Editorial

Haltung zeigen!

W
enn Donald Trump und Wladimir Putin auf dem G20-Gipfel die Sitzung zu Klimafragen schwänzen, signalisieren sie allen anderen: Wir sind uns wichtiger! Selbst wenn ihre und die anderen Sherpas die Nacht durch verhandeln und am Morgen das eine oder andere Kompromisspapier zu Tage fördern: Es sind die Botschaften und Bilder, die die Gipfelteilnehmer in die Welt senden. Sie befeuern Gewaltausbrüche, aber auch friedliche Gegenbewegungen wie „Haltung. Hamburg“, die eine demokratische Antwort auf G20 geben will. Und siehe da: Unter den Persönlichkeiten Hamburgs aus Politik, Kultur und Sport ist Thorsten Kausch, ehemaliger Leiter des Hamburg Convention Bureau. Er ist Mitbegründer und erklärt seine „#HHaltung“: „Wir wollen, gemeinsam mit den Hamburgerinnen und Hamburgern, sichtbar und wirkungsvoll ein friedliches Zeichen für Weltoffenheit, Toleranz und demokratische Grundwerte setzen.“
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KERSTIN WÜNSCH 
Chefredakteurin wuensch@tw-media.com

FOTO: KERSTIN WÜNSCH

Es braucht die Sorge um den Verlust unserer Werte und unseres Wohlstands, damit wir uns bewegen und uns bekennen. Damit wir uns begegnen, um uns außerhalb von Filterblasen der anderen zu versichern.
Zum „March for Science“ gehen in 600 Städten Menschen auf die Straße. Sie demonstrieren gegen den Populismus und für die Freiheit von Wissenschaft und Forschung. Und wissen Sie was? Da hüpft mein Herz voller Hoffnung! Ich kann nur wiederholen, was in München der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Martin Stratmann, gesagt hat: „Wissenschaftsfreiheit ist ein Grundrecht – wie Presse- und Meinungsfreiheit. Es geht uns etwas an, was am Bosporus oder in den USA geschieht.“

Die Freiheit von Wissenschaft und ihrer Wissensträger auf zwei Beinen ist die Grundvoraussetzung für jeden internationalen Kongress – und die Geschäftsgrundlage der Tagungswirtschaft. Es ist höchste Zeit, dass sich neben wissenschaftlichen Einrichtungen und Verbänden auch die Veranstaltungsbranche zu Wort meldet. Mehr und mehr mischen sich Meetingprofessionals unter die Menschen bei „Pulse of Europe“. Allen voran Peter Cramer vom MICEboard, der die Bürgerinitiative auf die IMEX holt. Selbst IMEX Chairman Ray Bloom weicht auf seiner Show vorsichtig vom unpolitischen Protokoll ab, denn wer hätte gedacht, dass die Briten für den Brexit stimmen und die US-Amerikaner für Trump? Bloom: „In einer geteilten Welt muss unsere Industrie die Menschen zusammenbringen.”

Und zwar dort, wo es nötig ist wie bei unserem Nachkriegsverbündeten, den USA. Auf der ibtm america gibt es keinen „Elefanten im Raum“. Ob aus Boston, Berlin oder Bangalore reden wir über das Klimaabkommen und Abschottung, Populismus und Fake-News, Terror und Sicherheit... Denn: Das geht uns alle an!
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