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ÖSTERREICH

110 Business Angels fliegen in Tabakfabrik

Startups und Events erwecken eine alte Tabakfabrik in Linz zu kreativem Leben. Im Bregenzer Wald duftet die „Alte Säge“ als Location nach Dorfgeschichte und Tradition. Architektonische Juwele, die Geschichte atmen, öffnen ihre Türen für private Veranstalter in Österreich fast ebenso selbstverständlich wie zu diesem Zweck neu erbaute Locations.

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er erste Startup-Campus Österreichs öffnete am 19. Juni 2017 im Beisein von Bundeskanzler Christian Kern in der Tabakfabrik Linz. Auf 80.000 Quadratmetern ist hier Platz für Startup- und Karriereevents, Workshop-Serien, Netzwerk-Treffen, Konferenzen und Beratung. „Die Tabakfabrik soll ein Platz für Startups sein, der nicht nur den Startups offensteht, sondern allen motivierten Partnern im Ökosystem“, sagt Michael Eisler, einer der Mitgründer. Rund 900 Gäste kamen zum Grand Opening der „factory300“, so der Markenname des Campus. Gründer-Events wie das „Startup Live“ folgten. Das Zentrum ist in die modernisierten Gebäude der früheren Tabakwerke in Linz gezogen, die zwischen 1929 und 1935 an der Unteren Donaulände errichtet wurden. Dort entstand einer der ersten Stahlskelettbauten Österreichs, der früh als ein international beachtetes Zeugnis der Moderne galt. Das Gebäude wurde von Peter Behrens, einem der damals führenden Vertreter des Industriedesigns, und Alexander Popp geplant. 2010 von der Stadt übernommen, entsteht hier seither ein neuer Stadtteil, gedacht als Treffpunkt für Kreativkultur. Das nun neu angesiedelte Startup-Ökosystem bringt weitere Impulse.


FOTOS: TABAKFABRIK LINZ; SCHLOSS SEGGAU; CONVENTION BUREAU GRAZ; MCG/KRUG


Als Kongress- und Tagungsstadt profilierte sich Linz schon früher mit dem Bau des 1994 eröffneten Design Center. Die auffällige Bogenkonstruktion mit 34 Stahlbögen à 35 Tonnen des Architekten DI Thomas Herzog, bekannt auch als Pionier solaren Bauens, umhüllt einen säulenfreien Innenraum von 10.000 Quadratmetern bei einer Spannweite von 72 Metern. Weitere markante Neubauten, die vielseitig für Veranstaltungen genutzt werden, säumen die Kulturmeile rechts und links der Donau, darunter das 2003 eröffnete Lentos Kunstmuseum. Der 130 Meter lange Glasbau mit offener Skulpturenhalle ist nach Plänen des Züricher Architektenbüro Weber + Hofer erbaut. Die gläserne Hülle des Museums erscheint je nach Lichtstimmung transparent, halbtransparent oder reflektierend. Bei Dunkelheit wird die Fassade farbig hinterleuchtet. Der Veranstaltungssaal mit 250 Quadratmetern eröffnet den Blick auf die Donau und das gegenüberliegende Museum der Zukunft. Das Ars Electronica Center dagegen wurde vom Wiener Büro Treusch Architecture gestaltet. Es widmet sich auf 6.500 Quadratmetern vor allem Technologie und interaktiver Medienkunst. Eine gläserne Hülle umgibt das Gebäude, das mit Leuchtdiodenscheiben illuminiert werden kann. Das „Maindeck“, unter dem sich die große Ausstellungshalle befindet, ist eine vielfältig nutzbare Freifläche. Neben einem 190 Quadratmeter großen Sky Loft mit Donaublick verfügt das Gebäude über den Erlebnisraum Deep Space. Dieser simuliert Reisen, etwa durch den Weltraum, dank 3D-Animationen und gigantischer Projektionstechnik.

Hinaus ins All, aber auch auf das Salzburger Stadtpanorama mit Festung blickten 450 internationale Gäste der European Space Agency bei ihrer GNC Konferenz Anfang Juni 2017 im Crowne Plaza The Pitter in Salzburg. Hausherr Georg Imlauer hat das geschichtsträchtige Haus zum 150-Jahr- Jubiläum nach den Plänen des Architekten Robert Gabriel 2014 und 2015 für rund 15 Mio. Euro renoviert und erweitert. Seine Geschichte geht zurück auf die Bergerbräu-Bierhalle von 1864, die später zum ersten Hotel Pitter umgebaut, 1926 dann um den heute legendären Pitterkeller erweitert wurde. Die einstige Bierhalle verwandelte sich schließlich in ein Kaffeehaus, das bald als größtes Konzertcafé der Stadt galt. Diese traditionsreiche Veranstaltungsgeschichte schreibt der 2014 eröffnete neue „Pitter Saal“ weiter. Die zentral gelegene Eventfläche bildet das Herzstück des „Pitter Event Center“, die über in sechs Sektionen unterteilbare 450 Quadratmeter verfügt. In jede einzelne der Sektionen strömt dank Glaskuppeln auch im abgetrennten Zustand Tageslicht. Die Kapazität des 1.200 Quadratmeter großen Veranstaltungszentrums liegt bei 1.000 Personen.



Urig zelebrierte Tradition im Schnee liegt Salzburg aber natürlich auch: Der Krallerhof inklusive Alte Schmiede und Asitz Bräu sind zünftige Locations für jeweils 550 Gäste pro Hütte. Das Restaurant im Skimuseum serviert den Delegierten ihr „Hutessen“ bei Abendveranstaltungen. Zuletzt fand auch der Galaabend des österreichischen Branchenkongresses Convention4U mit über 170 Gästen im Asitzbräu statt. „Die Veranstalter haben schon viele Locations quer durch Europa gesehen und wollen ihren Teilnehmern eine besondere Erfahrung bieten, die lange im Gedächtnis bleibt“, meint Elisabeth Pföss vom Salzburg Convention Bureau. „Egal ob man sich eine urige Hütte, eine eigene Brauerei, einen Abend mit dem Burgfräulein oder eine Location mitten im Berg wünscht“, fügt die Marktbetreuerin für Deutschland und Österreich hinzu.

Ein Erlebnis, das sich ins Gedächtnis einprägt, suchen die Delegierten auch im südsteirischen Schloss Seggau. Dies macht sich dort aber nicht nur an Äußerlichkeiten fest. Schloss Seggau hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend als europäische Adresse für Gedankenaustausch rund um Politik, Kultur und Religion etabliert, das als Bildungsstätte Geist und Seele verbindet. Auf Einladung des Landes Steiermark und des Clubs Alpbach versammelten sich dort die 170 Gäste des „Pfingstdialog – Geist und Gegenwart“, einer jährlichen Veranstaltung, die 2017 von 29. Mai bis 2. Juni stattfand. Aus aktuellem Anlass standen die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen Europa und den USA auf der Agenda. Dass angesichts von Abschottungspolitik und weltweiter Krisenherde nur noch Beten hilft, ist vielleicht etwas weit hergeholt. Ganz unabhängig vom Weltgeschehen ruft das spirituelle Herz von Seggau die Delegierten zur inneren Einkehr: Im Sakralraum wirken die Wickenburg-Glasfenster aus der einst abgerissenen Michaelskapelle und das „schwebende“ Kreuz, ein Kunstwerk von Alexander Silveri, auf die Besucher.



Eine Stätte des Dialogs und des Miteinanders ist Schloss Seggau auch in architektonischer Hinsicht. Der Neubau des Kongresszentrums 1994 nach Plänen des Architekten Konrad Frey und eine große Umbauphase von 1999 bis 2009 unter Regie von DI Ernst Giselbrecht sind prägend für das heutige Aussehen. Der bereits bestehende Kongress-Neubau wurde durch die Neuerrichtung eines Gästehauses zu einem Architekturensemble des 21. Jahrhunderts erweitert als konsequente bauliche Weiterentwicklung der Anlage, die Oberes Schloss, Unteres Schloss, den Seminarbereich und einen Gebäudeteil für Übernachtungsgäste umfasst. „Hohe Begegnungsqualität zwischen Geschichte und Innovation“, wie es Andrea Sajben von Steiermark Convention ausdrückt, bietet in der steirischen Landeshauptstadt dagegen das Messecongress Graz für die Kongress- und Messegäste. Das gilt etwa bei der „Urban Future Global Conference“, die zuletzt vom 2. bis 3. März 2016 mit 1.600 Teilnehmern stattfand. Die internationale Konferenz für nachhaltige Stadtentwicklung, veranstaltet in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen, versammelt laut Veranstalter die „innovativsten Bürgermeister und Querdenker“.

Neben Schloss Seggau nennt Andrea Sajben das Hotel Schloss Obermayerhofen als weitere stark nachgefragte historische Location der Steiermark. Im Kontrast dazu steht das hypermoderne Projekt Spielberg als Location für Motorsportfans, die ein mit hoher PS-Zahl aufgeladenes Action-Erlebnis am Red Bull Ring finden, so etwa bei Incentives. Andrea Sajben: „Diese Veranstaltungsorte erfüllen die Bedürfnisse und Anforderungen von Veranstaltern mit höchster Qualität – ob klassisch, modern oder historisch, jede der steirischen Locations verfügt über modernste Technik, innovative Rahmenprogramme und kulinarische Highlights.“ Die Bandbreite reiche dabei von alpiner Architektur, futuristischen Designs bis hin zu historischen Burgen und Schlössern.

LOCATION SALZLAGER HALL

Die Burg Hasegg und das Salzlager Hall, zusammengefasst unter der Marke „salzraum hall livelocations“, sind als außergewöhnliche Locations in Tirol stark nachgefragt. Von 1256 bis 1967 gehörte die Salzproduktion in Hall zu den wichtigen Wirtschaftsfaktoren Tirols. Der lang gestreckte Bau des Salzmagazins für bis zu 3.360 Tonnen Salz mit Walmdach und schlichter Fassadengliederung trägt die Stilmerkmale des Historismus aus dem 19. Jahrhundert. Den monumentalen Charakter der Lagerhalle bestimmen die Raumhöhe über zwei Geschosse und eine Mittelreihe von 15 mächtigen, neun Meter hohen Rundpfeilen aus Breccie. Der Innsbrucker Architekt Hanno Schlögel baute das Industriedenkmal von 1995 bis 1997 zur heutigen Veranstaltungslocation um, die Platz bietet für maximal 1.500 Personen. www.salzraum.at

Natur, aber auch außergewöhnliche Locations erlebten die Teilnehmer beim ersten „FAQ Bregenzerwald“ 2016, einem Gesellschaftsforum mit Festivalcharakter, das 2017 für 7. bis 10. September angesetzt ist. Es bietet Vorträge und Diskussionen zu allgemeinen Fragen zu Gesellschaft, Philosophie und Lebensführung. „Ist Fleiß noch eine Tugend?“ diskutiert ein Panel etwa 2017 in der Bergstation Baumgarten. Bespielt wird auch eine alte Bahnhofs-Remise, ebenso die „Alte Säge“ in der Gemeinde Bezau. Die Location entstand aus einem früheren Sägewerk, einem schlichten dörflichen Funktionsgebäude. Kaspar Greber gestaltete es zum heutigen Ort der Begegnung um. 2013 wurde sein Werk mit dem Vorarlberger Holzbaupreis ausgezeichnet. Ungedämmtes Holzriegelwerk und der offene Dachstuhl haben einen Ort der Kommunikation und Kultur geschaffen. Das an der Nordseite liegende „Sägerstüble“ zeichnet sich durch eine mit Hobelspänen und Schafwolle gedämmte Holzriegelwerkkonstruktion aus, die von innen mit naturbelassenem Fichtenaltholz und außen mit Holzschindeln aus Weißtanne verkleidet wurde. Urs Treuthardt, Geschäftsführer von Convention Partner Vorarlberg: „Es ist wichtig für uns als Veranstaltungsland, innovative Leistungsträger zu haben – Kaspar Greber hat aus einer alten Säge eine Top-Veranstaltungslocation gemacht, die sich perfekt einbettet in die Umgebung und trotzdem etwas ganz Besonderes ist.“ Die bekanntesten architektonischen Leuchttürme im Veranstaltungsbereich sind in Vorarlberg das Festspielhaus in Bregenz, das Montforthaus in Feldkirch und die Messe in Dornbirn.



500 Gäste, das „Who’s who“ der niederösterreichischen Werbe- und Kreativszene, traf sich am 14. Juni 2017 im Casino Baden zur Gala „Goldener Hahn 2017“,
der 40. Verleihung der niederösterreichischen Landeswerbepreise. Gestaltet als Outdoor- Sommerparty vor dem Casino Baden, wurde die Eventlocation innen und außen bespielt. Die multimediale Licht-Show projizierte einen „Jubiläumshahn“ auf die Außenfassade des Casinos. Das Feuerwerk im Kurpark tauchte das Gebäude in gleißendes Licht, das 1884 bis 1886 im Stile der Neorenaissance entstand nach den Plänen der Architekten Eugen Faßbender und Maximilian Katscher.

Das Schloss Grafenegg dagegen, weit über die Grenzen hinaus wegen des klassischen Musikfestivals bekannt, setzt mit dem Wolkenturm im Park ein architektonisches Ausrufezeichen über einem Auditorium, das mehr als 1.300 Personen Platz bietet. Grafenegg gilt als Symbiose von Historismus und Moderne, von Natur und Architektur.

Noch weiter in den österreichischen Westen bis fast direkt an die Grenze zu Ungarn zieht es dagegen den Österreichischen Energiekongress. Dieser wird von 19. bis 20. September 2018 bis zu 400 Delegierte in der Vila Vita Pannonia in Pamhagen zusammenbringen. Anna Gettinger, Mitarbeiterin von Convention Burgenland, kommentiert: „Das östlichste und klimatisch vorteilhafteste Bundesland Österreichs verfügt über moderne Kongresslocations wie das Kultur- und Kongresszentrum Eisenstadt mit unvergleichlichem Design und die Vila Vita Pannonia, welche zur Moderne einen passenden authentischen Stil mischt, der Flair der Region in die Veranstaltung mit einfließen lässt.“ Als majestätischer Gegenpol gilt hier das Schloss Esterhazy mit seiner reichen Geschichte.  FRANK WEWODA
 

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Erlebnisraum Deep Space simuliert Reisen durchs All

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Andrea Sajben: „Die Steiermark deckt eine große Bandbreite ab von alpiner Architektur, futuristischen Designs bis hin zu historischen Burgen und Schlössern.“

FOTO: STEIERMARK CONVENTION

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