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2.700 CHINESEN ZU GAST IN STUTTGART

Mandarin bei Mercedes

Ein Incentive des Unternehmens Jeunesse Greater China beschert dem Mercedes-Benz Museum in Stuttgart den Besuch von 2.700 Asiaten. Da wird die Chinesin Yuan Yang schnell die wichtigste Mitarbeiterin.

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eines Wissens ist es die größte Incentive- Gruppe, die jemals aus einem asiatischen Land nach Deutschland gekommen ist“, sagt Katja Seume, die Events im Mercedes-Benz Museum in Stuttgart betreut, und gerade auf 2.700 Mitarbeiter des Unternehmens Jeunesse Greater China wartet. Als die Gruppe mit 66 Bussen anreist und geballt auf den Eingangsbereich des Museums zuströmt, wird die Belegschaft etwas nervös. „Wir hatten extra auf dem Museumshügel vor dem Eingang Fahrzeuge aufgestellt, die die Gäste animieren sollten, sich zu verteilen und nicht gleich ins Museum zu gehen“, erklärt Seume, doch die Guides, die jede Gruppe von 40 Personen begleiten, führen die Gruppen direkt ins Atrium des Museums.

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Fotografieren erlaubt. Die chinesische Delegation ist bestens mit Kameras und Smartphones ausgerüstet.
FOTO: MERCEDES-BENZ MUSEUM

Dort angekommen, erobert die ausnahmslos mit Smartphone und zu einer großen Zahl auch mit Selfiesticks bewaffnete Jeunesse-Belegschaft das Museum im Sturm. Der Andrang ist gewaltig, der Geräuschpegel steigt schlagartig. Ein Glück, dass Yuan Yang für das Mercedes-Benz Museum arbeitet. Die Chinesin ist heute die wichtigste Mitarbeiterin der Location und verteilt die Incentive-Gruppe beharrlich und geduldig durch Mikrofonansagen auf Mandarin so im Haus, dass keine Staus entstehen. Auch wenn die Atmosphäre auf den gemeinen Mitteleuropäer turbulent wirkt, die Chinesen finden sich zurecht. Und die Belegschaft der Location behält bei aller Unübersichtlichkeit den Durchblick.

Das Museum ist gewissenhaft auf den Ansturm vorbereitet, arbeitet „mit einem erprobten Sicherheitskonzept“ und über 30 zusätzlichen Sicherheitskräften. Insgesamt 240 Mitarbeiter sind heute im Einsatz: Die Besucherbetreuung, Verkäufer im Shop, das gesamte Eventteam, alle verfügbaren Reinigungskräfte und Techniker, ein Notfalltechniker von Thyssen für die Aufzüge und zusätzliche Mitarbeiter des Caterings. Dieses Aufgebot ist nötig für die chinesische Gruppe, die während einer fünftägigen Reise mit Stopps in Frankfurt, Heidelberg und schließlich München am 22. Mai 2017 in Stuttgart Halt macht. Unter dem Motto „One Team, One Vision – One Jeunesse“ ermöglicht das Unternehmen, das Lifestyle-Produkte wie Kosmetik und Nahrungsergänzungsmittel vermarktet, den 2.700 erfolgreichsten Verkäufern in China, Hong Kong und Taiwan diese Reise. In Stuttgart wird das Mercedes-Benz Museum exklusiv für diese Gruppe geöffnet. Die wichtigsten Punkte für den Kunden seien – neben Shopping – Geschichte und Tradition, wie Sandy Liu von der veranstaltenden Agentur Melcher Travel Taiwan erklärt: „Chinesen sind fasziniert von der deutschen Geschichte und der Innovationskraft – deswegen wollte ich unbedingt das Mercedes-Benz Museum im Programm haben.“ Liu hat bereits im Oktober 2016 mit einer Delegation eine erste Informationsreise nach Stuttgart unternommen – der Kontakt kam allerdings schon vorher zustande.



„Die erste Anfrage erreichte mich im Juli letzten Jahres über das Stuttgart Convention Bureau“, beschreibt Katja Seume das Zustandekommen der Incentive-Reise. „Sandy hatte sich damals direkt an die Deutsche Außenhandelskammer gewendet. Ursprünglich belief sich die Anfrage sogar auf 6.000 Personen.“ Der Plan war, die Mercedes-Benz Arena und den gesamten Neckarpark in die Veranstaltung einzubinden. Letztlich sind es „nur“ 2.700 Gäste, diese Menge kann das Mercedes-Benz Museum auf einmal beherbergen. Für 6.000 Gäste hätte die Location einen größeren Zeitrahmen benötigt.

Insgesamt sind die Chinesen drei Stunden im Museum. Nicht viel Zeit, um der Gruppe die Ausstellung zu zeigen, besondere Erlebnisse zu bescheren, die Marke ins rechte Licht zu rücken – die Kernaufgabe des Museums – und dabei den Gästen eine gute Zeit zu ermöglichen. Katja Seume beschreibt das straffe Programm: „Wir zeigen hier über 130 Jahre Automobilgeschichte. Die Gäste steigen in einen unserer drei Aufzüge, die mit ihrem futuristischen Design aussehen wie Zeitkapseln und die Besucher in den achten Stock bringen, von wo aus die Zeitreise startet.“ Beginnend mit einem PS (dem Pferd) geht diese Zeitreise über das erste Automobil, den Benz-Patent-Motorwagen über die Daimler-Motorkutsche durch die verschiedenen Jahrzehnte bis in die Gegenwart. „Herausfordernd ist, dass immer nur eine kleine Anzahl von Gästen in den Aufzug passt. Daher war uns von Anfang an klar, dass wir die gesamte Mercedes-Benz Welt mit einbinden mussten“, sagt Seume im Gehen durch die Ausstellung, wo sie immer wieder – wie auch die überall zu sehenden Sicherheitskräfte – Exponate vor zu überschwänglicher Bewunderung schützen muss. Eine Erfahrung, die Mitarbeiter des Museums an diesem Tag machen, ist dass einfache Absperrseile sehr leicht ignoriert werden können. Die Jeunesse-Mitarbeiter wollen die Erinnerungsfotos nun einmal aus der Nähe schießen. Das Team bewahrt dennoch Ruhe.

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„Cheese“. Chinesen seien fasziniert von deutscher Geschichte und Innovationskraft, so die Veranstalter. Das Mercedes-Benz Museum ist daher Pflichtprogramm.
FOTO: MERCEDES-BENZ MUSEUM

„Wichtig bei chinesischen Gäste ist immer, dass sie entscheidende Personen treffen“, erklärt Seume, die selbst in Peking gelebt und gearbeitet hat, eine weitere spezielle Anforderung der Delegation. „Für Veranstaltungen im Museum haben wir generell die Möglichkeit, auf die Markenbotschafter von Mercedes-Benz zuzugreifen. In diesem Fall kam aber nur eine in Frage: Jutta Benz.“ Die einzige noch lebende Nachfahrin von Carl Benz, dem Erfinder des Automobils, steht heute für Autogramme, einen kleinen Vortrag über ihre Familie und – natürlich – für Fotos zur Verfügung.

Die Kunden zeigen sich zufrieden. „Mercedes-Benz hat als Marke eine so große Strahlkraft, legt Wert auf seine eigene Geschichte und ist dabei derartig innovativ. Das ist vorbildlich. Diese Werte wollen wir auch unseren Mitarbeitern vermitteln“, erklärt Debbie Kurley, Senior Director of Customer und VIP Relations bei Jeunesse. Das Museum stehe genau für diese Werte, weswegen sie sich ganz angetan vom Besuch in der Eventlocation zeigt. „Absolut beeindruckend“, sagt sie. „Wir sind froh, hier sein zu können.“ Außerdem lobt sie: „Ihr Deutschen seid so perfekt organisiert.“ Ein Stereotyp zwar, aber eines, das die Gastgeber gerne hören. Apropos Stereotypen: Die fünftägige Reise besteht aus Programmpunkten wie Flussschifffahrt, Besichtigungen der Schlösser in Heidelberg und Neuschwanstein oder einem in den Mai verlegten „Oktoberfest“, „aber das ist genau das, wofür sich unsere Mitarbeiter begeistern“, sagt Kurley.

EVENTLOCATION

Das Mercedes-Benz Museum steht offen für Tagungen, Galaveranstaltungen oder Konzerte.


Mit hauseigenem Caterer sowie vorhandenem Mobiliar, Technik und eigenem Personal werden Veranstaltungen aller Art umgesetzt. Das Stuttgarter Automobilmuseum kann bis 1.200 Gäste beherbergen. Die zur Verfügung stehenden Räume auf den unterschiedlichen Ebenen haben jeweils einen eigenen Charakter und sind individuell einsetzbar. Das Spektrum reicht vom 1.172 qm großen Atrium über den 500 Personen fassenden Großen Saal, Dachterrasse, Casino und Lounge bis hin zur Open-Air-Bühne. Jährlich finden rund 150 Events im Mercedes-Benz Museum statt. 
www.mercedes-benz.com/museum

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Auch wenn die Atmosphäre auf den gemeinen Mitteleuropäer turbulent wirkt, die Chinesen finden sich zurecht.
FOTO: MERCEDES-BENZ MUSEUM

Katja Seume quittiert das Lob mit einem zufriedenen Lächeln. Sie, die die Planung und Organisation der Veranstaltung von Anfang an federführend begleitet hat, kennt den Aufwand dahinter am allerbesten: „Die Zusammenarbeit mit der Stadt Stuttgart und dem Stuttgart Convention Bureau – vor allem mit Karina Grützner (Manager Business Development) und Anne Demuth (Leitung Stuttgart Convention Bureau) waren hervorragend.“ Seume nennt unter anderem Punkte wie die Verkehrsleitung, die Anfahrtssituation, das Parken der Busse auf dem Wasen oder das Sicherheitskonzept. Alles Anforderungen, die das Tagesgeschäft nicht unbedingt mit sich bringen würden.

Seume lobt zudem explizit die Abwicklung im Museum. Besonders gut gelungen seien die Verteilung des Caterings – wozu sich die Location externe Hilfe von Rauschenberger Catering & Partyservice holte –, die Ausstellungsbesichtigung der Gäste mit Audioguides sowie die schnelle Reinigung der Räume. „Hier muss ich einfach sagen, dass es der Verdienst von allen Museumsmitarbeitern und externen Dienstleistern ist, dass alles so gut und reibungslos geklappt hat. Alle haben Hand in Hand gearbeitet“, so Seume. Sie sieht die Erfahrung mit einer derart großen Gruppe als sehr positiv sowohl für das Museum als auch für die Stadt Stuttgart. Unterschätzt habe sie lediglich die Kauffreude der Gäste. Die Mitarbeiter des Museumshops kamen kaum mit dem Kassieren hinterher. Doch das ist für die chinesische Gruppe nicht weiter schlimm. Der nächste Programmpunkt: Besuch des Shopping-Outlets Metzingen. Als es Zeit wird, aufzubrechen, begibt sich Yuan Yang wieder an das Mikrofon, um die Delegation auf den Weg zu den 66 wartenden Bussen zu schicken. Und genauso plötzlich, wie die Gruppe angerückt ist, ist sie auch wieder verschwunden. Mit ihr der Geräuschpegel. Seume blickt der Delegation hinterher: „Wir konnten uns heute von unserer besten Seite zeigen und darauf bin ich unheimlich stolz.“  CHRISTIAN FUNK
 

www.mercedes-benz.com/museum
„Diese Werte wollen wir auch unseren Mitarbeitern vermitteln.“
Debbie Kurley, Jeunesse
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Katja Seume betreut Events im Mercedes-Benz Museum.

FOTO: MERCEDES-BENZ MUSEUM
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