensuite logieren vor allem Staatsgäste. Im Haus selbst checkten aber auch Teenager- Idole wie Justin Bieber oder Musiker der Toten Hosen ein. Sales Director Benjamin-Müller Rappard: „Unser Hauptmarkt liegt zu 50 Prozent in der Schweiz, dann kommen die USA, Deutschland, Großbritannien. Die Zahl der Gäste aus den Golfstaaten steigt, bewegt sich aber meist im Leisure-Segment.“ Nicht unerwähnt bleiben soll das Zentrum Paul Klee: Das Ensemble mit seiner spektakulären Architektur bietet ein 300-Personen-Auditorium und kleinere Räume. Eine Kunstführung und ein Workshop, bei dem die Studienreisenden zwecks Team-Bildung mit Pinsel und Farbe zwei Werke fabrizierten, sorgte für Gesprächsstoff und nachhaltige Eindrücke.

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Im Zentrum Paul Klee sind die Studienteilnehmer mit Pinsel und Farbe gefragt. Das bleibt in Erinnerung.
FOTO: PETRA MEWES

Kaum eine halbe Stunde mit der Bahn dauert die Fahrt nach Thun, dem Tor zum Berner Oberland. Das Messezentrum liegt in unmittelbarer Nähe von See und Bergen, die bei Kongressen eine sehenswerte Kulisse abgeben. Die verwinkelte, historische Altstadt sowie fünf historische Schlösser am Thuner See bilden für Events und Rahmenprogramme zusätzlich einen ganz eigenen, individuellen Rahmen. Durch das Vier-Sterne Superior Congress Hotel Seepark Thun direkt am Ufer führte Marketingdirektor Thomas Bohli. Der moderne Bau, ein Gegenpart zu Schweizer Traditionshäusern, bietet zahlreiche Plenar-, Seminar- und Gruppenräume mit Tageslicht für Konferenzen, Meetings, Workshops und Seminare. Infrastruktur und Technik unterstützen die Auftritte. „Für individuelle Incentives eignen sich zum Beispiel der Chef’s Table in der Küche, Raclette- Abende, BBQs auf der Garten- und Apéros auf der Dachterrasse“, erklärte der Hotelier. „Das Tagungs- und Seminarsegment bildet das Kerngeschäft des Hauses mit wachsender Tendenz, denn vom Meeting im kleinen Kreis bis zur internationalen Webkonferenz ist alles möglich.“ Neben dem Hotel befindet sich die von Stadtbaumeister Karl Keller 1961 erbaute Rotunde mit dem Rundbild Thun-Panorama im Innern. Die Anlage wurde 2014 mit einem gläsernen Anbau erweitert. Dieser Glas-Kubus, ausgerüstet mit moderner Technik, eignet sich als Seminar-, Konferenz- oder Kreativraum. Zusätzliche Angebote aus den Themen Sport & Spiel ergeben sich bei Kajak-Touren oder Bike-Ausfahrten mit City-, Mountain-, oder Elektro-Bikes, Floßfahrten auf der Aare und Stadtrundgängen.

Mit Mönch, Jungfrau und Eiger gerät nochmals Interlaken ins Visier. Diese Tourismusdestination, umgeben von zwei Seen in der Region Thun-Thuner See, ist mit 3.500 Hotelbetten im Drei- bis Fünf- Sterne-Bereich auch für Tagungen gut gerüstet. Hier empfehlen sich das Congress Center und der Kursaal Interlaken. Die moderne Architektur des Auditoriums setzt einen Kontrast zu den historischen Sälen des Kursaals. Symbiotisch vereint bieten beide verschiedenste architektonische Charaktere. Die Eventfläche hat Raum für bis zu 1.500 Personen. Für Rahmenprogramme bieten sich das Kunsthaus und der Jungfrauenpark an, der Gäste auf eine multimediale Reise durch die Schweizer Alpen führt.

Der Erfolg einer Veranstaltung hängt wesentlich von den Transfers der Gäste ab. In der Schweiz kann man dafür beruhigt öffentliche Verkehrsmittel nutzen: Die Bahn ist modern und pünktlich. Während der Studienreise funktionierten Anschlüsse an Züge und Busse auf die Minute. Und angesichts von Terrorwarnungen, die in verschiedenen Metropolen der Welt für ein erhöhtes Risiko sorgen, stehen Schweizer Destinationen offensichtlich nicht im Fokus internationaler Terrorgruppen. Bisher blieb das Land von Anschlägen verschont, trotzdem hat die Regierung kürzlich ihre Vorsichtsmaßnahmen verstärkt. Die Attribute zuverlässig und sicher sollten deshalb auch weiter Markenzeichen des Alpenlandes sein.  PETRA MEWES
 

www.myswitzerland.com/meetings www.swiss-mice.de
Abseits der großen Metropolen dieser Welt könnten die Gegensätze in der Schweiz nicht größer sein.

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